Wachstumstreiber Middle East: Rolls-Royce baut Kapazitäten aus
Für Rolls-Royce blieben im vergangenen Jahr der Nahe Osten und Afrika führend beim Bespoke-Wert pro Fahrzeug. «Die Nachfrage nach hochkomplexen, individuell gestalteten Aufträgen blieb aussergewöhnlich stark und bestätigte den massgeblichen Einfluss der Region auf die kreative Ausrichtung der Marke», teilte der Automobilbauer in einer Medienerklärung mit.
Meilensteine im Mittleren Osten
Die rege Nachfrage unter Scheichs, VIPs und Sammlern bestätigte sich auch darin, dass Rolls-Royce das dreijährige Bestehen des Private Office Dubai feierte – des ersten Private Office ausserhalb von Goodwood im Süden Englands. Seit der Eröffnung wurden dort mehr als 100 hochkomplexe Bespoke-Kommissionen realisiert. Der Premiumhersteller gibt an, dass Kunden aus der gesamten Golfregion, dem Nahen Osten und Afrika nach Dubai reisen, um dieses Angebot zu nutzen. Chris Brownridge, Chief Executive, Rolls-Royce Motor Cars, sagt: «2025 erreichte Rolls-Royce Bespoke neue kreative und technische Höhen und ging weit über traditionelle Grenzen hinaus.»
Weltweit wurden 2025 exakt 5'664 Fahrzeuge, einschliesslich Nahost und Afrika, für Kunden geschaffen. Im Juli 2025 sorgte der Auslandsinder und Milliardär Satish Sanpal, Gründer des Immobilienentwicklers ANAX in Dubai, für Schlagzeilen, als er seiner Tochter zu ihrem ersten Geburtstag einen rosafarbenen Rolls-Royce Phantom schenkte. Kaufpreis: über 600'000 US-Dollar.
Produktions-Booster
Um der steigenden Nachfrage nach Rolls-Royce-Limousinen in den Ölstaaten am Golf Herr zu werden, erweitert die BMW-Tochtergesellschaft ihren heimischen Produktionsstandort um über 300 Millionen Pfund Sterling (322 Millionen Franken).
Ebenso wird das Händlernetz im Mittleren Osten erweitert, unter anderem in Saudi-Arabien, Irak und Ägypten. Saudi-Arabien erhielt einen neuen Standort in Dschidda; im Irak wurde die erste Rolls-Royce-Präsenz in der kurdischen Region Erbil etabliert; am Nil ist die Edelmarke 2026 mit einem neuen Autohaus und drei Showrooms in Kairo präsent.
Er macht auch vor der Night-Skyline der Wolkenkratzersiedlung Dubai Marina eine eindrucksvolle Figur: der Rolls-Royce Black Badge Spectre. (Bild: SkyDive Dubai)
Vor-Ort-Strategie schlägt Online
Die Nähe zum Kunden wird laut Rolls-Royce immer wichtiger, denn Fahrzeuge wollen gesichtet, bestaunt und probegefahren werden – da hilft es auch wenig, dass Onlinekonferenzen und Besichtigungen im Metaverse über die 3D-Brille salonfähig geworden sind.
CEO Brownridge: «Jedes Automobil ist ein einzigartiger Ausdruck der Vision seines Besitzers. Zusammen spiegeln sie den Geist von Innovation, Handwerkskunst und kultureller Souveränität wider, der Rolls-Royce heute definiert.» Zu den Neuheiten im Innenraum der Vehikel zählen laut Brownridge selbsttragende Fadenstrukturen für 3D-Stickereien, speziell entwickelte 3D-Tinten-Layering-Techniken sowie komplexe 3D-Marqueterie Neue Materialien wie 24-karätiges Goldblatt, polierter Beton und ein patentiertes Duftkonzept für den Innenraum erweiterten das Repertoire der Marke zusätzlich.
Die Chinesen kommen
Der englische Traditionsautobauer hat allen Grund, seine Marke im Orient ins rechte Licht zu setzen und zu expandieren. Denn Rolls-Royce Motor Cars hat die Konkurrenz aus Fernost auf den Fersen. Bereits 2021 registrierte die Superluxusmarke Hongqi aus China steigendes Interesse in Saudi-Arabien und eröffnete dort einen Showroom. 2023 expandierte der offizielle saudische Vertriebskanal Altawkilat für Hongqi (Mandarin für «Rote Fahne») nach Abu Dhabi. Die Luxusversion Honqi Guoli aus Changchun in der nördlichen Provinz Jilin ist das offizielle Fahrzeug des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping.














