Der Eigentümer von Vega Sicilia im Casa Aurelio

Der Weinindustrie weht derzeit ein rauerer Wind entgegen. In der Schweiz ist der Weinkonsum 2024 gegenüber dem Vorjahr um knapp 8 Prozent zurückgegangen. Insgesamt wurden noch rund 218,4 Millionen Liter Stillwein konsumiert, inklusive Schaumwein liegt der Gesamtmarkt bei etwas mehr als 250 Millionen Litern.

Besonders stark unter Druck standen Schweizer Weine: Ihr Konsum fiel 2024 auf 77,4 Millionen Liter, was einem Rückgang von 16 Prozent entspricht. Der Marktanteil von Schweizer Wein sank damit von 38,9 auf 35,5 Prozent. Auch der Schaumweinkonsum gab nach und lag 2024 bei 22,8 Millionen Litern. Dies entspricht einem Minus von 2,5 Prozent.

Weinmarken des Vertrauens

Diese Zahlen zeigen, dass der Weinmarkt insgesamt selektiver geworden ist. Konsumentinnen und Konsumenten kaufen bewusster. Umso wichtiger werden Marken, die über Jahre Vertrauen aufgebaut haben, Kontinuität ausstrahlen und ihre Identität nicht bei jedem Gegenwind neu erfinden.

Genau an diesem Punkt setzte kürzlich ein Abend in Zürich an. Im Casa Aurelio lud Sebastian Seubert von Mövenpick Weine zu einem Dinner mit Weinen von Tempos Vega Sicilia. Zu dem spanischen Top-Konglomerat gehören neben den Bodegas Vega Sicilia auch weitere klingende Namen: Tokaj-Oremus, Alión, Macán und Pintia.


Menschen und Orte: Vega-Sicilia-Eigentümer Álvarez mit Casa-Aurelio-Gastgeber Arif Gjukaj. (Bild: Peter Jauch für finews)

Abend im Casa Aurelio

Dass dabei mit Pablo Álvarez Mezquíriz, Eigentümer und CEO von Vega Sicilia, auch die zentrale Figur des Hauses vor Ort war, verlieh dem Abend zusätzliche Tiefe.

Noch wichtiger war jedoch der Kontext: Das Casa Aurelio ist der einzige Schweizer Brand Ambassador von Vega Sicilia. Das heisst, dass hier nicht bloss einzelne Referenzen auf der Karte stehen, sondern das Haus in seiner ganzen Breite erlebbar wird. Gerade in einer Phase, in der die Branche stärker auf Stabilität als auf Lautstärke angewiesen ist, wirkt ein solcher Ort relevant.

Über Generationen aufgebaut

Im persönlichen Austausch mit Pablo Álvarez Mezquíriz wurde spürbar, dass hinter Vega Sicilia nicht einfach ein berühmtes Weingut steht, sondern eine über Generationen aufgebaute Marke. Er und seine Vorfahren haben zusammen mit ihrem Team eine Marke geformt, die auch in einer schwierigeren Zeit stabil unterwegs ist.

Das ist in der heutigen Weinwelt keine Selbstverständlichkeit. Schliesslich greift der Kunde nicht nur zu günstigerem Wein, was Vega Sicilia eindrucksvoll beweist.

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Tokaji, begleitet von Loup de Mer in Safranzitrussauce mit türkischem Champagnerreis und Spargel. (Bild: Peter Jauch für finews)

Stimmige Pairings

Mit Arif Gjukaj als VR des Casa Aurelio und Gastgeber hatte der Abend in Zürich zugleich einen glaubwürdigen lokalen Rahmen. Das Casa Aurelio spielte diese Rolle nicht überinszeniert, sondern souverän. Die gemeinsame Tafel wirkte heimelig, das Ambiente warm, aufmerksam und entspannt.

Auch kulinarisch passte das Bild. Die Küche war wie immer auf den Punkt und blieb ihrer Linie treu: die typische Küche des Casa Aurelio, klar, stimmig und ohne unnötigen Schnickschnack. Die Pairings waren gut und natürlich. Es wurde klar, dass die Gerichte mit den Weinen arbeiten, nicht gegen sie.

Querschnitt durchs Universum

Die Weinauswahl zeigte zudem, weshalb Vega Sicilia als Marke mehr ist als ein einziger grosser Name. Zum Auftakt wurde 2021 Tokaji Furmint Dry Mandolás serviert. Danach folgten zu Blätterteigstangen mit Crevetten 2021 Macán Clásico Rioja DOCa und 2020 Macán Rioja DOCa.

Zu Ravioli mit Butter und Salbei kamen 2020 Alión und 2021 Alión ins Glas. Loup de Mer in Safranzitrussauce mit türkischem Champagnerreis und Spargel wurde von 2021 Tokaji Furmint Dry Petrács, 2020 Tokaji Furmint Dry Petrács und 2018 Tokaji Furmint Dry Petrács begleitet. Beim Rindsfilet am Stück gebraten mit Wintertrüffel, pommes croquettes und Brokkoli mit Pinienkernen stand 2015 Único im Zentrum. Den Schlusspunkt setzten Käseteller und Feigen Tarte mit 2017 Tokaji Aszú 5 Puttonyos.

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Grosser Name, glaubwürdig übersetzt. (Bild: Peter Jauch für finews)

Stimmige Symbiose

Gerade diese Abfolge machte den Abend interessant. Vega Sicilia wurde nicht auf seinen Status einer Ikone reduziert, sondern als Universum gezeigt. Das ist aus Markensicht klug und aus Sicht der Gäste überzeugend. Denn in einem angespannten Markt gewinnt nicht nur der, der einen grossen Namen hat. Gewinnen wird, wer diesen Namen glaubwürdig übersetzen kann.

Das Casa Aurelio war an diesem Abend genau ein solcher Ort. Der perfekte Gastgeber, bei dem die Weine von Vega Sicilia in Zürich tatsächlich verstanden und getrunken werden können. Vielleicht liegt gerade darin eine Antwort auf die aktuelle Marktlage: In schwierigeren Zeiten zählen nicht nur Produkt und Prestige, sondern Orte, Menschen und Formate, die beidem Substanz verleihen.