Privatbankiers Baumann: «Wir haften noch immer mit Haus und Hof»

Bild von Nicole Pont

Die Privatbank Baumann hält am Status der Kommanditgesellschaft fest – obschon selbst die hiesigen Regulatoren das Modell teilweise nicht verstünden, sagt Matthias Preiswerk.

Die Basler Baumann & Cie ist eine der letzten verbliebenen Privatbanken in der Schweiz, und die Teilhaber halten an dieser Struktur der Personengesellschaft fest, wie Teilhaber Matthias C. E. Preiswerk (Bild) gegenüber dem Schweizer Fachmagazin «Schweizer Bank» erklärt.

«Damit übernehmen meine Teilhaberkollegen und ich die volle Verantwortung für unser Handeln. Wir haften also noch mit Haus und Hof», sagt Preiswerk.

Nach eigenem Gutdünken

Den Vorteil dieser Struktur sieht der Privatbankier vor allem darin, auf die unterschiedlichsten Kundenwünsche bei der Vermögensverwaltung und -begleitung frei und nach eigenem Gutdünken eingehen zu können. Er räumt aber auch ein, dass das Modell nicht überall verstanden werde.

«Vor dem Hintergrund der wachsenden Standardisierung gilt das zum Teil auch für die Regulatoren hier in der Schweiz», sagt Preiswerk betont aber auch: «Da wir selber vom Modell der Kommanditgesellschaft überzeugt sind, können wir es glaubhaft vertreten.»

Wichtige Beteiligungen

Preiswerk erklärt weiter, weshalb Baumann der neuen Vereinigung Schweizerischer Privatbanken nicht beigetreten ist: «Weil wir uns darin nicht vertreten fühlen. Unsere Aktivitäten unterscheiden sich nämlich deutlich vom herkömmlichen Privatbanken-Modell, denn es entfällt nur etwa eine Hälfte des Jahresergebnisses auf die Vermögensverwaltung, die andere Hälfte auf Beteiligungen.»

In diesem Zusammenhang beschäftige sich die Bank seit langem mit Start-up-Finanzierungen, und die Bankenvertreter würden in verschiedenen Verwaltungsräten Einsitz nehmen.

Ausserdem gehöre die Bank seit 2003 auch zu den Gründern des auf Schwellenlandprojekte fokussierten Vermögensverwalters responsAbility in Zürich, unterstreicht Preiswerk. «Baumann ist der grösste Einzelaktionär, und ich habe Einsitz im Verwaltungsrat», sagt der Privatbankier.

Viel zu jung für den «Basler Daig»

Auf die Frage, ob Baumann eine Bank für den «Basler Daig» sei, entgegnet Preiswerk: «Nein, dafür haben wir keine Dynastie im Rücken. Die Bank wurde ja erst 1920 gegründet. Die allermeisten unserer Kunden sitzen in verschiedenen Teilen der Schweiz, die unser erster Zielmarkt ist und bleibt.»

Vor drei Jahren habe die Bank in der Nordwestschweiz eine Umfrage gestartet und festgestellt, dass ihr Bekanntheitsgrad nicht sehr ausgeprägt sei. Als Reaktion darauf habe man dann eine Marketingkampagne durchgeführt. Auch im Raum Zürich erfolgten nach der Eröffnung der Niederlassung am Bellevue ähnliche Aktionen.

Frankreich nicht interessant

«Wir wollen das Privatkundengeschäft ausbauen und freuen uns zudem, dass der entsprechende Kundenmix immer jünger wird», sagt Preiswerk und ergänzt, dass das zweite Zielland Deutschland sei. Und: «Unter den heutigen Umständen halten wir Frankreich nicht für interessant.»

Wie hoch das von Baumann verwaltete Vermögen ist, will Preiswerk indessen nicht verraten: «Das ist ein weiterer Vorteil unserer Gesellschaftsform: Wir haben das Recht, unsere Zahlen nicht bekanntzugeben.»

Basel ist kein Finanzplatz mehr

Schliesslich stellt der Privatbankier auch fest, dass Basel seine Bedeutung als Finanzplatz verloren habe und nun bloss noch ein Bankenplatz wie «jeder andere» sei. «Das sagt einer, der bei Sarasin gedient hat und seit jeher auf dem Platz Basel tätig war», unterstreicht Preiswerk.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

 

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • 1'000 Börsengänge – und hoffnungslos im Hintertreffen
  • Kahlschlag bei der Commerzbank
  • Deutsche Bank am Abgrund
  • Absturz eines Hedgefonds-Stars
  • 1MDB-Skandal: Nach DiCaprio auch Robert de Niro im Visier
  • Wird die Webseite Ihrer Firma gerade gehackt?
  • Von der Edelboutique zur Schnäppchenbude
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram

Zürcher Bankenverband

Führende Vertreter der Schweizer Finanzbranche zum Thema Regulierung.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

SELECTION

Selection

Wo sich ein MBA am meisten lohnt

Hier haben MBA-Absolventen ihre Studiengebühren am schnellsten wieder verdient.

Selection

«Trag nie Hermes-Krawatten. Niemals.»

So umkurvt man Fettnäpfchen

Eine Tipp-Liste für Jungbanker.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Schwyzer Kantonalbank

Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

Crealogix

Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

Valartis

Die Valartis Gruppe hat den Vollzug der Übernahme der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong abgeschlossen. Damit ist die letzte Voraussetzung für die Umsetzung der Sanierungspläne erfüllt.

Aargauer Kantonalbank

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

digitalswitzerland

DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

Fondsmarkt

Die Schweizer Fondbranche kratzt an der Billionen-Grenze. Wie der Branchendienst Swiss Fund Data vermeldete, erreichte das Vermögen der in der Schweiz gehandelten Anlagefonds letzten August rund 914 Milliarden Franken.

EIB

Die Europäische Investitionsbank finanziert die Forschung am Genfer CERN. Dies, indem sie dem Teilchenbeschleuniger eine Kreditfazilität von 250 Millionen Franken leistet. Das Geld wird zum Bau des nächsten CERN-Grossprojekts benötigt, dem High Luminosity Large Hadron Collider.

Finma

Die Eidgenössische Finanzmarkt-Aufsicht Finma nimmt ihre digitale Zustellplattform in Betrieb. Diese ermöglicht es den Beaufsichtigten und Prüfgesellschaften, Jahresberichte und weitere Dokumente elektronisch einzureichen. Mit SuisseID lassen sich die Dokumente zudem elektronisch signieren.

UBS

Mit einer Performance von durchschnittlich 0,5 Prozent schnitten die Pensionskassen im August leicht besser ab als im Monats-Durchschnitt seit Jahresbeginn. Das stellte der «Pensionskassen-Barometer» der Grossbank fest.

weitere News