Der Finanzplatz Zürich wächst - noch

Die Agglomeration Zürich ist die Gewinnerin des Wandels in der Finanzbranche. Neue Arbeitsplätze schaffen die spezialisierten Dienstleister.

Der Finanzplatz Zürich ist der wichtigste und der grösste in der Schweiz. Was das heisst, wollte der Verband Zürcherischer Kreditinstitute, der Platzverband der Banken und Versicherungen genau wissen. «Gerade in Zeiten, wo schiefes Licht auf die Finanzdienstleistungsbranche fällt und die öffentliche Sympathie nicht uneingeschränkt auf ihrer Seite steht» war es dem Platzverband wichtig, Argumente für die öffentliche Debatte zu sammeln. Das Swiss Banking Institute der Universität Zürich publizierte dazu eine Studie.

Der Finanzplatz Zürich ist nicht mehr nur Zürcher Bahnhofstrasse. Er hat sich bis in die Kantone Zug und Schwyz ausgeweitet. Auf diese drei Kantone entfallen knapp 40 Prozent aller Arbeitsplätze dieser Branchen in der Schweiz.

Profiteur der Konsolidierung

In den Jahren 1995 bis 2005 ist der Finanzplatz Zürich mit einem Zuwachs der Arbeitsplätze im Finanzbereich von total 18 Prozent der grosse Gewinner innerhalb der Schweiz. Der Zuwachs erfolgte vor allem bei den spezialisierten Finanzdienstleistern sowie bei den Versicherungen, bei denen die Agglomeration Zürich stark von der Konsolidierung der Branche profitierte. In der Region Genf und Waadt dagegen verzeichnete die Bankbranche einen leichten, der Versicherungssektor gar einen starken Rückgang.

In der ganzen Schweiz erhöhte sich in dieser Periode die Zahl der Arbeitsplätze im Finanzbereich um 5 Prozent, wobei der starke Zuwachs (fast 50 Prozent) bei den spezialisierten Finanzdienstleistern die Abnahmen in den regulierten Sektoren Banken und auch Versicherungen mehr als kompensierten.

Steuern machen's deutlich

Die Bedeutung des Finanzplatzes für die öffentlichen Finanzen machen die Steuereinnahmen klar: In der Stadt Zürich erbrachten die juristischen Personen im Jahr 2005 39 Prozent des gesamten Steuerertrags, d.h. insgesamt 620 Millionen Franken. Davon entfielen allein rund 80 Prozent auf die 115 grössten Unternehmen des Kredit- und Assekuranzgewerbes.

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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