Zeitenwende bei der Zürcher Rothschild Bank

Rothschild Bank in Zürich

Rothschild Bank in Zürich

Auf den ersten Blick hat die Zürcher Rothschild Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr (per Ende März 2016) einen massiven Ergebniseinbruch erlitten, wie den Zahlen zu entnehmen ist, die finews.ch vorliegen. So sackte der Gewinn von 37,9 Millionen Franken auf 12,9 Millionen Franken ab, also um fast 70 Prozent.

Trotzdem wäre es verfehlt, nun Alarm zu schlagen. Denn der Rückgang ist auf einen einmaligen Immobilienverkauf im Zürcher Stadtteil Seefeld zurückzuführen, der das Ergebnis in der Berichtsperiode 2014/2015 aufblähte. Ohne diesen Sonderfaktor respektive gemessen am operativen Ergebnis erzielte Rothschild im abgelaufenen Jahr (2015/2016) eine zweiprozentige Gewinnsteigerung.

Neugeld in Milliarden-Höhe

Zu verdanken war dies vor allem einem überdurchschnittlich hohen Neugeld-Zuwachs von insgesamt 1,4 Milliarden Franken, wie aus dem Zahlenkranz weiter hervorgeht. Zum Vergleich: In der vorangegangenen Periode waren es gerade einmal 183 Millionen Franken gewesen. Insgesamt belaufen sich die verwalteten Vermögen nun auf 25,9 Milliarden Franken gegenüber 24,4 Milliarden Franken zwölf Monate zuvor.

Mit dem jüngsten Ergebnis blickt die Rothschild Bank in der Schweiz auf eine wechselvolle Zeit zurück, hatte sie doch im Geschäftsjahr 2013/2014 erstmals in ihrer Geschichte einen Verlust ausweisen müssen, wie auch finews.ch berichtet hatte.

Von zahlreiche Kunden verabschiedet

Schuld daran war einerseits das garstige Umfeld, andererseits der Umstand, dass der Strukturwandel und das faktische Ende des Schweizer Bankgeheimnisses selbst bei einem so renommierten Institut wie Rothschild nicht Halt gemacht hatten. Als Konsequenz gingen die Verantwortlichen über die Bücher, verabschiedeten sich von zahlreichen Kunden(geldern) und reduzierten ihre Zielmärkte signifikant.

Das Resultat präsentiert sich nun mit dem vorliegenden Geschäftsabschluss, der sozusagen eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges ist. Oder auch anders formuliert: Nach getaner (Vor-)Arbeit hat der bisherige CEO Veit de Maddalena Ende Mai 2016 das Zepter an Laurent Gagnebin übergeben, an dem es nun liegt, die wiedererstarkte Bank weiter voranzubringen.

Veränderungen im Top-Management

Der Wechsel an der Spitze war dem Vernehmen nach in den vergangenen zwei Jahren aufgegleist worden und lässt sich somit nicht als Zäsur deuten. Ausserdem bleibt de Maddalena dem Unternehmen als Executive Vice Chairman erhalten und widmet sich bestimmten Kundenmandaten und Projekten.

Im Gegensatz zu anderen Banken blieb der Personalbestand bei Rothschild über die vergangenen zwölf Monate bei 450 Vollzeitstellen stabil, wovon 350 Personen in der Schweiz tätig waren. Hauptertragsquelle ist weiterhin das Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft, während Handel- und Zinsdifferenzgeschäft seit jeher eine untergeordnete Rolle spielen.

Neu in die Geschäftsleitung (Executive Committee) aufgerückt sind überdies Juan Carlos Mejia Perez (Head of Investments Switzerland) sowie Matthew Le Flocq (Chief Operating Officer Rothschild Trust).

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Der Bankensoftwareentwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

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Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

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Die Schweizer Fondbranche kratzt an der Billionen-Grenze. Wie der Branchendienst Swiss Fund Data vermeldete, erreichte das Vermögen der in der Schweiz gehandelten Anlagefonds letzten August rund 914 Milliarden Franken.

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