Den Märkten droht der ewige Februar 2016

BIZ in Basel

BIZ in Basel

Kaum fangen sich die Börsenkurse, spüren die Optimisten unter den Vermögensverwaltern Rückenwind. «Vier Gründe, weshalb der jüngste Ausverkauf an den Märkten übertrieben ist», liess sich am Dienstag etwa Larry Hatheway vernehmen, der Chefökonom des Schweizer Asset Managers GAM.

Die Lage, findet der Experte stellvertretend für viele seiner Zunft, ist positiver, als sie scheint.

Für diesen Befund hätte Luiz Awazu Pereira da Silva, Ökonom und stellvertretender General Manager bei der mächtigen Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel, wohl nur ein Stirnrunzeln übrig. In einem von der «Bank der Notenbanken» Anfang Februar publizierten Papier kommt er nämlich zum Schluss, dass sich die Marktturbulenzen der letzten Woche noch lange fortsetzen könnten.

Gefangen im Mittelmass

Denn laut Pereira da Silva sind Weltwirtschaft und Börse in einer Phase der «Mittelmässigkeit» gefangen. Eine Blase löse darin die Nächste ab, und der «Glaube an die Zukunft» sei den Märkten grundsätzlich abhanden gekommen. Dies schlicht aus dem Grund, sagt der BIZ-Ökonom, weil niemand mehr erkenne, wie ein vernünftiges Wachstum in der Nach-Krisen-Zeit aussehen könnte.

Damit bleibe die Weltwirtschaft in einer Abwärtsspirale gefangen, wo neuerliche Lockerungen seitens der Notenbanken nur das Mittelmass zementieren und der Pessimismus langsam auf das Verhalten der Wirtschaftsteilnehmer übergreife.

«Naiv-optimistische Beschwörungen sind da fehl am Platz», urteilt der brasilianische Ökonom. Und einfache Lösungen gebe es schon gar nicht.

Geisel von Gerüchten

Doch zumindest brauche es einen Plan, der das Vertrauen ins Wachstum wieder zurückbringe. Der müsse jedoch tief in den Strukturen ansetzten: Vorab in der Realwirtschaft, aber auch bei den Ungleichgewichten zwischen Arm und Reich sowie Alt und Jung. Dazu brauche es mehr als das Eingreifen der Notenbanken, es brauche das Zusammenspiel von Politik und Behörden weltweit. Und nicht zuletzt jenes der Banken.

Denn der Finanzsektor seit zwar mit Massen von Notenbank-Geld stimuliert worden. Die Liquidität sei jedoch kaum bei den Unternehmen angekommen. Anderseits wüssten die Investoren schlicht nicht, welche Erträge sie auf ihrem Geld langfristig erwarten dürfen. Mit der Folge, das sie zu «Geiseln» von Gerüchten werden, und Höhen und Tiefen an den Börsen einander jagen, so der BIZ-Mann.

Den Banken vertrauen?

Auch hier, liesse sich anfügen, könnten die Banken als Ratgeber wohl eine wegweisende Rolle spielen. Und schliesslich könnte es nicht Schaden, wenn das Vertrauen in die Banken selber wieder hergestellt wäre. Das betont etwa der Schweizer Finanzexperte Beat Wittmann gegenüber finews.ch.

Das sind hehre Ziele. Doch dass ein Plan her muss, um dem «Mittelmass» zu entkommen, erscheint offensichtlich. Denn dass das Geschehen der letzten Börsenwochen zum Dauerzustand zu wird, das möchte niemand.

Pereira da Silva stellt die Frage: «Sind denn die Finanzmärkte unser einziges Instrument, um das Wachstum anzukurbeln – und damit Preise der jeweils nächsten Anlageklasse in die Höhe zu treiben?»

 

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Das ist Europas Bankerin des Jahres
  • Tüfteln an der Zauberformel für die künftige Geldanlage
  • Goldman Sachs entdeckt die Freundlichkeit
  • Sorry, we speak only «Deutsch»
  • Kapitulation der Währungshüter
  • Wie die reichsten Männer der Welt ihr erstes Geld verdienten
  • So viele Milliarden könnten die Banken mit der Blockchain sparen
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram

Zürcher Bankenverband

Führende Vertreter der Schweizer Finanzbranche zum Thema Regulierung.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

SELECTION

«Trag nie Hermes-Krawatten. Niemals.»

So umkurvt man Fettnäpfchen

Eine Tipp-Liste für Jungbanker.

Selection

Selection

Auf diese zehn Leute sollten Sie 2016 achten

Das sind die Vertreter des Schweizer Finanzplatzes, die in diesem Jahr für Furore sorgen werden.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Der Schweizer Lebensversicherer hat das Franz-Carl-Weber-Haus an der Bahnhofstrasse 62 in Zürich gekauft. Die Immobilie gehörte zuvor dem ehemaligen Denner-Eigentümer Philippe Gaydoul. Der Preis beläuft sich Schätzungen zufolge auf 230 Millionen Franken.

Raiffeisen

Die Zertifizierung der Energieeffizienz von Gebäuden erfährt in der Schweiz laut Raiffeisen breite Unterstützung. Die genossenschaftlich organisierte Bank und grösste Hypothekengeberin der Schweiz trägt dem Rechnung und bietet neu eine energetische Immobilienbewertung in der Hypothekenberatung an.

Profidata

Profidata, der Softwaredienstleister für Finanzunternehmen, hat in Deutschland die Abraxas übernommen. Abraxas ist spezialsiert auf die Konsolidierung und Qualitätssicherung von Finanzmarktdaten, Marktgerechtigkeitsprüfungen und Fair-Value-Berechnungen.

SigFig

Der amerikanische Robo-Advisor, an dem sich kürzlich auch die UBS beteiligte, hat eine weitere Finanzierungs-Runde erfolgreich hinter sich gebracht. Von diversen Investoren, darunter die Schweizer Grossbank und die spanische Banco Santander, löste SigFig rund 40 Millionen Dollar.

State Street

Der US-Asset-Manager State Street ist in Genf zum offiziellen Research Partner des International Forum of Sovereign Wealth Funds gewählt worden. Eines der ersten Forschungsprojekte sind langfristige Anlagestrategien.

Unicredit

Unicredit steigt in den Schweizer ETF-Markt ein. Die italienische Bank emittiert zwei ETFs an SIX Swiss Exchange und übernimmt für diese auch das Market Making. Damit wächst die Zahl der ETF-Anbieter an SIX Swiss Exchange erstmals auf 22 und die Produktauswahl steigt auf einen neuen Höchststand von 1‘240 Produkten.

Swisscard

Die Kreditkarten-Tochter der Grossbank Credit Suisse emittiert weitere so genannte Asset Backed Securities (ABS) zur eigenen Refinanzierung. Die neue Transaktion im Umfang von 200 Millionen Franken besteht aus drei Tranchen mit einer Laufzeit von drei Jahren, die an der SIX kotiert werden.

Credit Suisse

Die mächtige Rating-Agentur Fitch zieht der Schweizer Grossbank Punkte ab. Das Langzeit-Bonitäts-Rating senkt die Agentur dazu um eine Stufe auf A- von bislang A gesenkt. Der Ausblick wird auf «stabil» von «positiv» revidiert. Die Rating-Abstufungen begründet Fitch mit der Anfälligkeit des Geschäftsmodells der Bank gegenüber den gestiegenen Herausforderungen an den Kapitalmärkten.

weitere News