Genfer Kantonalbank einigt sich in bizarrem Streit um eine Reis-Ladung

Die BCGE hat in einem jahrelangen Rechtsstreit gegen eine Anwaltskanzlei in Singapur eingelenkt. Ursprünglich ging es um eine Ladung Reis, die im falschen Hafen entladen worden war.

Von der Öffentlichkeit bislang unbemerkt lieferte sich die Genfer Kantonalbank (BCGE) über sieben Jahre lang mit einer Anwaltskanzlei in Singapur einen Rechtsstreit, in dem es ursprünglich um eine fehlgeleitete Ladung Reis ging. Diese Woche wurde der Streit in einem Vergleich endlich beigelegt, wie lokale Medien in Singapur berichten. Die BCGE habe nun sämtliche Schadenersatzforderungen gegen die Anwaltskanzlei Allen & Gledhill fallengelassen und erhalte eine Vergleichszahlung.

Damit geht ein Rechtsstreit zu Ende, der seit 2006 andauerte und in dem es um gerade mal 300'000 Dollar geforderte Wiedergutmachung ging.
Es begann 2005 mit einer Handelsfinanzierung der BCGE für ein Unternehmen namens Rustal. Dieses wollte eine Ladung Reis kaufen und mit einem Schiff namens Chelyabinsk der Singapurer Far Eastern Shipping in einen Hafen in Westafrika transportieren lassen.

Die Bank liess das Schiff in Togo festhalten

Die Ladung wurde in Lome City in Togo gelöscht. Gemäss der Besitzer des Frachters, Far Eastern Shipping, hätte der Reis aber in Douala in Kamerun entladen werden sollen. Der Streit eskalierte ein erstes Mal, als die BCGE im Februar 2006 den Frachter Chelyabinsk in Lome festsetzen liess.

Ein lokales Gericht erteilte wenige Tage später der Far Eastern Shipping die Erlaubnis, das Schiff wieder unter Kontrolle zu bringen.
Nun fuhr die BCGE weiteres Geschütz auf: Sie instruierte die Anwaltskanzlei Allen & Gledhill in Singapur, Far Eastern Shipping zu verklagen und ein Schwesterschiff der Chelyabinsk im Singapurer Hafen festzusetzen.

Anwaltskanzlei führte den Befehl nicht aus

Dies wurde nicht aufgeführt, worauf die BCGE die Anwaltskanzlei auf Schadenersatz verklagte. Der Fall ging durchs Singapurer Obergericht und durchs Berufungsgericht. Dieses befand, die BCGE habe in unverhältnismässiger Weise auf der Festsetzung des Schwesterschiffs beharrt, nachdem der Fall in Lome bereits gelöst gewesen sei.

Mit dem Vergleich sind gemäss den Anwälten der beiden Parteien alle glücklich. Die BCGE sei sehr zufrieden mit dem Ausgang der Geschichte, sagte einer der Anwälte.

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