Thomas Gottstein: Rochade vor der Startlinie

Thomas Gottstein

Thomas Gottstein

Kurz vor dem Start der neuen Schweizer Rechtseinheit der Credit Suisse ordnet Thomas Gottstein die Aufstellung seiner Schweizer Universalbank neu.

Am kommenden Wochenende geht die neue Schweizer Rechtseinheit der Credit Suisse (CS), die Credit Suisse (Schweiz) AG, an den Start. Kurz vor dem Stichtag hat Thomas Gottstein nochmals Hand an die von ihm angeführte Division der Schweizer Universalbank angelegt, wie es seitens der Grossbank hiess.

Drei Segmente und sechs Geschäftsbereiche

Dabei nahm er grundlegende Änderungen vor: Die Division wird künftig entlang von drei Kundensegmenten, nämlich Privatkunden (aufgeteilt in zwei Geschäftsbereiche Private & Wealth Management Clients sowie Premium Clients), Firmenkunden und institutionelle Kunden organisiert. Die vier Kunden-Geschäftsbereiche werden durch das Handelsgeschäft sowie eine gestärkte Produkteeinheit komplementiert, wie weiter zu erfahren war.

Das bedeutet, dass die Schweizer Universalbank mit dem 1. Januar 2017 folgende sechs Geschäftsbereiche aufweist, deren Leiter alle in der Geschäftsleitung der Credit Suisse (Schweiz) AG vertreten sein werden:

  • Das Private & Wealth Management Clients unter der Führung von Serge Fehr umfasst wie bis anhin das gesamte Privatkundengeschäft mit Ausnahme der Premium Clients.
  • Der Bereich Premium Clients unter der Führung von Felix Baumgartner kümmert sich unverändert um die so genannten Key-Private-Banking-Kunden sowie um Single Family Offices.
  • Das gesamte Firmenkundengeschäft, also einerseits die bestehende Corporate-Banking-Organisation und anderseits das bisher getrennt laufende Investment Banking Switzerland, wird unter der Klammer Corporate & Investment Banking zusammengefasst. Geleitet wird der Bereich vom bisher für den Bereich Solution Partners zuständigen Didier Denat. Jens Haas übernimmt dabei die Leitung des Investment Banking Switzerland vom «Urgestein» Marco Illy, der sich als Chairman Corporate & Investment Banking künftig auf wichtige Firmenkunden konzentriert.
  • Der Bereich Institutional Clients unter der Führung von André Helfenstein beinhaltet die Geschäftsaktivitäten mit den institutionellen Kunden, mit Drittbanken sowie mit den externen Vermögensverwaltern. Für letzteres Geschäft ist weiterhin Reto Hossli zuständig.
  • Der Bereich STS Schweiz umfasst das Handelsgeschäft mit Schweizer Kunden und wird unverändert von Urs Beeler geleitet.
  • Products & Investment Services bleiben unter der Führung von Florence Schnydrig Moser. Dort werden künftig auch in den verschiedenen Geschäftsbereichen geführte Produkt-Management-Funktionen zentralisiert, um ein einheitliches Angebot pro Segment sicherstellen zu können, wie es weiter hiess.

Aufgelöst wird hingegen die bisherige Business Area Solution Partners. Ihre Teams werden je nach Aufgabengebiet direkt in die anderen Geschäftsbereiche integriert, so die CS. Das lässt aufmerken, kam dieser Einheit doch als «Kitt» der «One Bank»-Strategie – also der Verzahnung von Investmentbank und Vermögensverwaltung – bei der CS eine wichtige Rolle zu. Die Auflösung ist aber offenbar nicht als Absage an die One Bank zu begreifen, wie es im Umfeld der CS hiess.

Unverändert bleiben hingegen die unterstützenden Funktionen CFO, COO (einschliesslich IT & Operations sowie Communication & Marketing), General Counsel, Compliance, Chief Risk Officer und Personalwesen, wie zu erfahren war.

Vorgeschmack auf den 7. Dezember

Die neue Aufstellung soll es laut CS ermöglichen, sich noch gezielter um die Kunden in der Schweiz zu kümmern und von Wachstumschancen zu profitieren. Gleichzeitig müsse die Bank ihre Aufgaben punkto Effizienz machen, so durch den sorgsamen Umgang mit Ressourcen und der Elimination von Duplikationen.

Obschon sich ab dem 1. Januar nun sechs Geschäftsbereiche um das Schweizer Geschäft der CS kümmern, sieht die Grossbank in Gottsteins Umbauten eine Verschlankung. Mit der Integration der Schweizer Investmentbank würden die Segmente von fünf auf vier reduziert, hiess es. Wie viel Kosten damit gespart werden und ob die Reorganisation unter dem Strich Stellen kostet, bleibt offen.

Erst letzten Dezember war die Führung der Schweizer Universalbank neu aufgestellt worden.

Ziemlich sicher ist, dass Gottsteins Umbauten als Steilpass an CS-CEO Tidjane Thiam verstanden werden können. Dieser will am CS-Investorentag vom 7. Dezember auch über neue Sparmassnahmen informieren.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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