Axel Weber: «Ein Schiff im Sturm mit 17 Kapitänen»

Axel_Weber_75_75x92UBS-Präsident Axel Weber warnt die Investoren: Wunder sollen sie von der Eurozone sicher nicht erwarten. Zu den Euro-Pessimisten zählt er dennoch nicht.

«Lassen Sie sich nicht hypnotisieren von allem, was hier gerade passiert», forderte Axel Weber (Bild) seine Zuhörer auf. Bei einer Investorenkonferenz, die die russische Investmentbank VBT Capital organisiert hatte, erklärte er, was die Eurozone in der Krise in seinen Augen ist: «Ein Schiff in einem Sturm mit 17 Kapitänen.» Schnelle Reparaturen seien da nicht möglich, so Weber gemäss dem Wirtschaftsmagazin «Forbes».

Aber Grund zur Panik gebe es dennoch nicht. Weber ist überzeugt, dass der Euro bestehen bleibt, auch wenn die jetzige Krise in der ganzen Welt zu spüren sein werde. Sich komplett vom Euro abzukapseln, sei so gut wie unmöglich. «Die Probleme sind lösbar», so der UBS-Verwaltungspräsident. Immerhin rede man von der reichsten Region der Welt. «Wenn die ihre Probleme nicht in den Griff bekommen kann, weiss ich nicht, wer.»

Nicht unlösbar

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Doch schnell wird das nicht geschehen. Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) es nicht schaffe, nachhaltig zu handeln, werde die Krise weiter schwelen. Viele erhoffen sich vom Handeln der EZB eine Stabilisierung der Eurozone. Doch Weber sieht das Risiko von kurzfristigen Rallies und langfristiger Unsicherheit, berichtet die Wirtschaftsnachrichtenagentur «Bloomberg».

Um langfristige Erholung zu garantieren, müsse man also das Bankensystem reparieren. Unmöglich sei das nicht. In Mexiko etwa hätten die Banken nach der grossen Krise «einige Wachstumsschmerzen» erlitten. Doch schliesslich gehe es ihnen inzwischen wieder akzeptabel. In den neunziger Jahren war das mexikanische Finanzsystem durch eine plötzlich Abwertung des Peso in eine Krise gerutscht. Langsam aber sicher erholte der Sektor sich aber wieder.

Mini-Wachstum in Europa

Langsam dürfte es auch in Europa gehen. Die UBS prognostiziert der Eurozone ein Mini-Wachstum von nicht mehr als einem Prozent in den nächsten drei Jahren. Um das wieder anzufeuern brauche es mutige politische Entscheidungen und Reformen. Vor allem, was die Ausgaben der Regierungen angeht. Diese müssten deutlich reduziert werden –und das sei in Europa noch nicht besonders populär.

 

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NEWS GANZ KURZ

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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