Credit Suisse: Das 10-Punkte-Kapitalprogramm

Neue Wandelanleihen, Mitarbeiteraktien, Immobilienverkäufe, Verkauf einiger Bereiche: So will die Credit Suisse ihre Kapitalstruktur verbessern.

1. Austausch von Hybrid-Instrumenten

Bestehende Tier-1- Hybrid-Instrumente werden sofort in Tier-1-Buffer Capital Notes («CoCos» mit hohem Trigger) getauscht. Ursprünglich geplant war der Wechsel im Oktober 2013. 

2. Emission von nachrangigen Anleihen mit Wandlungspflicht (MACCS)

Die MACCS werden zu einem festgelegten Wandelpreis von 16.29 Franken pro Aktie im März 2013 in 233,5 Millionen Aktien gewandelt. Eine Tranche unterliegt einem Vorwegzeichnungsrecht für bestehende Aktionäre und wird von einer Reihe von strategischen Investoren fest übernommen. Eine weitere Tranche konnte bei strategischen Investoren fest platziert werden. Zu den neuen Partnern gehört laut Angaben von Brady Dougan auch der singapurische Staatsfonds Temasek sowie eine Reihe südostasiatischer Investoren.

3. Anrechnung bestehender Tier-1-Genussscheine

Die Gesellschaft Claudius (ein CS-eigenes Anlagevehikel auf Jersey) hält Tier-1-Genussscheine, die von der Credit Suisse AG, einer Tochtergesellschaft der Credit Suisse Group, emittiert sind. Claudius hat bisher zwei Dollar-Kapitalinstrumente begeben. Gemäss Finma können unter der Schweizer Too-big-to-fail-Regulierung die ausstehenden Tier-1-Genussscheine im Umfang von 3,0 Milliarden Dollar an das harte Kernkapital angerechnet werden zur Erfüllung jenes Teils der Schweizer Anforderung, der über die Basel-3-Anforderung an hartem Kernkapital von 8,5 Prozent hinausgeht. 

4. Verkauf der Beteiligung an Aberdeen Asset Management

Der Kapitalgewinn auf dem am 2. Juli 2012 vollzogenen Verkauf des per Ende des zweiten Quartals 2012 verbleibenden 7-Prozent-Anteils an Aberdeen Asset Management beläuft sich auf 0,2 Milliarden Franken

5. APPA-Austausch: Aktien für Mitarbeiter statt Barvergütung

APPA (Adjustable Performance Plan Awards) sind bestehende Baranwartschaften aus aufgeschobener Vergütung aus den Jahren 2009 und 2010. Unter diesem Plan sind der zugeteilte Wert abhängig vom Vorsteuergewinn der Geschäftsdivision des Mitarbeiters und von der Eigenkapitalrendite der Bank über mehrere Jahre nach Zuteilung. Die Credit Suisse macht ihren Mitarbeitenden nun das Angebot, künftige APPA-Zahlungen statt in bar in Aktien zu beziehen, und zwar zum Aktienpreis, der auch bei der Wandlung der MACCS zur Anwendung kommt. Der positive Kapitaleffekt aus diesem Austausch würde sofort wirksam. 

6. Strategische Devestitionen

Um das Alternatives-Geschäft im Asset Management beschleunigt auf liquide Anlagen auszurichten, und angesichts einiger verbleibender Unsicherheiten bezüglich der Umsetzung der Volcker-Regeln in USA, hat die Credit Suisse die Absicht, gewisse illiquide Private-Equity-Geschäftsbereiche zu verkaufen. Dabei handelt es sich um Aktivitäten, die mit den anderen Geschäftsbereichen der Bank nur geringe Synergien aufweisen. 

7. Verkauf von Immobilien

Die Credit Suisse steht in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Verkauf zweier grösserer Immobilien und einer Anzahl kleinerer Gebäude. Ausserdem steht eine Sale-and-Lease-Back-Transaktion bezüglich eines Bürogebäudes an, das die Credit Suisse besitzt und selber nutzt.

8. Änderungen im Aktienkapital

In den Kapitalsimulationen verwendet die Credit Suisse bei den zu erwartenden Gewinnrückbehalten einen Reingewinn für 2012 gemäss dem Bloomberg Consensus abzüglich des im ersten Halbjahr 2012 effektiv erzielten Reingewinns. Die daraus resultierende Gewinnschätzung für das zweite Halbjahr 2012 wurde nun adjustiert um die Kosten für die neu angekündigten zusätzlichen Massnahmen zur Kostenreduktion und Transaktionsgebühren für die Kapitalmassnahmen. Ebenfalls berücksichtigt wurde der erwartete Kapitalgewinn aus dem Rückkaufangebot für gewisse Kapitalinstrumente und Obligationen.

9. Regulatorische Abzüge

Latente Steuerguthaben, bedeutende Engagements in Finanzinstituten und Hypothekenbedienungsrechte müssen vom harten Kernkapital teilweise abgezogen werden. Hier aber erwachsen nun tiefere regulatorische Abzüge, weil die anderen Kapitalmassnahmen – siehe oben – das verfügbare harte Kernkapital erheblich erhöhen.

10. Angebot zum Rückkauf bestimmter ausstehender Kapitalinstrumente und Obligationen

Zusätzlich zu den neu angekündigten Massnahmen hat die Credit Suisse ein Angebot zum Rückkauf bestimmter im Streubesitz befindlicher Kapitalinstrumente und Obligationen angekündigt. Das Angebot umfasst 11 Instrumente in Dollar, Euro und Pfund sowie 5 Obligationen in Dollar. 

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NEWS GANZ KURZ

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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