HSBC: Private Banking muss Federn lassen

Der Druck auf das in den Sog des «Swiss Leaks»-Affäre geratene Private Banking der anglo-chinesischen HSBC hält an. Was das für den Turnaround in der Schweiz heisst.

HSBC©Shutterstock

HSBC-Schweiz-Chef Franco Morra sagte es letzten Frühling ohne Wenn und Aber: Der Schweizer Private-Banking-Standort werde gehalten und sogar noch ausgebaut. Indes, die Zahlen des dritten Quartals, welche die globale Private-Banking-Division des Bankriesen (HSBC GPB) am Montag vermeldete, deuten auf einen weiteren Aderlass auch bei der HSBC Private Bank in der Schweiz hin.

Demnach sank der Vorsteuergewinn letzten September auf 81 Millionen Dollar, weniger als die Hälfte der im Vorjahr noch ausgewiesenen 190 Millionen Dollar – und nochmals weniger als die im Juni vermeldeten 115 Millionen Dollar.

Schrumpfende Vermögen

Durchs Band gingen auch die verwalteten Kundengelder zurück. Sie sanken gegenüber dem Vorquartal von 370 auf 346 Milliarden Dollar. Die Vermögen verminderten sich in allen relevanten Regionen – in Europa um 9 Milliarden Dollar, im Boom-Markt Asien gar um 11 Milliarden Dollar. Das dürfte allerdings auch dem schwierigen Börsenumfeld geschuldet sein. Demgegenüber macht HSBC geltend, in der Sparte seit Jahresbeginn Netto-Neugeld von 12 Milliarden Dollar angezogen zu haben. Das meiste davon in Hongkong, Grossbritannien und den USA, wie die anglo-chinesische Bank mitteilte.

Die ganze Gruppe, die sich unter CEO Stuart Gulliver einer Radikalkur unterzieht, schrieb einen gegenüber dem Vorjahr um einen Drittel höheren ausgewiesenen Vorsteuergewinn von gut 6 Milliarden Dollar.

80 Prozent der Gewinne aus Asien

Aufmerken lässt dabei, wo die HSBC im weltweiten Private Banking Geld verdient hat: Mit 96 Millionen Dollar stammen mehr als 80 Prozent des Vorsteuergewinns aus dem Geschäft mit schwerreichen Asiaten; in Europe erwirtschaftete die Sparten nur gerade 9 Millionen Dollar. Die Gewinnschere dürfte ein klares Signal für die Bankführung sein, wo sie in Zukunft ins Private Banking investiert.

Die Schweizer Privatbanken-Tochter befindet sich derweil im Turnaround. Letzten April hat das Institut in Genf den Abbau von 260 Stellen angekündigt sowie den Abschied von Märkten und weniger vermögenden Kunden. In Zusammenhang mit dem Anfang dieses Jahres ruchbar gewordenen «Swiss Leaks»-Affäre ermitteln zudem zahlreiche ausländische Behörden gegen das Institut, darunter Frankreich und die USA.

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