Fintech Advanon holt Eric Sarasin als Investor

Eric Sarasin

Das Zürcher Fintech Advanon startet durch: Es zeigt eine steile Wachstumsrate und holt nun den früheren Private-Banking-Chef von J. Safra Sarasin an Bord. Geplant ist eine Expansion ins Ausland.

Eric Sarasin, der frühere Chef Private Banking und stellvertretende CEO bei J. Safra Sarasin, steigt als Investor beim Zürcher Fintech Advanon ein. Sarasin werde seine grosse Erfahrung sowie Kompetenz in der Finanzbranche einbringen, teilte Advanon am Mittwoch mit.

Über den Umfang von Sarasins Investment, machte das Fintech keine Angaben, doch bleibe die Kontrolle bei den bisherigen Inhabern. Geplant ist, dass Sarasin Einsitz in den Verwaltungsrat nimmt. Derzeit laufen diesbezüglich Abklärungen bei der Finma.

Expansion im deutschsprachigen Raum

Das Fintech plant mit Sarasin die Expansion ins deutschsprachige Ausland. Das Netzwerk Sarasins, welches er als Private Banker und als ehemaliger Präsident der Handelskammer Deutschland-Schweiz mitbringt, soll dabei behilflich sein.

Advanon ist ein junges Unternehmen, welches auf die Liquiditätsplanung von KMU spezialisiert ist. Über die Online-Plattform können Schweizer KMU ihre offenen Debitoren-Rechnungen direkt von Finanzinvestoren vorfinanzieren lassen. Advanon überbrückt so Zahlungsfristen, die für KMU manchmal schmerzlich lange sein können.

Steiles Wachstum

Dieses Fintech-Geschäftsmodell funktioniert offenbar: Advanon machte im vergangenen September erstmals Umsatz. Im laufenden Jahr startet das Fintech richtiggehend durch. Gemäss Aussagen von CEO Phil Lojacono beläuft sich das Wachstum bislang auf über 40 Prozent – pro Monat. Entsprechend hat Advanon auch in Personal investiert und die Anzahl angestellten in diesem Jahr von sieben auf 13 erhöht.

Sarasin war Ende 2014 bei J. Safra Sarasin zurückgetreten, nachdem gegen ihn in Deutschland ein Verfahren wegen heikler Steuerkonstrukte, den sogenannten Cum-Ex-Fonds, eingeleitet worden war.

Banker als Fintech-Investoren

Diesen Januar stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein. Der frühere Sarasin-Vizechef blieb straffrei, bezahlte allerdings einen tiefen sechsstelligen Betrag.

Nun betätigt sich Sarasin als Fintech-Investor, womit er es einer ganzen Reihe von Ex-Bankern gleichtut – unter ihnen beispielsweise Ex-UBS-Chef Marcel Ospel oder der frühere Clariden-Leu-Banker Mike Baur.

Potente Investoren

Sarasin sagte gemäss Mitteilung, Advanon habe ein vielversprechendes Geschäftsmodell, mit welchem der Factoring-Markt und auch im deutschsprachigen Raum aufgerüttelt werde.

Advanon hat bereits früher die Aufmerksamkeit potenter Investoren auf sich gezogen. In einer ersten Finanzierungsrunde im vergangenen Herbst war Daniel Gutenberg beim Fintech eingestiegen. Der IT-Unternehmer hat im Silicon Valley viel verdient: Er hatte früh in das Browser-Unternehmen Netscape investiert und auch in Facebook.

Zu den Gründern von Advanon, welches der Finma unterstellt ist, gehören neben CEO Lojacono auch Philip Kornmann und Stijn Pieper.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nackfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
  • Erfindungen, die Leben retten
  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

Grauenvolle Arbeitstage eines Investmentbankers

Die erschreckende Chronik eines 24-Stunden-Tages.

Selection

Selection

Wo sich ein MBA am meisten lohnt

Hier haben MBA-Absolventen ihre Studiengebühren am schnellsten wieder verdient.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

weitere News