Preisüberwacher kritisiert hohe Gebühren für Transfers und Kontoschliessung
Die Gebühren bei Transfers und Kontoschliessung seien verhältnismässig hoch, wiesen keinen offensichtlichen Zusammenhang mit den tatsächlichen Kosten auf und behinderten die Mobilität der Kundschaft erheblich, schreibt Preisüberwacher Stefan Meierhans in dem Bericht.
In der dritten Marktbeobachtung seit 2015 und 2022 wurden die Gebühren für die Eröffnung, Führung und Schliessung eines Kontos sowie die Wertpapiertransfergebühren bei 31 Schweizer Banken für die folgenden fünf Kontoarten untersucht: Lohnkonto, Sparkonto, Wertpapierdepotkonto, Freizügigkeitskonto und 3a-Konto. Die Erhebung wurde im dritten Quartal 2025 durchgeführt.
Insgesamt würden die Banken in der Regel keine Gebühren für die Eröffnung der fünf untersuchten Kontoarten erheben. Die Situation bei den Kontoführungsgebühren ist für mehrere Kontoarten stabil geblieben: Nahezu alle Banken der Stichprobe erheben keine Kontoführungsgebühren für Spar- und 3a-Konten, heisst es weiter.
Bei Freizügigkeitskonten verlangten 2022 11 der 31 Institute der Stichprobe eine jährliche Gebühr. 2025 habe keine der Banken mehr eine Gebühr verlangt. Bei den Lohnkonten lasse sich eine Trendwende feststellen: Während zwischen 2015 und 2022 die Kontoführungsgebühren stiegen, gingen sie zwischen 2022 und 2025 tendenziell zurück. Mehrere Banken haben ihre Gebühren gesenkt, und 7 Institute haben sie ganz abgeschafft.
Depotgebühren weitgehend stabil
Bei den Wertpapierdepots habe sich die Situation seit 2022 weitgehend stabilisiert, die meisten Institute haben ihre Grundgebühr nicht mehr geändert. Zwischen 2015 und 2022 sei hier ein Trend zu höheren Gebühren zu beobachten gewesen.
Bei den Kontoschliessungsgebühren wird ein Trend zu tieferen Gebühren oder sogar zur vollständigen Abschaffung beobachtet. «Die meisten Banken haben ihre diesbezügliche Gebührenpolitik schrittweise gelockert, insbesondere für Lohn- und Sparkonten sowie für Wertpapierdepots», heisst es weiter. Kontoschliessungsgebühren werden nach wie vor hauptsächlich für Vorsorgekonten (Freizügigkeit und 3a) sowie für die vollständige Beendigung einer Bankbeziehung erhoben. Hier würden die Beträge von einer Bank zur anderen erheblich variieren.
Bandbreite der Gebühren beim Wertpapiertransfer enger
Zudem stelle man fest, dass die Gebühren für den Wertpapiertransfer sich einander immer stärker annähern. Für 2025 werden Transferkosten pro Schweizer Titel bei den verschiedenen betrachteten Banken von 60 bis 120 Franken erhoben. 2022 lag die Bandbreite bei 40 bis 150 Franken und 2015 bei 50 bis 200 Franken.
Seit 2022 haben knapp zwei Drittel der Stichproben-Banken (20 Institute) ihre Transfergebühren unverändert belassen, während 6 sie gesenkt und 5 sie erhöht haben.
«Die Analyse der Bankgebühren im Jahr 2025 zeigt, dass nach wie vor gewisse Probleme bestehen, obwohl der Wettbewerb im Grossen und Ganzen funktioniert und der Zugang zu den grundlegenden Informationen gewährleistet ist», lautet das Fazit des Preisüberwachers. «Zwar hat sich der Wettbewerb im Segment der Basisdienstleistungen in den letzten Jahren verschärft, insbesondere durch die Neo-Banken, dennoch schränken gewisse Gebühren die Mobilität der Kundinnen und Kunden in der Praxis immer noch ein und schwächen so die Wettbewerbsmechanismen.»
Asymmetrische Gebührenentwicklung
Zudem habe sich bestätigt, dass die Banken ihre Gebührenpolitik weitgehend an die Schwankungen des Leitzinses der Schweizerischen Nationalbank (SNB) angepasst haben. In Zeiten sinkender Zinsmargen erhöhten die Banken ihre Gebühren. Bemängelt wird, dass dies bei erneut besseren Marktbedingungen jedoch nur teilweise durch entsprechende Senkungen wieder ausgeglichen wird.
«Diese asymmetrische Gebührenentwicklung ist bei den Wertpapierdepots besonders augenfällig und verstärkt den Eindruck, dass gewisse Gebühren mittlerweile zu strukturellen Ertragsquellen geworden sind, unabhängig davon, ob sie wirtschaftlich gerechtfertigt sind oder nicht.»
Der Preisüberwacher fordert die Banken erneut auf, die Gebühren für die Kontoschliessung abzuschaffen und die Wertpapiertransfergebühren zu senken. Letztere sollten höchstens so hoch angesetzt werden, dass sie einzig die durch diese Art von Transaktion entstehenden Kosten decken. Diese würden indessen lediglich einen minimen Bruchteil der höchsten aktuell erhobenen Gebühren ausmachen.














