Wie die UBS auf der «Weber-Skala» abschneidet

Ende letzten April erklärte Axel Weber dem amerikanischen TV-Sender «CNBC», wie es um das Banking in Europa bestellt sei. Die Region sei «overbanked», stellte der Präsident der Schweizer Grossbank lakonisch fest. Angesichts dessen, was erfolgreiches Banking in der Zukunft ausmache, seien wohl diverse Mitbewerber zum Aufgeben gezwungen, so Weber zur Kamera.

Der Top-Banker hatte auch gleich die Kriterien zur Hand, woran erfolgreiche Banken künftig zu messen sind.

Die Investoren, erklärte Weber, schauten derzeit mit grosser Sorge auf die Kapitalisierung und die Gewinnkraft von Grossbanken. Dies umso mehr, als jene Faktoren eine direkte Auswirkung auf die Konditionen neuer Kapitalinstrumente hätten, welche die Institute in den nächsten Monaten ausgeben müssten.

Im Teufelskreis gefangen

Die UBS, liess Weber damals durchblicken, habe diesbezüglich wenig zu befürchten. Denn Ende letzten Jahres habe die Bank bereits eine risikogewichtete Eigenkapitalquote von 14,5 Prozent erreicht. Damit sei die UBS «branchenführend», wie der Bankpräsident betonte.

Doch ist sie das auch im Licht des jüngsten Quartalsresultats? Wie sagte doch Weber: an der Gewinnkraft und der Kapitalisierung entscheidet sich künftig im Banking alles. Das leuchtet ein. Ohne Gewinne kann eine Bank ihre Kapitalbasis nicht äufnen. Ohne genügend Eigenkapital fehlt der operative Spielraum und die Refinanzierung wird teurer – was wiederum den Gewinn belastet. Ein veritabler Teufelskreis.

Punkto Gewinnkraft hat Webers UBS nun einen argen Dämpfer erlitten. Gegenüber dem Vorjahresquartal sank der den Aktionären zurechenbare Gewinn von 1,98 Milliarden Franken auf nurmehr 707 Millionen Franken. Damit büsste die Grossbank noch mehr Fahrt ein, als es Marktbeobachter erwartet hatten.

Rücksetzer beim Kernkapital

Auch bei der Kapitalisierung erlitt die Grossbank teils Rücksetzer. Ihre harte Kernkapitalquote auf Basis einer vollständigen Umsetzung der «Too-big-to-fail»-Regeln sank gegenüber Ende 2015 von 14,5 auf 14 Prozent. Die vollständig umgesetzte Eigenkapital-Quote für systemrelevante Schweizer Banken stieg hingegen leicht von 5,3 auf 5,4 Prozent.

Bis 2019 müssen UBS und auch die Erzrivalin Credit Suisse eine Eigenkapital-Quote von mindesten 5 Prozent der Bilanzsumme vorweisen; hinzu kommen 3 bis 5 Prozent Wandlungskapital für den Krisenfall. Somit erfüllt die Grossbank zwar immer noch über – doch massig Spielraum hat sie nicht.

Griff zum Zweihänder

Vor dem Hintergrund der «Weber-Skala» lässt sich auch begreifen, warum die UBS jetzt sogar in ihrem Kerngeschäft zum Zweihänder greift. Wie auch finews.ch berichete, sollen im Wealth Management mehrere Hundert Millionen Franken eingespart werden. Zudem betonte das Institut am Dienstag, auf gutem Wege zu sein, die angestrebten Nettoeinsparungen von 2,1 Milliarden Franken bis Ende 2017 zu erreichen.

Ausserdem treffe die Bank «umsichtige Massnahmen, um angesichts der derzeit schwierigen Ertragslage unternehmensweit Kosten zu senken», hiess es weiter. Präsident Weber und seine Führungscrew wissen, was es geschlagen hat.

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