Coutts: Ein grosser Name ist bald Geschichte

«The empire on which the sun never sets» – das Reich, in welchem die Sonne nie untergeht. Im 19. Jahrhundert war dies in Grossbritannien ein populärer Satz gewesen, um die Weltmacht des britischen Kolonialreiches zu beschreiben. Rundum den Globus auf jedem Kontinent wehte die Flagge des «British Empire».

Ähnlich verhielt es sich mit Coutts. Die 1692 in London gegründete Privatbank mit den drei Kronen im Logo umspannte zuletzt mit ihren Niederlassungen auch den ganzen Globus: London, Schweiz mit den Niederlassungen in Genf, Zürich und Bern über Monaco, Dubai, Singapur, Hongkong, Montevideo, Cayman Islands und schliesslich die Kanalinsel Jersey – der Name Coutts war global.

Der letzte Tag von Coutts International

Bis zum Verkauf durch die Coutts-Besitzerin, die Royal Bank of Scotland, an die Genfer Union Bancaire Privée (UBP). Diesen Herbst ging der Name Coutts in der Schweiz in UBP auf. 2016 werde Coutts in Asien integriert, hatte UBP angekündigt.

Ein Datum für den letzten Tag von Coutts International steht nun fest. Es ist der 11. April 2016, wie Recherchen von finews.ch ergeben haben. Die UBP bestätigt dieses Datum. Einen Strich durch die Planung können nur noch die Regulatoren machen, die grünes Licht geben müssen. In Hongkong wartet die UBP beispielsweise noch auf ihre Banklizenz.

Geringerer Stellenabbau erwartet

Doch der Generalplan steht, wie er auch für die Integration des Schweizer Coutts-Geschäfts bestanden hatte und am vergangenen 2. November vollendet worden war. Abgesehen von den regulatorischen Hürden, ist der Asien-Teil der Coutts-Übernahme für die UBP aber der einfachere.

Denn die etablierte Stellung von Coutts in Asien, sie verwaltet dort rund 12 Milliarden Franken, war der Hauptgrund für den Kauf. Rund 450 Angestellte führt Coutts Asien, während die UBP dort bislang kaum präsent war. Diese Integration wird darum wohl ohne grösseren Personalabbau vonstatten gehen.

Kein Zweifel am Erfolg

Anders war dies in der Schweiz: Von den ursprünglich rund 400 Angestellten von Coutts International in der Schweiz hat die UBP nur 150 definitiv übernommen. Weitere 100 Coutts-Angestellte sollen die nicht weitergeführten Aktivitäten abwickeln. Ob sie danach weiter beschäftigt werden, ist fraglich.

Am Erfolg der Übernahme lässt UBP-Chef Guy de Picciotto keinen Zweifel aufkommen. Mit der Basis, welche Coutts in Asien gelegt habe, könne die UBP sowohl in Hongkong als auch in Singapur «signifikant wachsen», hatte er vergangenen Sommer in einem Interview mit finews.ch gesagt.

Ob die bisherigen Coutts-Kunden zur UBP wechselten, spiele «grundsätzlich keine Rolle», da mit der RBS ein Asset-Deal vereinbart worden sei. UBP bezahlt nur, was sie bekommt.

Über der Zielgrösse

Die Zielgrösse sind 60 bis 70 Prozent der Coutts-Kundengelder – ein Wert, der bei der Intergration von Coutts Schweiz gemäss den Angaben der Bank sogar überschritten worden ist. Die UBP hatte kurz nach der Ankündigung der Übernahme vergangenen März ein sogenanntes «Retention»-Programm lanciert, um Coutts-Kunden übernehmen zu können.

Die britische Privatbank hat in Asien keine Gewinne erzielt, die UBP will dies dank schlankeren Strukturen schaffen. Allerdings muss sie diese und ihre Plattform auch auslasten. Darum spielt es sehr wohl eine Rolle, wieviele Kundenvermögen schliesslich übernommen werden können.

Abgänge in Asien

Zahlreiche Abgänge von Coutts-Bankern in diesem Jahr sind ein eher schlechtes Omen. Manch einer wird für eine Neuanstellung mit einem attraktiven Kundenbuch geworben haben. Coutts in Asien haben dieses Jahr unter anderen Willie Cheng, Andrew Sum, Andrew Lo und Ray Chan verlassen, wie auch finews.ch berichtete.

Feststeht, dass Michael Blake das neue Asiengeschäft der UBP leiten wird. Blake war bereits Asien-Chef von Coutts. Er hatte diesen Sommer die Coutts-Integration in Zürich mitorchestriert. Doch Leiter des UBP-Geschäfts an der Limmatstadt ist mit Peter Schmid ein anderer geworden.

Die Veränderungen nimmt die UBP im Sturm – und der Name Coutts verschwindet von der Weltkarte weitgehend. Bis auf Grossbritannien, wo die Privatbank unter dem Schirm der RBS weiter existiert.

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