Die Credit Suisse verliert ihr «Mastermind»

Daniel Mathisson

Daniel Mathisson

Er war massgeblich am Aufbau des Dark Pools bei der Credit Suisse beteiligt und hat sein Werk verbissen verteidigt, als es ins Visier der US-Justiz geriet. Nun hat er das Handtuch geworfen.

Seit über 15 Jahren ist er für die Schweizer Grossbank Credit Suisse (CS) in den USA tätig. Nun geht Daniel Mathisson von Bord, wie die Nachrichtenagentur «Bloomberg» berichtete.

Laut CS-internen Quellen soll der Leiter US-Equity-Trading die Bank im Februar verlassen. Der 45-Jährige plane offenbar seine eigene Firma ausserhalb der Bank aufzuziehen, hiess es weiter. Die CS wollte zur Personalie keine Stellung nehmen.

Unter Beschuss

Der Abgang Mathissons steht gemäss dem Bericht vermutlich im Zusammenhang mit den Untersuchungen der US-Justiz gegen den Dark Pool namens Crossfinder der CS. Dieser zählt in den USA zu den grössten Dark Pools und ist ein hochprofitables Geschäft – verantwortet wurde es bisher von Mathisson.

Mathisson gilt in der Branche als «Mastermind», wenn es um die Entwicklung elektronischer Handelsplätze geht. Er war denn auch massgeblich am Bau der Crossfinder-Plattform beteiligt und entwickelte sie stetig weiter.

CS droht Rekordbusse

Doch seit längerem laufen gegen diverse Betreiber von Dark Pools Untersuchungen. Der Vorwurf: Sie sollen High-Frequency-Tradern Zugang in ihren Dark Pool gegeben haben, während sie ihren anderen Kunden zugesichert haben, der Dark Pool sei geschützt.

Mathisson persönlich wehrte sich daraufhin mehrmals vor dem US-Senat gegen die Vorwürfe. Er machte jeweils deutlich, dass die Credit Suisse ihr Credo «gleiche Bedingungen für alle» rigoros hochhält. 

In Crossfinder erhielten alle Kunden den gleichen Zugang zu den Marktdaten. Und es sei jedem Kunden freigestellt, sich durch den Einsatz schnellerer Computer Vorteile bei der Handelsausführung zu verschaffen.

Seine Argumente scheinen die Generalstaatsanwaltschaft von New York und die US-Börsenaufsicht hingegen wenig überzeugt zu haben – denn der Schweizer Grossbank droht eine Busse in der Höhe von über 80 Millionen Dollar, wie auch finews.ch berichtete.

Dark Pool vor Aufspaltung

Dies wäre dann die höchste von der US-Börsenaufsicht SEC verhängte Busse in dieser Angelegenheit. Bereits zur Kasse gebeten wurde die UBS. Die CS-Rivalin hatte im Januar ein Verfahren im Zusammenhang mit ihrem Dark Pool in den USA mit einer Geldzahlung von über 14 Millionen Dollar vorläufig beigelegt.

Die CS will laut «Bloomberg» nun ihren Dark Pool reorganisieren. So sollen künftig der elektronische Handel sowie der Block-Handel separat geführt werden. Die Trennung sei Teil einer grösseren Umstrukturierung innerhalb der Grossbank, hiess es weiter.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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