Genfer Bankier in Nobel-Skiort geflüchtet

François Reyl darf Frankreich nicht verlassen, weil die dortigen Behörden wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung gegen ihn ermitteln. Nun hat er sich nach Megève zurückgezogen.

François Reyl (Bild) wurde Anfang Dezember von den französischen Justizbehörden wegen Verdachts auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung einvernommen und darf seither das Land nicht mehr verlassen, wie auch finews.ch meldete.

Unter diesen Umständen kann er vorderhand auch nicht mehr seiner Funktion als Generaldirektor der Bank nachkommen.
Dennoch hat er sich dieser Tage an seine Belegschaft gewandt und zwar per Videobotschaft, wie die Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» (Artikel kostenpflichtig) meldet.

Kritische Botschaft

Reyl soll sich in den noblen Alpen-Kurort Megève zurückgezogen haben, wo er auch die Festtage verbringen will. Dort logiert er im Luxus-Resort «Les Fermes de Maries».

In dem Video äussert sich Reyl sehr besorgt und kritisch in Bezug auf das Vorgehen des Staatsanwaltes Renaud Van Ruymbeke, der anordnete, dass der Schweizer Bankier vorläufig in Frankreich bleiben muss. Offenbar will es Reyl mit der französischen Justiz aufnehmen, was als weiteres Kapitel in einer unheilvollen Geschichte zwischen der Schweiz und Frankreich betrachtet werden muss.

Eskalation seit Sommer

Diese hatte sich im vergangenen Sommer zugespitzt, als die Schweizer Behörden den früheren Reyl-Mitarbeiter Pierre Condamin-Gerbier festnahmen, nachdem dieser behauptet hatte, vertrauliche Bankdaten den französischen Behörden übergeben zu haben.

In dem Fall geht es recht eigentlich um ein Konto des früheren französischen Budgetministers Jérôme Cahuzac, das er in seiner Steuererklärung nie ausgewiesen hatte. Der Politiker hatte monatelang die Existenz einer solchen Bankbeziehung bestritten, musste dann aber doch klein beigeben. Zunächst lag das Geld, es handelte sich offenbar um 685'000 Euro, bei der UBS und wurde dann zur Banque Reyl transferiert. Diese überwies das Geld dann an ihre Filiale in Singapur.

Haftbefehl gegen Bankgründer

Wie vor wenigen Tagen ebenfalls bekannt wurde, haben die französischen Behörden auch einen Haftbefehl gegen Dominique Reyl ausgesprochen. Dabei handelt es sich um den Vater von François Reyl, der die Bank gegründet hatte. Er blieb einem Gerichtstermin in Frankreich fern, was die Behörden schliesslich dazu veranlasste, den Haftbefehl auszusprechen.

Die Genfer Banque Reyl hat das Vorgehen der französischen Behörden verschiedentlich als «total unverhältnismässig und ungerechtfertigt» bezeichnet. Die angeordneten Massnahmen würden die Bemühungen der vergangenen Monate, den Forderungen der Behörden nachzukommen, völlig ignorieren, erklärte das Genfer Geldhaus in einem Communiqué und unterstrich, sich stets an die Schweizer Gesetze und internationalen Konventionen gehalten zu haben.

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Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

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Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

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Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

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Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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