Tanja Wegmann: «Ich mag Rolex, weil sie nicht laut sein muss»
In der Rubrik Backstage geben interessante Persönlichkeiten aus der Finanzwirtschaft und darüber hinaus jeden Mittwoch Einblicke in ihre ganz persönlichen Vorlieben.
Frau Wegmann, was tun Sie morgens als Erstes?
Die ersten zehn Minuten nach dem Aufwachen gehören ganz bewusst mir und dem positiven Denken – und dann meinen beiden Fellnasen. Bei Sonne, Wind oder Regen geht es dann mit ihnen in die Natur. Das schenkt mir Energie für alles, was der Tag bereithält.
Was ist das Beste an Ihrem Beruf?
Das Beste an meinem Beruf ist die Verbindung aus Gastfreundschaft, Abwechslung, Begegnungen mit Menschen und strategischem Denken. Kein Tag ist wie der andere, und genau das liebe ich. In meiner Funktion bin ich Gastgeberin, Organisatorin, Problemlöserin in Personalunion und strategische Beraterin in einem. Das Wohl unserer Gäste zählt, dasjenige unserer Teams ebenso. Und wenn irgendwo eine helfende Hand gebraucht wird, packe ich selbstverständlich auch selber mit an. Und wenn der Beruf dann noch Reisen und gutes Essen mit sich bringt, freue ich mich die Kreationen unserer Chefs zu geniessen.
Ein Moment, der Ihr Leben veränderte?
Der Moment, als ich meine kleine Ratero-Mix-Hündin Cappuccino bei meiner Freundin Farah auf Mallorca abholte. Ich dachte damals, ich nähme einen kleinen Hund zu uns nach Hause, tatsächlich zog eine ziemlich grosse Persönlichkeit in mein Leben ein. Seitdem ist vieles anders: herzlicher, lebendiger und garantiert nie langweilig. Sie ist ein wahres Geschenk für uns Alle!
Welche Autos besitzen Sie? Welches ist Ihr Liebstes?
Aktuell fahre ich ein Audi A5 Cabriolet: am liebsten natürlich offen, sobald die Sonne auch nur ansatzweise mitspielt. Meine grosse automobile Liebe bleibt jedoch der Mini Cooper: Meine ersten zwanzig Jahre mit Führerschein waren wir praktisch unzertrennlich. Man könnte sagen, der Audi ist heute meine elegante Begleitung, aber der Mini war meine längste Beziehung.
Welchen Rat würden Sie Ihrem 20-jährigen Selbst geben?
Bleib du selbst und dir treu. Vertraue deinem Bauchgefühl – es weiss oft früher als der Kopf, was richtig ist. Und hab den Mut, ab und zu Nein zu sagen. Denn ein Nein zu anderen ist manchmal das wichtigste Ja zu dir selbst.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Darauf, dass ich auf eigenen Beinen stehe, für mich selbst sorgen kann und mir auch in schwierigen Situationen meine Zuversicht bewahre. Das Leben hält sich schliesslich nicht immer an den Reservierungsplan, aber bisher habe ich noch für jede unerwartete Wendung ein passendes Zimmer gefunden. :-)
Was tun Sie, wenn Sie Zweifel haben?
Ich halte kurz inne, sortiere meine Gedanken und konzentriere mich auf das, was ich beeinflussen kann. Zweifel dürfen kurz anklopfen, aber ein Dauergastrecht bekommen sie bei mir nicht.
Was ist Ihr Lieblingswein?
Ich habe gleich zwei Favoriten: Château Faugères und Château Lafaurie-Peyraguey. Ich liebe ihre Frische, ihre feine Mineralität und die elegante Frucht. Beide stammen aus der Weinwelt von meinem Lebenspartner Silvio Denz und sind mir deshalb natürlich besonders nah. Wobei ich versichern kann: Meine Begeisterung ist nicht nur «partnerschaftliche » Loyalität, die Weine überzeugen auch ganz ohne Beziehungsbonus.
An welchen Projekten arbeiten Sie momentan?
