US-Programm: Auch die Migros Bank überlegt sich jetzt den Austritt

Trotz Rekordjahr ist bei der Migros-Bankentochter nicht alles eitel Freude: Das US-Steuerprogramm kommt nicht voran, und könnte gar zum Problem für die ganze Genossenschafts-Gruppe werden.

Für die Migros Bank war 2014 ein Rekordjahr. Wie die Retailbank-Tochter des Migros-Konzerns heute Montag vermeldete, steigerte sie ihren Reingewinn um knapp einen Drittel. Gleichzeitig stiegen die Kundengelder bei der Bank um 4,8 Prozent auf über 32 Milliarden Franken an. Im wichtigen Hypothekengeschäft wuchs die Bank mit 4,6 Prozent schneller als der Markt.

Doch nicht überall kommt die Bank so gut voran, wie ihr Chef Harald Nedwed (Bild) anlässlich einer Medienkonferenz ausführte. So lägen die Verhandlungen mit den amerikanischen Justizbehörden im Rahmen des US-Programms zur Beilegung des Steuerstreits mit den USA «auf Eis».

«Nicht zu unterschreiben»

Noch mehr: Das Institut überlegt sich, allenfalls ganz aus dem Programm auszutreten, wie Chef Nedwed erklärte. Damit würde es sich zu den mittlerweile über 30 Banken gesellen, darunter so bekannte Häuser wie Mirabaud oder VP Bank, die ebenfalls aus dem US-Programm ausgeschieden sind.

Die Migros Bank hatte sich letztes Jahr wie rund 100 andere Schweizer Banken in die Kategorie 2 des Programms eingereiht. Teilnehmende Banken bekennen sich in dieser Kategorie sozusagen auf Vorrat schuldig, gegen US-Steuerrecht verstossen zu haben. Dafür dürfen sie auf ein Abkommen zur Straffreiheit (Non-Prosecution Agreement NPA) hoffen.

Im Oktober des letzten Jahres modifizierten die US-Behörden einseitig die Bedingungen eines NPA. Der neue «Entwurf» hätte die Schweizer Banken auch in Zukunft zu umfangreichen Datenlieferungen an die USA und andere Länder verpflichtet – und sie damit in Konflikt mit dem Schweizer Bankgeheimnis gebracht.

«Zu den derzeitigen Bedingungen kann ein Schweizer Unternehmen das Programm nicht unterschreiben», stellte Migros-Bank-CEO Nedwed fest.

Konsequenzen für die Gruppe?

Da sich der neue US-Entwurf dem Vernehmen nach auch auf alle Unternehmen einer Gruppe bezieht, hätte wohl auch der Migros-Genossenschaftsbund ein Problem mit dem Programm bekommen. Das sei ein «weiterer unschöner» Punkt, führte Nedwed aus.

Vorerst will der Chef der Migros Bank aber noch abwarten. «Wir haben alles geliefert», so Nedwed. Nachfragen zu den Daten habe es bisher aus den USA keine gegeben.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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