Private Banking: Was Kunden wirklich wollen

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Bankkunden möchten ihr Vermögen wachsen sehen. Neben der Rendite liegt ihnen aber noch ein weiterer Aspekt am Herzen – insbesondere der weiblichen Klientel.

Ein guter Kundenberater mehrt das Vermögen seiner Klientel – ein Unterfangen, das allerdings längst nicht allen Portfolio-Managern gelingt.

Der Aspekt der Rendite kommt bei vermögenden Privatkunden denn auch an erster Stelle (siehe Grafik), wie das deutsche Branchenportal «Private Banking Magazin» mit Verweis auf eine Umfrage der Johannes Kepler Universität im Auftrag der Liechtensteinischen «Fürstenbank» LGT berichtete.

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Diskretion ist wichtiger denn je 

Neben der Vermögensvermehrung achten Privatkunden zudem mehr denn je auf die Verschwiegenheit ihres persönlichen Beraters. Die Diskrektion des Beraters liegt in der Wunschliste der Kunden fast so hoch die Anlagerendite. Das hat sich geändert, denn in der Studie aus dem Jahr 2014 lag das Bedürfnis nach Diskretion lediglich auf dem fünften Rang mit einem Wert von 11,4. 

Die Kundenbefragung, welche in Deutschland Österreich und der Schweiz durchgeführt worden war, stellte hinsichtlich Diskretion auch eine geschlechtsspezifische Differenz fest. So legen Männer mit einem Relevanz-Wert von 22,7 den Finger auf die Rendite, derweil Frauen mit 17,6 Punkten die Diskretion höher gewichten.

Ein rares Gut

Die Diskretion entwickelt sich angesichts der Tendenz zum gläsernen Bürger immer mehr zum raren Gut und wird so zu einem wachsenden Bedürfnis.

Zur Diskretion zählt auch die Datensicherheit. Denn Banken sind neben Vermögensverwaltern auch Datenverarbeiter – für ihre Kunden. Gerade im Zeitalter der Enthüllungs-Skandale wie «Swissleaks» oder «Panama Papers» spielt dabei die Datensicherheit eine zunehmend wichtige Rolle. 

Kundenbedürfnisse ins Zentrum stellen

Der Nukleus einer jeden guten Beratung ist, die Bedürfnisse der Kunden genau zu kennen. Dies erfordert aber Berater, die gleich ticken wie ihre Kunden. Nicht zuletzt deswegen forderte etwa Amy Lo, Leiterin des UBS-Standorts in Hongkong und Chefin für das Wealth Management in Festland-China, «mehr junges Blut», wie finews.ch kürzlich berichtete. Will heissen: Es braucht Berater, welche die Bedürfnisse der Superreichen der zweiten und dritten Generation verstünden.

Auf die Schweiz gemünzt erklärten immerhin knapp zwei Drittel der Befragten, dass ihre Kundenberater ihre Bedürfnisse sehr genau kennen (siehe Grafik). Höher ist der Wert in Deutschland mit 73 Prozent.

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Auch interessant: In Deutschland erhalten Kundenberater neben dem Bedürfnisverständnis auch hohe Zustimmungswerte für fachliche Kompetenz, derweil Berater in der Schweiz vor allem Sympathie-Punkte bekommen. Berater aus Österreich schliesslich vermögen laut der Studie ihren Branchenkollegen in den meisten Belangen noch nicht das Wasser zu reichen.

An der Umfrage nahmen 370 Kunden aus der Schweiz, Österreich und Deutschland teil. Die detaillierten Ergebnisse werden am kommenden Donnerstag von Prof. Teodoro D. Cocca von der Johannes Kepler Universität anlässlich einer Pressekonferenz in Zürich vorgestellt.

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Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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