Private Banking: Den Kundenberater der Zukunft gibt es nicht

Oder wenigstens noch nicht. Wer künftig an der Kundenfront gefragt ist und warum sich die Banken mit der Suche nach solchen Leuten sputen müssen.

Unsichtbar©Shutterstock

Das Swiss Private Banking ist im Umbruch. Ebenso bekannt ist, dass der Überlebenskampf der Paradedisziplin des Schweizer Finanzplatzes an der Front gewonnen wird: bei den Kundenberatern. Deshalb sind sie in der Konsolidierung der Branche die begehrtesten «Assets», darum sind ihre Löhne kaum gesunken – und deshalb ist der Erwartungsdruck umso höher.

Wie hoch, das bringt nun eine am Donnerstag publizierte Umfrage des Revisions- und Beratungsunternehmens KPMG bei rund 50 Privatbanken in der Schweiz auf den Punkt: Die Antworten lassen keinen Zweifel daran, das sich der Kundenkontakt künftig nicht mehr auf «wine and dine» beschränken kann.

Höchste Qualität gefordert

«Kunden sind bereit, für gute Dienstleistungen zu bezahlen. Sie wollen im Gegenzug jedoch höchste Qualität in der Kundenbeziehung erleben», resümierte Philipp Rickert, Geschäftsleitungsmitglied von KPMG Schweiz, am Donnerstag vor den Medien.

Laut der Umfrage sind mehr als 80 Prozent der Privatbanken der Meinung, dass es nicht mehr ausreicht, wenn ihre Berater «nur» ihr Metier verstehen (siehe Grafik unten). Sie müssen sich auch ausserhalb des Bankings bestens auskennen – etwa im Immobilienwesen, dem Kunsthandel oder als gewiefte Netzwerker.

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Auf allen Kanälen virtuos

A propos Netzwerke: Weil die Digitalisierung nach Ansicht der für die KPMG-Studie befragten Banken entscheidend sein wird, um neuen Vorschriften im Umgang mit Kunden zu begegnen, müssen die Kundenbater auch technisch topfit sein. Sie müssen dafür besorgt sein, dass der Kunden rund um die Uhr bedient wird und dazu auch die Kommunikation über Social-Media-Kanäle virtuos beherrschen (siehe Grafik ganz unten).

Was nicht heissen will, dass ihr angestammtes Feld einfacher wird. Im Gegenteil. Dort erwarten die Arbeitgeber sowohl deutlich bessere Expertise in der Beratung wie auch einen in allen Belangen engeren Kontakt zum Kunden. Wie ein Ein-Mann-Familiy-Office müssen die Kundenberater künftig funktionieren, so die Forderung der Banken.

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Der Vorsprung entscheidet

Die Krux ist nur: Den in all diesen Belangen versierte Kundenberater gibt es (noch) nicht, wie auch KPMG-Partner Rickert feststellt. «Die Banken sagten uns: Wir haben diese Leute schlicht nicht», so Rickert über seine Erfahrung während der Umfrage.

Was nicht heissen will, dass die Kundenberater nicht intensiv gesucht würden. «Die Umstellung auf die Digitalisierung und eine neue Kultur im Umgang im Kunden dauert mindestens vier Jahre», so der KPMG-Mann. Zeit, die jene für den Kundenfang gewinnen, die jetzt schon mit der Umstellung beginnen.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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