Credit Suisse: Einmal mehr im Visier der US-Justiz

Nach der Manipulation der Libor-Zinsen und Devisenkurse geht das gefürchtete US-Justizdepartement (Department of Justice, DoJ) einem neuen Verdacht auf den Grund: Die Behörde will herausfinden, ob internationale Grossbanken den Markt für Anleihen öffentlichrechtlicher Institutionen zu ihren Gunsten beeinflussten.

Ins Visier dieser Untersuchungen ist nun auch ein Händler der Credit Suisse (CS) in London geraten, wie die britische «Financial Times» (Artikel bezahlpflichtig) von Insidern erfahren haben will. Demnach sind zurzeit die Schweizer Grossbank, die Bank of America, die französische Crédit Agricole sowie die japanische Nomura im Fokus der Untersuchungen.

Trader freigestellt

Die Banken haben nun reagiert, indem sie gewisse Händler freistellten – darunter ist auch ein Angestellter der CS-Investmentbank, wie es weiter heisst.

Das DoJ erhält bei den Untersuchungen offenbar volle Unterstützung von der britischen Bankenaufsicht (Financial Conduct Authority, FCA), die ihrerseits in dem Fall aktiv geworden ist.

Unter verschärfter Beobachtung

Während sich die CS sowohl im Libor-Skandal wie in der Affäre um manipulierte Devisenkurse bisher schadlos halten konnte, ist ihr Namen in Zusammenhang mit Edelmetall-Preisabsprachen gefallen. Ebenso steht die Grossbank in den USA unter verschärfter Beobachtung nach der Einigung im Steuerstreit 2014.

Zudem muss die Bank aus eigener Tasche einen «Wachhund» bezahlen, denn die New Yorker Finanzaufsicht zur Aufarbeitung des Kapitels bei ihr eingesetzt hat.

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NEWS GANZ KURZ

Compagnie Financière Tradition

Das Lausanner Brokerhaus hat im ersten Semester des Geschäftsjahres 2016 einen leicht tieferen Umsatz (-0,3 Prozent) auf gut 425 Millionen Franken realisiert. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Rückgang um 1,6 Prozent.

Urner Kantonalbank

Das Finanzinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 trotz besserem Geschäftsgang weniger Gewinn gemacht. Dieser sank um 7,5 Prozent auf 8,5 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode hatte die Bank ausserordentlich vom Verkauf ihrer Swisscanto-Beteiligung profitiert. Im Zinsengeschäft gab es ein Plus von 13,8 Prozent auf knapp 17 Millionen Franken. Per Ende Jahr erwartet das Management ein Ergebnis über Vorjahr.

UBS

Die Grossbank UBS ist noch vor dem IT-Riesen Google der beliebteste Arbeitgeber für Schweizer Hochschul-Absolventen, wie das Beratungsunternehmen Trendence berichtete. Die Banken bleiben die beliebteste Branche der Wirtschafts-Wissenschaftler: Neben der UBS befinden sich die Credit Suisse, die Schweizerische Nationalbank und Julius Bär unter den Top 20 der gesuchtesten Arbeitsadressen.

Schwyzer Kantonalbank

Im ersten Halbjahr sank der Gewinn des Innerschweizer Finanzinstituts um 3,4 Prozent auf knapp 33 Millionen Franken. Unter anderem belasteten höhere Wert-Berichtigungen auf Beteiligungen das erste Halbjahr. Dank einer substanziellen Volumenzunahme kam das Zinsengeschäft mit einem Brutto-Erfolg von gut 91 Millionen Franken in etwas auf Vorjahres-Niveau zu liegen. Für das 2016 rechnet die Bank mit einem Jahresergebnis leicht unter Vorjahr.

Bank Coop

Die Bank Coop hat im ersten Halbjahr 2016 einen leichten Gewinnrückgang auf 22,7 Millionen Franken erlitten. Die Bank erklärt dies mit höheren Investitionen für verschiedene digitale Projekte, Umbauten sowie einer höheren Zuweisung an die Reserven für Bankrisiken. Im Zinsengeschäft konnte Bank Coop leicht zulegen, warnt jedoch vor dem anhaltenden Margendruck.

Fonds

Die «Brexit»-Turbulenzen haben auch bei den in der Schweiz gehandelten Fonds Spuren hinterlassen. Laut dem Schweizerischen Fondsverband Sfama verminderten sich die verwalteten Vermögen um 17 Milliarden Franken. Die Netto-Mittelabflüsse betrugen knapp 2,3 Milliarden Franken.

Freiburger KB

Das Staatsinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinn-Rückgang um 5,3 Prozent auf 68,5 Millionen Franken verzeichnet. Die Bank leidet unter dem Negativzins-Umfeld. Im Hauptgeschäft der Bank, dem Zinsengeschäft, resultierte denn auch ein um 2,6 Prozent gesunkener Nettoerfolg auf gut 107 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr bleibt die Kantonalbank dennoch zuversichtlich.

Pimco

Der weltgrösste Anleihenmanager hat Emmanuel «Manny» Roman per Ende August zum neuen CEO ernannt. Roman ist derzeit CEO beim britischen Hedgefonds Man Group. Er tritt an die Stelle von Douglas Hodge, der als Managing Director und Senior Adviser bei Pimco bleibt. Bei Man Group kommt neu Luke Ellis an die Spitze.

Obwaldner Kantonalbank

Das Innerschweizer Staatsinstitut erzielte im ersten Halbjahr einen Reingewinn von 6,9 Millionen Franken, gleich viel wie im Jahr zuvor. Trotz besserem Geschäftsgang fehlte heuer der Ertrag aus dem Verkauf der Swisscanto-Beteiligung, der letztes Jahr den Gewinnausweis verschönt hatte.

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