Vorsorge aus einer erweiterten Perspektive

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe der B+B Vorsorge diskutierte eine Podiumsrunde die vielfältigen Facetten eines gesunden Lebens.

An der Schlussveranstaltung der B+B Vorsorge vom 4. November 2010 in Zürich ging es für einmal nicht um Umwandlungssatz und Deckungsgrad, sondern um Vorsorge aus einer erweiterten Perspektive.

Den Auftakt machte Alt Bundesrat Adolf Ogi mit seinem Keynote-Referat zu Menschen und Führung. Sein Leitmotiv «Man muss Menschen mögen» zog sich wie ein roter Faden durch die Schilderungen seiner Lebensstationen in Tourismus, Sport, Politik und Wirtschaft.

So sei es für ihn immer wichtig gewesen, zu wissen, mit wem er es zu tun habe, ob in der Uno oder im Urwald. Ebenso wichtig sei ein klarer Auftrag, der von allen verstanden werden müsse. Auch gehe es nicht ohne Führung und Kommunikation – vor allem nach innen.

Sport als Lebensschule

Gebannt folgte das Publikum seinen, von zahlreichen Anekdoten begleiteten Ausführungen über Personen, Begegnungen und Erlebnisse, die seinen Lebensweg als Direktor des Schweizer Skiverbands, als Generaldirektor von Intersport, als Politiker und Bundesrat und als UNO-Sonderbeauftragter für Sport geprägt haben.

Für Jugendliche sei Sport die beste Lebensschule. Hier könne man noch Fehler machen, ohne dass sich daraus Konsequenzen für das Berufsleben ergeben, und könne Krankheiten und Konflikte hinter sich lassen.

Dem «Massaker Alter» entgegenwirken

Darauf angesprochen, ob «das Alter ein Massaker sei», wie es der Schriftsteller Philip Roth in seinem Roman «Jedermann» beschreibt, führte der Mediziner Martin Jenzer, Vizepräsident der Schweizerischen Gesellschaft für Anti-Aging, aus, dass es heute möglich sei, den Alterungsprozess zu beeinflussen.

Der Durchbruch sei 2002 gelungen, als entdeckt worden sei, dass ein Wirkstoff aus der Astralagus-Pflanze die Telomerase, das heisst, den Prozess der Zellteilung respektive -erneuerung begünstige.

Bewegung und Ernährung im Wandel

Matthias Remund, Direktor des Bundesamts für Sport, legte dar, dass sich die Schweiz in Sachen Sport im vorderen Mittelfeld der OECD-Staaten bewege. 40 Prozent der Bevölkerung treibe drei Mal pro Woche Sport.

Zu der Kategorie gehöre er selber, denn ein Sportdirektor, der keinen Sport treibe, sei nicht denkbar. 27 Prozent der Bevölkerung seien dagegen inaktiv, was sie mit Zeitmangel oder anderen Prioritäten begründen.

Früher dick, heute dünn

Während es heute «in» sei, dünn zu sein, sei es früher «in» gewesen, dick zu sein, gab Professor Walter Leimgruber, Ordinarius und Leiter des Seminars für Kulturwissenschaften und Europäische Ethnologie an der Universität Basel, zu bedenken. Denn der Bauch sei damals ein Zeichen für Erfolg gewesen. Heute seien Manager dagegen gertenschlank und viele Spitzenpolitiker rennen Marathon.

Im Gleichschritt mit der Individualisierung der Gesellschaft habe Essen die Funktion des sozialen Zusammenhalts verloren. Familien essen heute häufig nur noch einmal pro Woche zusammen. Die mobile Gesellschaft ernähre sich von Fastfood, jeder für sich und unterwegs. Essen sei zu einer Tätigkeit zwischen A und B geworden, wobei Fastfood aber nicht per se ungesundes Essen sein müsse.

Im Airline-Business spiele das Essen eine untergeordnete Rolle, bedauerte Beat Gehrig, CEO der First Catering Group. Ende der neunziger Jahre habe Swissair zwar an einem biologischen Menü getüftelt, das dann aber zusammen mit der Fluglinie untergegangen sei. Fluggastronomie sei leider zur Commodity geworden, für die Fluglinien immer weniger Budget einsetzen.

Optimismus hilft

Auf die Frage, ob Glückserlebnisse gesundheitsfördernd seien, erwiderte Adolf Ogi, dass Optimismus helfe, Rückschläge besser zu verkraften. Bei Menschen, die ausgeglichen seien und in einem inneren Frieden leben, habe dies einen positiven Einfluss auf deren Gesundheit, bestätigte auch Martin Jenzer.

Insofern seien die Meditation und das Gebet förderlich und hilfreicher als manche Psychotherapie und Psychopharmaka. Auch Matthias Remund hält psychische Faktoren hinsichtlich der Gesundheit für wichtig. Dies spiele gerade auch im Hochleistungssport eine Rolle.

Die Gesellschaft sei heute vom Wunsch getrieben, immer mehr haben zu wollen, um glücklich zu sein, führte Professor Walter Leimgruber an. Die einfache Fähigkeit zum Glücklichsein sei uns abhanden gekommen.

 

 

 

 

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