Was die Wirtschaft zerstören könnte

Ökonomen von Goldman Sachs haben die Technologien identifiziert, an die sich die Unternehmen in Zukunft anpassen müssen – wenn sie nicht untergehen wollen.

Die US-Bank Goldman Sachs lehnt sich bei der Beurteilung von Technologien, welche die heutigen gängigen Mittel vor eine Zerreissprobe stellen, an den Prozess der «schöpferische Zerstörung» – ein Begriff, geprägt durch den grossen österreichischen Ökonomen Joseph Alois Schumpeter.

Aus der Sicht des Blogs «Zerohedge», der das Goldman-Papier aufgreift, ist eine solcher Prozess primär von Innovationen im Bereich Produkt und Geschäftsmodell getrieben. Oftmals wird eine schöpferische Zerstörung durch die Technik begünstigt. All dies führt zu einer höheren Wertschöpfung für Konsumenten, zu einer höheren Leistung, zu mehr Komfort oder zu niedrigeren Kosten.

«Ein neues Produkt oder ein neues Modell mündet oft in ein neues Paradigma bis dann eine nachfolgende Innovation wiederum die marktbeherrschende Stellung bedroht», steht dort. 

Laut Goldman Sachs rücken in den kommenden Jahren die folgenden acht Themenkreise in den Fokus der Anleger.


1. E-Zigaretten: Das Potenzial, die Tabakindustrie zu verändern

Ein viel weniger schädliches Produkt als eine herkömmliche Zigarette könnte in den USA bis 2020 mehr als 10 Prozent des gesamten Tabakvolumens und 15 Prozent des gesamten Gewinns der Tabakindustrie umfassen.

2. Krebs-Immunotherapie: Die Zukunft der Krebsbehandlung

Diese neue Therapiemethode hat bereits beeindruckende Antworten und Überlebensdaten für die schwierigsten Krebsarten geliefert. Die ersten Hochrechnungen von Goldman Sachs beziffern den Markt für das Jahr 2025 auf 10 bis 15 Milliarden Dollar für den Bereich Melanom, Lungen und Nieren. Und dies sei nur der Anfang: Für ein breites Spektrum von Tumorarten dürfte die neue Therapie ähnlich wie heute die Chemotherapie zum Einsatz kommen.

3. LED-Beleuchtung: Die grosse Gelegenheit für Jahrzehnte

Angetrieben vom geringen und energieeffizienten «Fussabdruck» sind LED-Beleuchtungen bereits in Handys oder Fernseher verbreitet. Der nächste Adaptionsprozess findet nach Ansicht der Ökonomen in der Allgemeinbeleuchtung statt. Diese wird sich im Lauf der nächsten Jahrzehnte mehr und mehr etablieren.

4. Alternatives Kapital im Rückversicherungsmarkt: Aufstieg einer neuen Assetklasse

Vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen zieht es institutionelle und andere Investoren in die Anlageform der Sach-Katastrophenrückversicherung (P-CAT). Dies führt bei Rückversicherern zu einem wachsenden Risiko, wenn Investoren ihre Beteiligung in diesem Bereich mehr aufstocken. Dadurch sei die Fähigkeit zur Erzeugung einer attraktiven risikoadjustierten Rendite dauerhaft beeinträchtigt.

5. Erdgas: Attraktiv für eine starke, langfristige Penetration

Erdgas für den Verkehrsantrieb befindet sich in einem frühen Stadium einer starken und langfristigen Entwicklung. Beschleunigt wird der Prozess unter anderem durch den Ausbau der Tankstellen-Infrastruktur und durch Kostensenkungen. Die höchste Penetrationsgelegenheit erwarten die Ökonomen für Erdgasmotoren mit einer langer Laufleistung.

6. Software-Defined Networking (SDN): die neue Lösung für die Cloud-Ära

Obwohl der Rest der Tech-Industrie sich in der Cloud-Computing-Ära weiter fortbewegt, bleibt das Netzwerk-Equipment in einem Jahrzehnte alten Paradigma mit integrierten Hard- und Softwareboxen stecken. Diese müssen noch manuell konfiguriert werden. SDN verspricht diesen Engpass durch Software-Intelligenz und Programmierbarkeit zu brechen.

7. 3D-Drucker: Hohes Wachstum

Im Vergleich zu traditionellen Verfahren bietet 3D-Druck das Potenzial für einen hohen Grad der Individualisierung, für tiefere Kosten für komplexe Designs und geringere Overhead-Kosten. Die Industrie wächst jährlich um mehr als 20 Prozent. Auch in den kommenden Jahren geht man von einem beschleunigten Wachstum aus.

8. Big Data: Lösungen für Datenwachstum und Komplexität

Neue Technologien sind notwendig, da Unternehmen sich zwecks besserem Kunden-, Prozess- und Prozessverständnis mit einem explosiven Wachstum von allerlei unstrukturierten Daten herumschlagen müssen. Traditionelle Lösungen stossen hier an ihre Grenzen, weil sie für strukturierte Daten entwickelt wurden. Technologien wie Hadoop, NoSQL werden deshalb in Ergänzung zu traditionellen Methoden vermehrt zum Einsatz kommen.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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