Zwei Israeli klagen gegen CS, UBS und die Schweiz

Unbewiesene Geschichten zweier Israeli: Ihre Eltern hätten Geld und Wertsachen in die Schweiz vor den Nazis in Sicherheit gebracht. Nun wollen sie es zurück.

Die beiden Israeli wollen in den USA eine Klage über insgesamt 315 Millionen Dollar gegen die beiden Schweizer banken Credit Suisse und UBS sowie den Schweizer Staat einreichen, schreibt die israelische Zeitung «Haaretz». Unter US-Recht sind Klagen gegen fremde Staaten bezüglich Holocaust-Forderungen möglich.

«Wir haben versucht mit den Banken und mit der Schweiz zu verhandeln, aber die haben uns angelogen und betrogen», sagt Herr Katz, der eine Kläger gegenüber der Zeitung. Der 59-Jährige verlangt 185 Millionen Dollar von den Banken. Er wirft ihnen vor, systematisch Dokumente versteckt zu halten zu, die es ihm ermöglichen würden, zu den Geldern auf den Konti seiner Mutter zu gelangen.

Konti bei CS und UBS

Diese habe 1938 eine Million Dollar bei der UBS in Zürich angelegt. Weitere 450'000 Dollar, sowie Gold, Schmuck und Kunstwerke von Monet und Picasso seien bei der Credit Suisse in Sicherheit gebracht worden. Als sie nach dem Krieg zur Bank zurückkehrte, habe man sie abgewiesen, mit der Begründung, man wisse nicht, wer sie sei und man bräuchte Beweise, dass dieses Geld ihr gehöre.

Auf ihrem Totenbett habe sie sodann ihrem Sohn, Herrn Katz, ein handgeschriebenes Büchlein mit sämtlichen Kontonummern und den Beträgen auf diesen Konti übergeben, berichtet «Haaretz».

Mangels Informationen abgewiesen

Ähnlich hört sich die Geschichte des zweiten Klägers an, einem 79-Jährigen ehemaliger Flüchtling aus Ungarn. Dieser gibt an, seine Familie habe anno 1938 2,9 Millionen Dollar bei der UBS in Zürich angelegt. Kurz bevor seine Eltern von ungarischen Faschisten ermordet worden seien, habe seine Mutter ihm einen handgeschriebenen Brief mit sämtlichen Angaben zu den Konten um den Hals gehängt.

Der Kläger sei sodann 1955 nach Zürich gegangen, um die Gelder zurückzufordern. Auch er wurde aufgrund mangelnder Informationen zurückgewiesen. Die Bank habe seinen Fall zwar untersucht, habe aber keine Konten gefunden, schreibt «Haaretz» weiter. Nun will dieser zweite Kläger 130 Millionen Dollar von der Schweizer Grossbank erstattet bekommen.

Frühere Klagen erfolglos

Beide Kläger haben ihr Glück schon beim Fonds für Nachrichtenlose Vermögen versucht, der eigens zur Rückzahlung von Geldern an Holocaust-Überlebende eingerichtet wurde. Auch dort wurde aber ihren Forderungen aufgrund mangelnder Unterlagen nicht nachgekommen.

Sodann hat der zweite Kläger bereits drei Mal versucht über die USA eine Klage gegen die Banken zu erzwingen. Aber auch dort wurde sein Fall drei Mal abgewiesen. Dass die beiden nun mit ihrem gemeinsamen Vorstoss mehr Glück haben, ist daher eher zu bezweifeln.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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