Ex-Clariden-Leu-Chef will es nochmals wissen

F. Bernard Stalder, Sound Capital

François Bernard Stalder

Bernard Stalder, der frühere CEO der Clariden und späteren Clariden Leu Bank, wird Verwaltungsratspräsident eines aufstrebenden Schweizer Finanzinstituts.

F. Bernard Stalder übernimmt Anfang 2016 das Präsidium des unabhängigen Vermögensverwalters Sound Capital (ehemals Metropol Partners), wie am Donnerstag zu erfahren war. Er löst dabei den 73-jährigen Guy Wais ab, der Ende dieses Jahres in den Ruhestand tritt.

Mit der Nomination Stalders ist dem in Zürich ansässigen Unternehmen ein echter Überraschungscoup gelungen, denn der designierte Präsident geniesst in der Schweizer Finanzbranche ein hohes Ansehen.

Bank der CS-Top-Manager

Nach Stationen bei der UBS und der amerikanischen Citibank machte sich der heute 65-jährige Stalder ab 1991 einen Namen bei der zur Credit Suisse (CS) gehörenden Clariden Bank, wo er zuletzt CEO war. Welches Renommee dieses Institut genoss, zeigt sich unter anderem darin, dass es früher in Branchenkreisen hiess, die Top-Manager der CS hätten ihre Vermögen bei dieser Bank deponiert.

Als die CS ihre Privatbanken-Töchter zur Clariden Leu Bank fusionierte, übernahm der gebürtige Walliser zunächst den CEO Posten, schied aber relativ bald – nämlich schon im November 2007 – wieder aus, bevor er im April 2009, wiederum überraschend, das Präsidium der Walliser Kantonalbank übernahm. Allerdings fühlte sich Stalder, trotz seiner Herkunft, in dieser Funktion nie heimisch und übernahm 2011 stattdessen das Verwaltungsratspräsidium der Genfer Banque Heritage, das er heute noch inne hat.

Eine Alternative zu den Grossbanken

Sound Capital zählt mit 42 Mitarbeitern, darunter 17 Partner, und mehr als 4 Milliarden Franken an verwalteten Kundenvermögen zu den grössten unabhängigen Schweizer Vermögensverwaltern. Spiritus rector ist Anthony Cagiati selber ein langjähriger Private Banker der Bank Leu und Clariden Leu, der das Unternehmen 2012 mit anderen ehemaligen Arbeitskollegen gründete. Vorsitzender der Geschäftsleitung ist seit Mitte dieses Jahres René Bühler, wie auch finews.ch meldete.

Unter der Ägide von Stalder soll sich Sound Capital an der laufenden Konsolidierung im Swiss Private Banking aktiv beteiligen, wie Cagiati gegenüber finews.ch erklärte. Dabei wolle man sich vor allem für erfahrene Kundenberater als Alternative zu einer Anstellung bei den Grossbanken empfehlen. Geographisch sieht das Institut einen weiteren Ausbau in den Schwellenländer-Märkten vor, namentlich in Osteuropa, im Nahen Osten sowie in Afrika.

Aktiv Einfluss nehmen

Interessenskonflikte mit der Banque Heritage sieht Stalder auf Grund seiner baldigen Doppelfunktion keine. Das internationale Vermögensverwaltungsgeschäft sei so gross und die beiden Institute seien in so unterschiedlichen Märkten tätig, dass sie sich kaum in die Quere kommen dürften, sagte er.

Bei Sound Capital will Stalder mit seinem Mandat «aktiv Einfluss nehmen», unter anderem beim Portfolio-Management, das im Sinne der Kundennachfrage substanziell ausgebaut werden soll. Cagiati seinerseits betont, dass man in den vergangenen Jahren des Wandels in der Branche vor allem die strategischen, organisatorischen und regulatorischen Strukturen innerhalb des Unternehmens angepasst habe. «Mit Bernard Stalder können wir Sound Capital nun erfolgreich weiterentwickeln und unsere Position als einer der führenden unabhängigen Asset Manager stärken», sagt er.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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