Fusion EFG/BSI: Im Kampf um die IT kann es nur einen geben

Es kann nur einen geben: «Highlander», Film von 1986

Es kann nur einen geben: «Highlander», Film von 1986

Joachim Strähle, CEO der Privatbank EFG International, blieb schon fast auffällig vage, als er am vergangenen Montag den Zusammenschluss seines Instituts mit der Tessiner BTG-Pactual-Tochter BSI bekanntgab.

So kündete er an, dass die beiden Banken-Brands für die nächsten rund zwei Jahre nebeneinander geführt würden. Beim Zusammenschluss sei Rücksicht auf beide Seiten zu nehmen. «Wir müssen fair zu allen sein», so der Top-Banker unbestimmt.

Glasklar ging jedoch aus der Medienpräsentation hervor, dass gespart werden muss. Bis 2019 werden signifikante Kostensynergien im Umfang von ungefähr 185 Millionen Franken vor Steuern angestrebt. Mehr als die Hälfte davon soll im Bereich der IT realisiert werden – wobei am Ende nur noch eine Software-Plattform übrigbleibt.

Welche von beiden, das sagte EFG-Chef Strähle nicht. Seine Bank hielt sich dazu auf Anfrage von finews.ch hin ebenfalls bedeckt.

Ein «Genfer Kuchen»?

Damit treten die beiden grössten Schweizer Banken-Software-Anbieter Avaloq und Temenos ins Rampenlicht. Für sie zeichnet sich ein Kampf ab, indem es wie beim Fantasy-Kultfilm «Highlander» am Ende «nur einen» geben kann.

Avaloq arbeitet seit Jahren äusserst eng mit BSI zusammen und baute mit dieser die Auslagerungs-Spezialistin B-Source auf. Gleiches gilt für das Gespann EFG International und Temenos: als jahrelange Partner haben sie diverse Pilotprojekte und Innovationen vorangetrieben. Trotzdem steigen die beiden Anbieter nicht mit gleich langen Spiessen in den Ausmarchungs-Kampf, wie finews.ch erfahren hat.

Laut intimen Kennern der Banken-Software-Szene steht praktisch im vorneherein fest, das die Genfer Temenos das Rennen macht. Dafür spreche, dass sie mit Partnerin EFG auf der Käuferseite steht.

Mehr noch: Es bestünden enge Bande zwischen dem für die Operationen von EFG International zuständigen Kader und der Software-Schmiede Temenos. Von einem «Genfer Kuchen» ist die Rede, da auch die Privatbank in der Rhonestadt viel Personal stationiert hat.

Bei Temenos will man das Rennen mit Avaloq nicht kommentieren; die Banken-IT-Spezialistin verweist dazu auf EFG International.

Ansage von Avaloq

Beobachter kommen zum Schluss, dass der BSI-Partnerin Avaloq ein hartes Rennen bervorstehe. Dies auch darum, weil erst kürzlich ein wichtiger Trumpf neutralisiert worden ist: BSI verkaufte ihren 49-Prozent-Anteil am Gemeinschaftswerk B-Source an Avaloq, wie auch finews.ch berichtete. Somit muss EFG-CEO Strähle auf diese Beteiligung keine Rücksicht mehr nehmen.

Allerdings sieht es nicht danach aus, als wollte Avaloq klein beigeben. «Im Sinne der Economies of Scale sind wir in der Lage, eine sehr attraktive Lösung für die Bank, die aus EFG und BSI entstehen wird, anzubieten», heisst es bei der Banken-IT-Anbieterin in Zürich. Im Umfeld von Avaloq verweist man gerne darauf, dass diese ähnliche Fusions-Projekte in kurzer Zeit umgesetzt habe.

Job-Angst im Tessin

Indes, es sind wohl vor allem die IT-Angestellten im Umfeld der BSI, die derzeit um ihren Job bangen. Personalvertreter verwiesen jüngst explizit auf diese Gefahr hin: «Je nachdem, welche Informatikplattform gewählt wird, ist auch ein Stellenabbau bei der B-Source im Tessin möglich. Daher sollte für diese Angestellten ebenfalls schnell ein Sozialplan verhandelt werden», forderte der Schweizerische Bankenpersonalverband (SBPV).

Derweil jagen sich die Gerüchte. Wie die Agentur «AWP» mit Bezug auf ungenannte Quellen berichtete, würden der Bankenfusion mehrere Hundert Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Da der gemeinsame Hauptsitz in Zürich bei EFG angesiedelt werde, gehe vor allem bei den Tessiner Angestellten die Angst vor dem Stellenverlust um, hiess es weiter.

Das ist die Kehrseite des Kampfes um die IT. Am Ende geht es nicht um Maschinen. Sondern um Menschen.

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Gottex

Der Hedgefonds-Anbieter Gottex hat die Publikation seiner Halbjahreszahlen verschoben. Offenbar verzögern sich die Verhandlungen um eine zweite Finanzierungsrunde.

UBS

Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt.

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Der Bankensoftware-Entwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

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Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

Schwyzer Kantonalbank

Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

Crealogix

Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

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Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

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DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

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