Das wird Fondsmanager fuchsen

Eine brandneue Studie belegt, dass Fondsmanager eigentlich noch viel schlechter sind als ihr Ruf.

Revenue © Shutterstock

Das Resultat der Studie muss nicht erstaunen, denn die Erhebung stammt von Vanguard, dem insgesamt günstigsten Anbieter von Indexfonds und Exchange Traded Funds (ETF).

Methodik und Zahlen sind aber neu und bestechend: Insgesamt wurden 8'000 für Schweizer Investoren verfügbare Fonds für Aktien, Obligationen und Regionen über einen Zeitraum von fünf, zehn und 15 Jahren untersucht. Datenlieferant war das Unternehmen Morningstar.

Das Fazit der Studie auf einen Nenner gebracht: Indexfonds performen in acht von zehn Anlagekategorien besser als aktiv gemanagte Fonds, die ihre selbst gewählten Benchmarks mit grosser Mehrheit verfehlten.

Der Grund dafür sind die höheren Gebühren, wie Peter Westway, Anlagechef und Chefökonom von Vanguard Europa am Mittwoch vor Medienvertretern in Zürich betonte. Im 10-Jahres-Zeitraum erzielten die günstigeren Indexfonds eine um 0,56 Prozent höhere Rendite. In der Kategorie «Global Equity» waren es gar 1,22 Prozent.

«Survivorship Bias» hat Daten geschönt

Dass nur eine Minderheit der Fondsmanager es überhaupt schafft, den Markt zu schlagen, ist hinlänglich bekannt. Vanguard zeigt nun anhand der Daten, wie schlecht aktiv gemanagte Fonds im Durchschnitt tatsächlich im Vergleich zu ihrem Benchmark abschneiden.

So konnte in der Kategorie «Global Equity» über einen Zeitraum von 15 Jahren nur jeder sechste Fondsmanager den Benchmark überhaupt erreichen. In der Kategorie «Global Bonds» war es sogar nur jeder zehnte Fondsmanager.

Rendite durch tiefe Kosten

Diese Zahlen ergeben sich aus der Vanguard-Methodik, die den so genannten «Survivorship Bias» berücksichtigt. Das heisst, es wurden auch jene Fonds in die Daten aufgenommen, die im untersuchten Zeitraum geschlossen oder mit anderen zusammengeschlossen wurden – «in den allermeisten Fällen auf Grund ihrer schlechten Performance», so Westway.

Der statistische Unterschied durch den «Survivorship Bias» ist eklatant: In manchen Anlagekategorien macht er rund 10 Prozent aus. Aktiv gemanagte Fonds performen also laut Vanguard nochmals deutlich schlechter als bislang bekannt war.

Aktive Fondsmanager unter ihrem Benchmark
(gelb die geschlossenen Fonds)

Fondsmanager Tab

Das Kostenargument ist im Prinzip auch nicht neu: Eine alte Anlegerregel besagt, dass die einfachste Rendite jene ist, welche durch tiefe Kosten erzielt wird. Vanguard zeigt anhand der Daten, dass die Renditen von Index-Aktienfonds durchwegs näher am Benchmark liegen, als aktiv gemanagte Fonds.

Auch Vanguard verhehlt nicht, dass auf Grund der jeweiligen Struktur die allermeisten Indexfonds den Benchmark gar nie schlagen können. Weil aber die Kosten deutlich tiefer sind, performen sie näher am Benchmark als die teureren aktiven Fonds. Und diese performen in der grossen Mehrheit nicht nur schlechter, sie zeigen auch eine höhere Volatilität.

Studie untersucht nur breite Anlagekategorien

Für die Vertreter des aktiven Fondsmanagements birgt die Vanguard-Studie natürlich einige Haken: So wurden die breiten Anlagekategorien untersucht, nicht Themenfonds oder besondere Anlagestile. Mit Durchschnittswerten wollen die aktiven Fondsmanager auch nicht konfrontiert werden, da in diesen ihre individuelle Leistungen und effektiv erzielte Outperformances nicht aufscheinen.

Vanguard möchte die Studie auch nicht als Killer-Argument gegen aktives Fondsmanagement verstanden haben. Schliesslich bietet der Asset Manager für US-Investoren auch solche Fonds an.

Und Vanguard ist auch der Meinung, dass eine eingehende Prüfung sowie eine sorgfältige Wahl des Fondsmanagers die Chancen auf eine Outperformance erhöhen. «Aber eine Formel dafür gibt es nicht», sagte Westway.

Anleger sind preissensitiver geworden

Die Argumente für kostengünstige Fonds dringen nun auch bei den Investoren durch. Westway sagte, dass insbesondere Vanguards kostengünstige Angebote viel Neugeld anziehen würden. Der Kampf um Renditen zeigt sich nun auch darin, dass Anleger preissensitiver werden.

Sie haben rechnen gelernt: Im Vergleich mit einem Indexfonds oder einem ETF startet ein Fondsmanager immer mit einem Preis-Handicap – je nach Produkt sind es bis zu 150 Basispunkte. Für die meisten von ihnen erweist sich dieses Handicap als zu hoch.

 

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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