Das sind die besten Golfer der Finanzindustrie
Nach dem Vorbild von Forbes begann die Bilanz vor 23 Jahren mit einer Liste von golfenden CEOs und verglich das Golf-Handicap der Firmenchefs mit der Performance an der Börse. Daraus ist im Verlauf der Zeit eine umfassende Liste mit über 300 Köpfen entstanden.
Klar ist die Finanzbranche gut vertreten. Sei es sehr sportlich, mit einem tiefen Handicap oder eher hobbymässig oder als Anfänger mit einem hohen Handicap. Diese sogenannte Spielvorgabe zeigt das Potenzial eines Golfers, nicht unbedingt, ob er es auf dem Platz auch umsetzen kann. Anfänger starten in der Schweiz mit Handicap - 54. Vereinfacht gesagt werden ihnen also 54 Schläge «abgezogen» vom effektiv erzielten Resultat. Dank dem Handicap-System können Golferinnen und Golfer mit unterschiedlichen Niveaus ganz gut gemeinsam spielen.
Zu den «Hobbygolfern» mit hohem Handicap gehören beispielsweise Helsana-Verwaltungsrat Joachim Masur. (Handicap -47) oder UBS-Urgestein Lukas Gähwiler (-36) oder Stefan Schärer; der Ex-CEO von Moneyhouse golft seit längerer Zeit mit einem offiziellen Handicap von -32,9.
Zwei ehemalige Profis vorn
Aus praktischen Gründen verzichtet man in der Regel auf das Minus-Zeichen vor dem Handicap, dass bei mehr als 99 Prozent aller Golfer gilt. Die allerbesten Amateure starten mit einem «Plus-Handicap». Vereinfacht gesagt spielen sie so gut, dass ihnen bei einem normalen Clubturnier Schläge dazu gerechnet werden, die sie gar nicht ausgeführt haben. Mit Handicap + 3,6 führt Tim Pfister von der NPB Neue Privat Bank die «Rangliste» von finews an, mit etwas Abstand folgt Philippe Weppernig (LGT) mit einem aktuellen Handicap von +2. Fairerweise muss man sagen, beide waren vor dem Einstieg ins Banking als Golf-Profi unterwegs. Beide konnten sich im harten Geschäft auf dem Rasen nicht durchsetzen und sattelten auf deutliche lukrativere Jobs um. Pfister ist Head of Asset Management, Weppernig betreut für die Fürstenbank in Zürich UHNW-Kunden.
Als Profi spielt man immer ohne Handicap, danach kann man sich wieder «re-amateurisieren», um beispielsweise im Interclub wieder mitspielen zu können. Pfister hatte zuletzt im vergangenen Oktober mit dem Golf & Country Club Zürich Zumikon die «Swiss Golf Interclub Championship 25+» gewonnen. «Das Handicap von +3,6 ist zugleich mein bestes Handicap, das ich je hatte. Ich denke, dies hat hauptsächlich mit dem neuen HCP-System zu tun. Zurzeit spiele ich zirka 1 bis 2 Mal pro Woche», sagt er. Weppernig spielt laut eigenen Angaben «kaum je ein Turnier.»
Gottstein mit hohen Zielen
Nur knapp hinter den beiden früheren Profis «golft» der gebürtige Brasilianer Rodrigo Lacerda Soares mit einem aktuellen Handicap von +1,5. Er kam vor mehr als 20 Jahren zur Royal Bank of Canada nach Genf, arbeitete lang für die Bank Syz und machte sich 2021 mit einem Multi Family Office selbständig. Damit sei er «very happy», sagt der 52-Jährige im Gespräch mit finews.
Zuletzt hatte Soares zwei Mal die Europameisterschaften der ü50-Senioren gewonnen, bald möchte er den Titel in Zypern zum dritten Mal in Serie erspielen. «Ich trainiere viel und muss schauen wie ich dies alles mit Familie und Beruf verbinden kann, aber dank dem Sieg an der EM qualifizierte ich mich schon zwei Mal für Top Events der ü-50 Profigolfer in England. Das waren unglaubliche Erlebnisse.»
Nur knapp hinter den «Medaillen-Plätzen» folgt Thomas Gottstein mit einem Handicap von +0,5. «Im Mai 2025, nach mehr als zwei Jahrzehnten Pause vom Wettkampfgolf, wurde er Schweizer Nationalmeister der Senioren-Amateure (über 50)», schreibt der frühere CS-Chef auf der Homepage seines Beratungsunternehmens unter dem Titel «Interessen».
