Das Ende der BSI

Die Bundesanwaltschaft hat gegen die Tessiner Privatbank BSI ein Strafverfahren wegen Verdachts auf Geldwäscherei und weitere Delikte eröffnet. Doch es kommt noch schlimmer für die BSI.

Die Bundesanwaltschaft (BA) hat ein Strafverfahren gegen die Tessiner Bank BSI eröffnet. Hintergrund ist der Finanzskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Auch die Finma gab am Dienstag bekannt, die BSI die Geldwäschereibestimmungen schwer verletzt. Neben anderen Massnahmen werde ein Gewinn von 95 Millionen Franken eingezogen. Gegen zwei Manager hat die Finma Enforcementverfahren eingeleitet.

Doch damit nicht genug: Die Monetary Authority of Singapore (MAS) hat der BSI zudem befohlen, ihren Betrieb in Singapur einzustellen. Es handelt sich um den ersten Lizenzentzug einer Bank in Singapur seit 1984.

Busse gegen BSI

Wegen insgesamt 41 Verstössen gegen die Geldwäscherei-Verordnungen im Land verhängt die MAS zudem eine Busse von 13,3 Millionen Singapur Dollar (rund 9,5 Millionen Franken).

Die Staatsanwaltschaft von Singapur prüft zudem, ob sechs frühere Manager und Mitarbeiter der Bank strafbare Handlungen begangen haben. Darunter befinden sich der frühere CEO von BSI in Singapur Hans Peter Brunner und der stellvertretende CEO Raj Sriram.

Die Behörde erlaubt hingegen die Übertragung aller Aktiven und Verbindlichkeiten der BSI zum Singapurer Ableger der EFG Bank. Dies in Übereinstimmung mit der Finma, welche die Übernahme erlaubt. Die Auflage lautet hingegen, dass die BSInach erfolgter Integration aufgelöst wird.

Mängel in der Organisation

Die Bundesanwaltschaft untersucht die Bank auf Mängel in der internen Organisation, weil diese mögliche Straftaten nicht verhindern konnte, welche momentan im Rahmen des Strafverfahrens der Bundesanwaltschaft im Zusammenhang mit 1MDB untersucht werden.

Elemente des Finma-Entscheids legten überdies nahe, dass die Straftaten der Geldwäscherei sowie der Bestechung fremder Amtsträger durch eine adäquate Organisation hätten verhindert werden können, hiess es weiter.

Strafrechtliche Verfolgung möglich

Das Schweizer Recht erlaubt die strafrechtliche Verfolgung, wenn dem Unternehmen vorzuwerfen ist, dass es nicht alle erforderlichen und zumutbaren organisatorischen Vorkehren getroffen hat, um Straftaten zu verhindern. Darunter fallen unter anderem Straftaten in Bezug auf Geldwäscherei oder Korruption und Straftaten von Dritten.

Im Fall von 1MDB habe die Bank über mehrere Jahre zahlreiche grosse Transaktionen mit undurchsichtigen Zwecken ausgeführt und trotz offensichtlichen Verdachtsmomenten die Hintergründe nicht abgeklärt.

Rücktritt von Stefano Coduri

Keine der BSI-Gewährsträger und leitenden Manager, die für die festgestellten Verfehlungen der Bank verantwortlich sind, werden für die EFG tätig sein können, wie es weiter heisst. Der bisherige BSI-CEO Stefano Coduri ist bereits per sofort zurückgetreten, wie auch finews.ch berichtete.

Positiv gilt es laut Finma zu würdigen, dass mit dieser Übernahme den Kunden und Mitarbeitenden der Bank eine Zukunftsperspektive geboten wird.

 

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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