Comeback eines Urgesteins als Präsident von EFG International

Bei der Privatbank EFG International kommt es zu einer Ablösung im Präsidium des Verwaltungsrates. Der neue Präsident ist wahrlich kein Unbekannter.

Als neuer Verwaltungsratspräsident von EFG International ist Joachim Strähle (Bild) vorgesehen. Er werde an der Generalversammlung vom kommenden 24. April zur Wahl vorgeschlagen, teilte EFG International am Mittwoch mit. Strähle würde damit Jean Pierre Cuoni ablösen, der mit 77 Jahren altershalber von seinem Amt zurücktritt.

Mit der voraussichtlichen Wahl an die Spitze der EFG International gelingt Strähle ein eigentliches Comeback. Denn der 57-jährige ist seit annähernd zwei Jahren ohne Job, nachdem er im Mai 2013 bei der Bank J. Safra Sarasin als CEO den Hut genommen hatte.

Sarasin auf Wachstum getrimmt

Strähle war sieben Jahre lang der Chef der Bank Sarasin gewesen und hatte die Basler Privatbank aus einem jahrelangen Dornröschenschlaf geweckt und auf Wachstum getrimmt. Mit der Übernahme durch die brasilianische Safra-Gruppe kam es in Basel zu zahlreichen gewichtigen Abgängen – auch jenem von Strähle.

Der Schweizer ist ein Private Banker mit Herzblut. Vor seinem Engagement bei Sarasin war er rund 20 Jahre lang bei der Credit Suisse tätig gewesen, hauptsächlich im Geschäft mit internationalen Privatkunden.

2002 stieg Strähle zum CEO des Private Banking International auf, wo er auch für das Offshore-Geschäft verantwortlich war. Bereits 2004 folgte dann die Berufung in das Top-Management der Credit Suisse.

Aggressive Strategie in Deutschland

Strähle sei hervorragend qualifiziert , um die künftige Entwicklung von EFG International als eine der führenden unabhängigen Privatbank zu steuern, hiess es in der Mitteilung weiter.

Er hatte die Privatbank Sarasin vor allem auch international auf die Landkarte gebracht. Unter seiner Führung hatte die Bank auch in Deutschland einen aggressiven Wachstumskurs eingeschlagen, mit dem Ziel, Superreiche Kunden zu akquirieren.

Affäre nicht ausgestanden

Als Mittel dienten dazu auch Anlagevehikel wie die sogenannten Cum-Ex-Fonds, welche eine Steuerlücke im deutschen Gesetz ausnutzten. Diese Gesetzeslücke wurde 2012 geschlossen und eine Reihe von renommierten Sarasin-Kunden, unter anderem AWD-Mitbegründer Carsten Maschmeyer, erlitten auf ihren Investments hohe Millionenverluste.

Es laufen in diesem Zusammenhang verschiedene Untersuchungen wegen Steuerhinterziehung sowie Klagen von Kunden gegen J. Safra Sarasin. Vergangenen November musste auch der stellvertretende CEO Eric Sarasin wegen der Affäre die Bank verlassen.

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NEWS GANZ KURZ

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

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