Griechenland: Erinnerung an Northern Rock

Noch wirken die Liquiditätsspritzen der Zentralbank – aber die Betonung liegt auf dem Wort «noch», so Raphael Vannoni von der Bankiervereinigung.

Raphael_Vannoni_119x178Raphael Vannoni ist Leiter Economic Analysis bei der Schweizerischen Bankiervereinigung

In den letzten Tagen war  in einigen Zeitungen von einem Bank Run in Griechenland zu lesen. Ein Bank Run wird durch verunsicherte Bankkunden verursacht, die alle zur etwa selben Zeit ihre Bankeinlagen abheben möchten. Also alles gut? Leider nein.

Ein Blick auf die Statistik der griechischen Zentralbank zeigt jedoch, dass die Guthaben inländischer Kunden seit September 2009 um über 72 Milliarden Euro abgenommen haben. Dies entspricht einer Reduktion von sagenhaften 30 Prozent!

Angesichts der Unsicherheit vor den Wahlen vom letzten Wochenende dürften die Einlagen in den letzten Wochen noch weitaus stärker zurückgegangen sein.

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Anmerkung: Die im Mai 2012 beschlossene Kapitalspritze von EUR 18 Mrd. an griechische Banken ist in diesen Statistiken noch nicht enthalten. Berücksichtigter Zeitraum Januar 2008 bis April 2012.

Quelle: Bank of Greece

Nun, ist es aus der sicheren Schweiz einfach, griechische Bankkunden zu verurteilen. Wenn wir ehrlich sind, hätte mancher auch so gehandelt. Doch wie haben es griechische Banken angesichts der grossen Menge an abgezogenem Kapital geschafft, dennoch ihre Liquidität aufrechtzuerhalten? Die Antwort liegt ebenso in den Statistiken der Bank of Greece.

Massive Liquiditätsspritze

Wie in obenstehender Grafik ersichtlich ist, haben die Verpflichtungen der Geschäftsbanken gegenüber der griechischen Zentralbank massiv zugenommen. Genau genommen um 83 Milliarden Euro seit September 2009. Davon entfällt die Hälfte alleine auf den Monat April 2012. Somit hat diese Liquiditätsspritze die griechischen Banken bisher vor dem Kollaps bewahrt.

Lösung dringlich

Die Betonung liegt auf «bisher». Denn wird in den nächsten Wochen keine Lösung gefunden, wird auch die Liquiditätsspritze der Zentralbank nichts mehr ausrichten können.

Die Wahlen vom Wochenende in Griechenland haben die Situation nicht weiter eskalieren lassen.

Ob eine Beruhigung eingeleitet wurde, bleibt zu sehen. Falls nicht, rechne ich tatsächlich mit ähnlichen Bildern, wie wir sie von Northern Rock oder auch aus der Schweiz mit dem Konkurs der Spar- und Leihkasse Thun Anfang der 90er Jahre kennen.

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Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

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Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

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Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

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Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

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