Gottstein kämpfte seither noch erfolgreicher auf dem Platz. So konnte der Zürcher im vergangenen Jahr sein sehr tiefes Handicap sogar nochmals von 0,9 auf 0,3 Punkte verbessern. Er habe etwas mehr trainiert und 2025 viele Turniere gespielt, erzählt Gottstein am Telefon. Dank weiteren guten Resultaten, zuletzt in Frankreich und Zumikon, liegt das Handicap derzeit bei plus 0,5. Und Gottstein hat noch höhere Ziele: «Ich möchte unbedingt einmal bei der British Senior Amateur Championship mitspielen, das ist weltweit der zweitgrösste Event für ü-55 Golfer, und da reicht mein aktuelles Handicap wohl nicht, um ins Feld der 164 Spieler zu kommen.»
Dies trotz langer internationaler Erfahrung. So war Thomas Gottstein beispielsweise bei fünf aufeinanderfolgenden Amateur-Mannschafts-Weltmeisterschaften für die Schweiz am Start, seit einiger Zeit spielt er in der Nationalmannschaft 50+.
Ebenfalls noch fast auf Profiniveau golft Mathis Aerne. Der heute 35-jährige besuchte in den USA eine Sportschule und träumte als Jugendlicher noch von einer Karriere als Golf-Profi. Aerne vertrat die Schweiz mehrfach in der Junioren- und der Amateur Nationalmannschaft. «Das ist lange her», sagt der selbständige Vermögensverwalter im Gespräch mit finews. «Meine Passion für den Sport ist immer noch gross, leider kann ich wegen gesundheitlichen Problemen seit einiger Zeit nicht mehr spielen und hoffe, dass die Ärzte eine Lösung finden.»
Zwei gleich auf
Mit etwas Abstand folgen auf der Liste Banker Andrew Newson und Versicherungsbroker Martin Kessler mit einer offiziellen Spielvorgabe von 2,8. Der Leiter Institutionelle und Firmenkunden bei der Glarner Kantonalbank verbesserte sein sehr sportliches Niveau nochmals um 2,6 Schläge, schon ein Jahr davor ging es in Sachen Handicap rasant nach unten. «Ich habe im Winter viel mit meinem Golflehrer in Wettswil trainiert, dies hat sich mit guten Turnierresultaten, unter anderem bei den Schweizermeisterschaften 50+ oder den Glarner Meisterschaften ausbezahlt», erläutert Newson auf eine entsprechende Frage. Das Turnier im Golfclub Ybrig hatte er mit einem «Rekordergebnis» gewonnen.
Martin Kessler, langjähriger Co-Chef des Versicherungsbrokers Kessler, spielte in jungen Jahren ebenfalls für das Schweizer Nationalteam, ab 2005 war er für einige Jahre Präsident des Schweizer Golfverbandes. Gegenüber dem Vorjahr ist das sehr sportliche Handicap von 2,8 minimal angestiegen, im Vergleich mit 2024 ist es aber deutlich tiefer, und allein das Spielniveau zu halten, wird mit jedem Altersjahr anspruchsvoller.
Die beste Frau und neue Namen
Die beste Golferin auf der gut 100-köpfigen Liste ist Adriana Ospel-Bodmer. Die Gründerin von Adbodmer verpasst das begehrte einstellige Handicap mit 10,2 nur knapp. Ihr hilft unter anderem die Vergangenheit als erfolgreiche Landhockey-Spielerin beim Zürcher Grasshoppers Club.
Hier die Top 30 der Finanzbranche auf einen Blick.
Zur gesamten Liste inklusive aktuellem Handicap geht es hier.
Als langjähriger Autor des Golf Rankings weiss der Schreibende, wie schwierig es jeweils ist, neue Namen für die Liste aufzuspüren. In der jüngsten Ausgabe sind beispielsweise der langjährige CEO der Lienhardt & Partner Privatbank, Duri Prader, oder Urs Pfluger, ab Juli Chef der Nidwaldner Kantonalbank, aufgeführt. Beide spielen mit einem sportlichen «Single-Handicap» unter 10.
Zu den neuen Namen gehören aber auch beispielsweise Urs Monstein und Stephan Zimmermann. Der CEO und der Verwaltungsratspräsident der VP Bank gehören mit einem Handicap von knapp unter 25 eher in die Kategorie Hobby-Golfer, genauso wie Clemens Kaiser. Der CEO der Deutschen Bank Schweiz antwortete im Interview mit finews auf die Frage: «Was war Ihre grösste Niederlage?»: «Dass ich es nie geschafft habe, im Golf über ein Handicap von 30 hinauszukommen.»
Logischerweise gibt es grössere Niederlagen als ein hohes Handicap. Die Liste ist naturgemäss nie ganz vollständig. finews ist froh um Hinweise über weitere ambitionierte Golferinnen und Golfer aus der Finanzindustrie. Bitte die Angaben direkt an
















