Konsolidierung: Nirgends so heftig wie im Schweizer Private Banking

Im Schweizer Private Banking schlägt die Konsolidierungswelle besonders hoch – das zeigt eine neue Studie. Doch es ist fraglich, ob der Trend anhält.

Für die Experten der britischen Analysefirma Scorpio Partnership ist 2015 das Jahr des «neuen Schweizer Selbstbewusstseins» – jedenfalls, was die Konsolidierung im Private Banking betrifft.

Die Schweizer Deals, stellen sie in einer kürzlich publizierten Studie zu Fusionen und Übernahmen (M&A) im weltweiten Private Banking fest, hätten in den letzten Monaten in Sachen Grösse herausgestochen. So sei der durchschnittliche Umfang hiesiger Transaktionen bei 9,4 Milliarden Dollar verwalteten Vermögen gelegen – mehr als überall sonst auf der Welt.

Gipfel schon gesehen?

Auch nach Gesamtvolumen belegt die Konsolidierung im Swiss Private Banking einen Spitzenplatz. Wie eine weltweite Übersicht zeigt, wechselten nur in den USA mehr verwaltete Vermögen den Besitzer (siehe Grafik unten).

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Angesichts der prominenten Deals von 2015 – etwa die Übernahme von Coutts International durch die Genfer UBP, die Fusion der Notenstein Privatbank mit der Basler Bank La Roche 1787, sowie die nun kurzlebige BSI-Übernahme durch die brasilianische BTG Pactual –  darf der Befund von Scorpio Partnership eigentlich nicht verwundern.

Zudem rangiert die Schweiz weiter als der grösste Offshore-Vermögensverwaltungsplatz der Welt und ist infolge des Steuerstreits mit dem Ausland ganz besonderer Dynamik ausgesetzt.

Allerdings stellt sich die Frage, ob die Dynamik nicht bald abflaut. Laut der Studie wurde nämlich der Gipfel der weltweit übernommenen Vermögen bereits 2015 durchschritten: Das Deal-Volumen sank gegenüber 2014 von 461,4 Milliarden auf 408,5 Milliarden Dollar. Hingegen hat die Anzahl Transaktionen noch zugenommen, wie es weiter hiess.

Was besonders teuer ist

Ebenfalls leicht gestiegen sind die Preise. Sie kletterten weltweit von durchschnittlich 2,06 auf 2,14 Prozent der übernommenen Assets (siehe Grafik unten).

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Für einheimische Institute («domestic») mit 5 bis 10 Milliarden Dollar an Kundengeldern wurde dabei offenbar am meisten bezahlt. Tatsächlich geben auch in der Schweiz diverse «Konsolidierer» an, dass sie künftig vorab an kleineren inländischen Playern interessiert sind.

Insgesamt hinterlässt die Studie jedoch den Eindruck, dass die aufregendsten Zeiten der Konsolidierung im Private Banking bereits der Vergangenheit angehören.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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