Hagelschlag: Versicherte Schäden von fast einer Milliarde Franken

Eine kräftige Gewitterzelle zog am Vormittag des 28. August vom Jurabogen über das Mittelland bis in die Ostschweiz. Besonders betroffen waren die Kantone Bern, Solothurn, Aargau, Zürich und Thurgau. Hagelkörner mit einem Durchmesser von lokal bis zu fünf Zentimetern und schwere Sturmböen beschädigten Fahrzeuge, Gebäude und weitere Sachwerte.

Der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) beziffert den privatversicherten Marktschaden nach einer ersten Schätzung auf knapp eine Milliarde Franken, wie er in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Das ist etwa doppelt so viel wie beim grossen Hagelereignis vom 25. August 2023 im Tessin.

Mehr als 100'000 Fahrzeuge betroffen

Über 80 Prozent der geschätzten Schadensumme entfallen auf Motorfahrzeuge. Laut SVV dürften mehr als 100'000 Fahrzeuge beschädigt worden sein. Rund zehn Prozent des privatversicherten Gesamtschadens betreffen Elementarschäden, die über den Schweizer Elementarschadenpool gedeckt sind. Der Rest entfällt auf weitere Versicherungszweige, darunter Betriebsunterbruch- und Zusatzversicherungen.

«Das Schadenausmass ist beträchtlich. Gleichzeitig zeigt das Ereignis, dass das Schweizer Versicherungssystem auch bei Grossereignissen funktioniert und für die Volkswirtschaft von grosser Bedeutung ist», sagt Eduard Held, Geschäftsführer des Schweizer Elementarschadenpools. Die Versicherer unterstützten die Betroffenen rasch und unkompliziert bei der Schadenbewältigung.

Gebäudeschäden teilweise separat erfasst

Für Schäden an Motorfahrzeugen, Hausrat und weiteren privatversicherten Gütern kommt die Privatassekuranz auf. Die Versicherer stellten nach dem Unwetter zusätzliche Kapazitäten für die Schadenbearbeitung bereit und richteten unter anderem Drive-ins zur Begutachtung beschädigter Fahrzeuge ein. Digitale Schadenmeldungen und Beurteilungen sollen die Abwicklung beschleunigen.

Bei Gebäuden hängt die Zuständigkeit vom Kanton ab: In sieben Kantonen sind sie bei privaten Versicherern versichert, in den übrigen bei kantonalen Gebäudeversicherungen. Die betroffenen Kantone verfügen mehrheitlich über solche kantonalen Anstalten. Deren Gebäudeschäden werden separat erhoben und sind in der Schätzung des SVV von knapp einer Milliarde Franken nicht enthalten.