Die Deutsche Bank überrascht
Unter dem Strich verdiente die Deutsche Bank 1,9 Milliarden Euro und damit rund acht Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Nettogewinn von 1,77 Milliarden Euro gerechnet.
Trotz des Iran-Krieges und der schlechteren Wachstumsaussichten hält die Führung der Grossbank an ihrem Ausblick fest und rechnet mit Erträgen von rund 33 Milliarden Euro im Gesamtjahr. «Wir können mit Unsicherheit umgehen», sagte Finanzchef Raja Akram in einer Telefonkonferenz. Kunden suchten zum Teil sogar mehr Rat von der Bank angesichts der unsicheren Lage.
Leicht höhere Erträge
Auch deshalb rechnet die Bank im Investmentbanking im Gesamtjahr nun sogar mit «höheren» Erträgen als im Vorjahr. Bislang war nur von «leicht höheren» Erträgen die Rede. Trotz der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges erwartet die Deutsche Bank weniger Kreditausfälle.
Die Entwicklung im ersten Quartal sei «ein sehr guter Start in die nächste Phase unserer Strategie», sagte Bankenchef Christian Sewing. Das Ergebnis unterstreiche den Anspruch, «der europäische Champion im Bankgeschäft zu werden». Das Management will bis 2028 die Rendite auf mehr als 13 Prozent steigern.
Im ersten Quartal, das bei Banken traditionell besonders stark ist, lag sie bei 12,7 Prozent des Kernkapitals der Bank.
Das Privatkundengeschäft hilft
In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres trugen vor allem das Privatkundengeschäft sowie die Vermögensverwaltung zu dem guten Ergebnis bei. Der Vorsteuergewinn der Privatkundensparte stieg gegenüber dem Vorjahr gleich um 39 Prozent auf 681 Millionen Euro. Beim Asset Management gab es ein Plus in ähnlicher Grössenordnung, die Fondstochter DWS produzierte knapp 280 Millionen Euro Gewinn vor Steuern.
Im Firmenkundengeschäft stagnierten Erträge und Gewinne im Vergleich zum Vorjahr, in der Investmentbank fiel der Gewinn sogar geringer aus. Insgesamt sank die Cost-Income-Ratio von 61,2 noch 58,9 Prozent.
Rekord im Vorjahr
Beim Vorsteuergewinn, der auf etwas mehr als 3 Milliarden Euro kletterte, war bisher nur das erste Quartal 2007 mit rund 3,2 Milliarden Euro noch ertragreicher. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank mit gut 9,7 Milliarden Euro das höchste Vorsteuerergebnis ihrer Geschichte erzielt. Davon blieben 6,1 Milliarden Euro als Reingewinn. Höher war der Gewinn nur im Rekordjahr 2007 mit damals rund 6,5 Milliarden Euro.














