Sarah Grgic: «Die meisten Grenzen existieren nur im eigenen Kopf»
In der Rubrik Backstage geben interessante Persönlichkeiten aus der Finanzwirtschaft und darüber hinaus jeden Mittwoch Einblicke in ihre ganz persönlichen Vorlieben.
Was tun Sie morgens als Erstes?
Ich starte den Tag gerne ruhig und direkt mit zwei Kaffees. Ein kurzer Moment für mich, bevor Familie und Arbeit Fahrt aufnehmen. Danach geht es meist direkt nach draussen für einen kurzen Spaziergang oder den Weg ins Büro.
Was ist das Beste an Ihrem Beruf?
Zu sehen, wie Ideen Realität werden. Ob neue Produkte, Standorte oder Menschen im Team etwas aufzubauen macht Freude und neue Produkte schaffen immer Genussmomente.
Ein Moment, der Ihr Leben veränderte?
Mein Besuch der Migros Klubschule im 2010, als ich meinen Mann kennengelernt habe. Viele meiner wichtigsten Entscheidungen und schönsten Erinnerungen gehen letztlich auf diesen Moment zurück.
Welche Autos besitzen Sie? Welches ist Ihr Liebstes?
Aktuell fahre ich einen VW Multivan und einen Porsche Macan. Mein Traumauto bleibt jedoch der Porsche 911. Nicht wegen der Leistung oder des Status, sondern wegen der Geschichte dahinter. Für mich wird dieses Auto immer mit einem ganz besonderen Moment verbunden sein – dem Heiratsantrag meines Mannes. Manche Autos sind mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Sie werden Teil der eigenen Lebensgeschichte.
Welchen Rat würden Sie Ihrem 20-jährigen Selbst geben?
Trau dir mehr zu. Die meisten Grenzen existieren nur im eigenen Kopf.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Auf das Wachstum, das wir bei Max Chocolatier in den letzten Jahren erreicht haben. Nicht nur wirtschaftlich, sondern auch als Team und als Marke.
Was tun Sie, wenn Sie Zweifel haben?
Ich gehe spazieren. Am liebsten frühmorgens, wenn die Welt langsam erwacht. Bewegung schafft oft Klarheit, wenn Gedanken kreisen.
Was ist Ihr Lieblingswein?
Das wechselt mit den Jahreszeiten. Aktuell geniesse ich besonders den Sauvignon Blanc von Jean-Pierre Pellegrin – frisch, elegant und perfekt für lange Sommerabende.
An welchen Projekten arbeiten Sie momentan?
An der Weiterentwicklung von Max Chocolatier. Vor allem auch die Frage, wie wir handwerkliche Qualität auch in Zukunft erlebbar machen können.
Was bewundern Sie an anderen Menschen?
Bodenständigkeit. Menschen die alles haben und trotzdessen mit beiden Füssen auf dem Boden geblieben sind.
Was wäre die grösste Überraschung für jemanden, der Ihren Job einen Tag lang übernehmen müsste?
Dass hinter guter Schokolade viel mehr steckt als ein Rezept. Es geht um Menschen, Handwerk, Kultur und klare Werte. Und wahrscheinlich würde viele überraschen, wie viel Zeit ich damit verbringe, Menschen zu führen und weiterzuentwickeln statt Schokolade zu degustieren.
Welches ist Ihr persönlicher Antrieb?
Ich möchte meinen Kindern vorleben, dass Herkunft, Alter oder Geschlecht nicht darüber entscheiden, was möglich ist. Mit Einsatz, Mut und Ausdauer kann man mehr erreichen, als man denkt.
Wovor fürchten Sie sich?
Stillstand. Ich glaube daran, dass Menschen und Unternehmen nur wachsen, wenn sie bereit sind, sich weiterzuentwickeln.
Ihre Lieblingsuhrenmarke?
Bei Uhren fasziniert mich neben dem zeitlosen Design vor allem die Präzision und Detailgenauigkeit der Handarbeit. Die Vorstellung, dass hunderte feinster Komponenten zu einem perfekten Ganzen zusammengefügt werden, beeindruckt mich bis heute. Genau deshalb begeistert mich auch die Audemars Piguet Royal Oak – nicht nur als Designikone, sondern als Ausdruck aussergewöhnlicher Handwerkskunst und Liebe zum Detail.
Gibt es einen unerfüllten Traum, den Sie noch verwirklichen möchten?
Eine Reise durch Japan mit meiner ganzen Familie. Die Verbindung von Handwerk, Kultur, Ästhetik und Kulinarik fasziniert mich sehr.
Ihr bestes Investment?
Meine Ausbildung an der HSG. Sie hat mir nicht nur Wissen vermittelt, sondern vor allem gezeigt, wie wichtig kritisches Denken und ein unternehmerischer Blickwinkel sind.
Sarah Grgic ist CEO von Max Chocolatier. Die gebürtige Schwedin wuchs in Russland auf und lebt heute in Luzern. Vor fünf Jahren übernahm die HSG-Absolventin die Führung des Luzerner Familienunternehmens und prägt seither dessen strategische und operative Entwicklung. Unter ihrer Leitung konnten Umsatz, Teamgrösse und Markenpräsenz deutlich gesteigert werden. Als zweifache Mutter steht Sarah Grgic für moderne Führung, unternehmerisches Denken und die erfolgreiche Verbindung von traditionellem Handwerk, Innovation und langfristigem Markenaufbau.















