Wie weiter mit BSI: Börsengang? Zerstückelung?

Der Verkauf der Tessiner Bank entwickelt sich zum Trauerspiel. Offenbar sucht  das Mutterhaus Generali nun kreative Alternativen.

Es dürfte Generali-CEO Mario Greco mittlerweile ärgern, dass er seine Verkaufsabsichten für die BSI so früh bekanntgab: Die Loslösung der Tessiner Privatbank entwickelt sich mehr und mehr zum Langstreckenlauf – oder allfällige Interessenten markieren weiterhin cool Distanz.

Denn offenbar prüft Generali nun andere Lösungen für die BSI, inklusive einem Börsengang. Dies meldet «Reuters» unter Berufung auf «people familiar with the matter». Die Nachrichtenagentur war schon mehrfach gut informiert gewesen über die Verkaufsverhandlungen. Im Mai erfuhr «Reuters» beispielsweise zuerst, dass der Prozess verlängert werden musste und die eingegangenen Angebote unter dem Buchwert der BSI von 2,3 Milliarden Franken lagen.

«In Bits and Pieces»

Als Möglichkeit, welche in der Generali-Zentrale nun gewälzt wird, nannten die involvierten Personen  ein IPO. Ferner werde ein Verkauf «in bits and pieces» geprüft, so eine Quelle. Auf der anderen Seite habe es Generali auch nicht mehr so eilig – der Versicherungskonzern sei ansonsten bei den geplanten Desengagements zur Gewinnung von neuem Kapital gut vorangekommen. 

Dennoch: Der Ablauf zeigt wohl auch exemplarisch, wie sehr es harzt bei der Konsolidierung auf dem Privatbanken-Platz Schweiz. Seit mehr als einem Jahr sucht Generali nach einer Käuferin für BSI, im November bestätigte der Versicherungskonzern die Absichten dann auch gegenüber den Medien. Seither wurden reihenweise Namen von Kaufinteressenten genannt: RBC, Apax, Mizuho, Sumitomo, Safra, die chinesische Grossbank ICBC – zu einem Abschluss kam es nicht. Noch mindestens zweimal wurde die Angebotsfrist verlängert.

Bei 86 Milliarden Franken an Assets under Management und gut 1'900 Mitarbeitern ist die BSI, gegründet 1873 in Lugano, die drittgrösste Auslandsbank der Schweiz und eine der grössten Privatbanken im Land. Im ersten Halbjahr erzielte sie einen leicht tieferen Reingewinn von 36,2 Millionen Franken

 

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