Momentan laufen bei mir einige Projekte parallel: die Eröffnung der Villa Florhof, meine Verantwortung für die weltweiten Hospitality-Aktivitäten der Lalique Group sowie die Weiterentwicklung des Sternenhofs, und dessen Suche nach einer CEO-Nachfolge. Privat steht die Planung eines 70. Geburtstagsfests mit besonders charmantem Auftraggeber an. Daneben versuche ich, genügend Zeit für meine Familie und Freunde zu bewahren. An diesem Projekt besteht allerdings noch erhebliches Optimierungspotenzial.
Was bewundern Sie an anderen Menschen?
Bewunderung ist für mich ein grosses Wort. Mein Herz gewinnen Menschen, die offen, empathisch und ehrlich sind, die zuhören können und ihrem Gegenüber mit echtem Interesse begegnen. Besonders schätze ich Persönlichkeiten, die andere unabhängig von Position oder Status so annehmen, wie sie sind. Denn wahre Grösse zeigt sich für mich vor allem in Herzlichkeit und Menschlichkeit.
Was wäre die grösste Überraschung für jemanden, der Ihren Job einen Tag lang übernehmen müsste?
Wahrscheinlich die enorme Vielfalt und das Tempo. An einem einzigen Tag wechsle ich zwischen Gastgeberin, Führungskraft, Organisatorin, Problemlöserin, Seelentrösterin und Strategin zugleich. Dabei gilt es, unzählige Entscheidungen zu treffen, flexibel zu bleiben und trotzdem jedem Menschen mit Ruhe und Aufmerksamkeit zu begegnen. Wer meinen Job einen Tag lang übernimmt, wäre vermutlich überrascht, wie viel Belastbarkeit sich hinter einem freundlichen Lächeln verbergen kann.
Welches ist Ihr persönlicher Antrieb?
Die Sonne im Herzen. Damit meine ich die Freude am Leben, die Liebe zu den Menschen und die Zuversicht, dass sich auch für schwierige Situationen eine Lösung findet. Diese innere Wärme treibt mich an selbst an Tagen, an denen sich die Sonne draussen nicht blicken lässt.
Wovor fürchten Sie sich?
Als Kind fürchtete ich mich vor der Dunkelheit. Heute weiss ich, dass auch schwierige Momente vorübergehen, und vertraue darauf, dass ich bewältigen kann, was das Leben für mich bereithält.
Und wenn es doch einmal richtig dunkel wird, nehme ich Cappuccino mit, klein von Statur, aber eine grosse Persönlichkeit.
Ihre Lieblingsuhrenmarke?
Ich mag Rolex, weil sie nicht «laut sein» muss, um zu zeigen, dass sie etwas Besonderes ist. Ihre Qualität, Perfektion, bewährte Werte verbunden mit technischer Präzision hat für mich etwas Nachhaltiges und Emotionales.
Gibt es einen unerfüllten Traum, den Sie noch verwirklichen möchten?
Eine besondere Reise auf einem Kreuzfahrtschiff, gemeinsam mit meiner Familie und meinen engsten Freunden – mit viel Zeit füreinander, guten Gesprächen und jeden Morgen einem neuen Horizont.
Ihr bestes Investment?
Ganz eindeutig meine Hunde. Aus rein finanzieller Sicht vermutlich kein klassisches Investment, aber die tägliche Rendite in Form von Lebensfreude, Bewegung und bedingungsloser Zuneigung zu jeder Tageszeit ist unschlagbar.
Tanja Wegmann (Jg. 1972) ist seit Januar 2025 General Manager von Lalique Hospitality und als VR Präsidentin massgeblich an dem Umbau und Neueröffnung der Villa Florhof Zürich mitverantwortlich. Seit 2022 führt sie ihr eigenes Beratungsunternehmen Tanja Wegmann Hospitality und hat diverse Verwaltungsratsmandate. Seit 2015 engagiert sie sich für den Sternenhof in Basel, als Stiftungsratspräsidentin seit 2023 führt sie das Unternehmen in die nächste Generation.














