Studie: KI und radikale Vereinfachung könnte CIB transformieren
Banken stehen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) vor einem radikalen Umbau. Zugleich dürfte sich damit der Wettbewerbsdruck verstärken.
Eine aktuelle Analyse des Beratungsunternehmens McKinsey zeigt: Trotz zuletzt steigender Einnahmen steht das Geschäft von Corporate- und Investmentbanken vor tiefgreifenden Veränderungen. Steigende Marktvolatilität, neue Wettbewerber ausserhalb des Bankensektors sowie geopolitische Unsicherheiten setzen die Branche zunehmend unter Druck. Ohne grundlegende Reformen dürften die aktuell starken Ergebnisse vieler Institute kaum langfristig zu halten sein.
Im Zentrum der Entwicklung steht der massive Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Viele Banken treiben die Einführung neuer Technologien mit Hochdruck voran, um Prozesse effizienter zu gestalten und Kosten zu senken. Besonders sogenannte «agentische» KI gilt als vielversprechend: Sie kann komplexe Arbeitsabläufe eigenständig steuern, Entscheidungen treffen und Aufgaben automatisiert ausführen. Laut Studien könnten dadurch die operativen Kosten um mehr als 20 Prozent sinken, heisst es weiter.
KI-Systeme auf dem Vormarsch
Bereits heute würden erste Grossbanken KI-Systeme einsetzen, etwa zur schnelleren Erstellung von Analysen, zur Unterstützung im Kundenkontakt oder zur Automatisierung interner Abläufe. Künftig könnten KI-Agenten sogar komplette Prozesse übernehmen – von der Kreditprüfung über Handelsabwicklungen bis hin zur Bekämpfung von Finanzkriminalität oder Geldwäscherei.
Den Experten zufolge würden neben den technologischen Innovationen jedoch klassische Effizienzmassnahmen entscheidend bleiben. Dazu zählen unter anderem die gezielte persönliche Betreuung von Kunden je nach Wertigkeit, die Verlagerung von Arbeitsplätzen in kostengünstigere Regionen sowie ein striktes Kostenmanagement. Auch veraltete Prozesse und Strukturen müssten konsequent hinterfragt und vereinfacht werden.
Umstellung auf neue Betriebsmodelle
Ein weiterer Trend ist die Umstellung auf neue Betriebsmodelle: Banken organisieren sich zunehmend entlang von Produkten und Plattformen anstatt klassischer Abteilungsstrukturen. Ziel dabei sei eine schnellere Entwicklung neuer Angebote und eine engere Verzahnung von Geschäft und Technologie.
Die Vorteile solcher Transformationen sind vielfältig: schnellere Anpassung an Kundenbedürfnisse, bessere Kontrolle der Risiken und eine effizientere Nutzung von IT-Budgets. Der Studie zufolge haben einige Institute konnten ihre Projektlaufzeiten bereits deutlich verkürzen können.
Auf Vereinfachung, Technologie und Effizienz setzen
Allerdings bleibe der Wandel anspruchsvoll. Komplexe Altsysteme, regulatorische Anforderungen und die Abhängigkeit von hochqualifizierten Fachkräften würde die Transformation vieler Banken bremsen. Die Experten empfehlen daher einen ganzheitlichen Ansatz: Prozesse systematisch analysieren, schnelle Erfolge erzielen und alle Beteiligten frühzeitig in den Wandel einbinden.
Nur Banken, die konsequent auf Vereinfachung, Technologie und Effizienz setzen, können sich langfristig im verschärften Wettbewerb behaupten, lautet die Schlussfolgerung der Autoren. Der Handlungsdruck ist hoch – und die Zeit zu reagieren sei jetzt.














