WEF und CfC St. Moritz: Einblicke in die verrücktesten Investments

Die Roboter fahren gross auf


roboter

Roboter dringen immer mehr in unseren Alltag ein. (Bild: Shutterstock)

Zurück auf der Erde wird sich der Future Investments Circle auch mit der kommerziellen Nutzung von Robotik befassen – darunter humanoide Roboter, die zu Hause beim Putzen, Bügeln und Waschen helfen oder manuelle Arbeiten übernehmen können.

Zu den Referenten gehören unter anderem Joe Landon, Präsident und Mitgründer von Rendezvous Robotics, einem Unternehmen, das autonome Systeme für den Aufbau von Weltrauminfrastruktur entwickelt, und Oliver Ulrich, der seit über zwei Jahrzehnten NASA-Missionen leitet.

Eine neue Währung


stablecoins

Stablecoins statt Euro? Ein heiss diskutiertes Thema unter Investoren. (Bild: Shutterstock)

Laut Bernegger ist eines der grössten Themen der Crypto Finance Conference (CFC) der US-amerikanische GENIUS Act («Guiding and Establishing National Innovation for U.S. Stablecoins»), ein Gesetzesvorschlag mit potenziell erheblichen Auswirkungen auf die europäischen Zentralbanken.

Die Ausgabe von in US-Dollar denominierten Stablecoins könnte Einzelpersonen und Unternehmen in der EU dazu bringen, diese anstelle von Euro zu halten, was die europäische Geldpolitik einschränken könnte. Wenn solche Stablecoins weit verbreitet würden, könnten sie die globale Dominanz des Dollars weiter stärken, die Nachfrage nach dem Euro beeinflussen und die Wirksamkeit der Instrumente der Europäischen Zentralbank zur Kontrolle der Inflation verringern.

Als Reaktion darauf prüfen die europäischen Zentralbanken derzeit die Ausgabe eigener digitaler Währungen. Dies wirft jedoch ethische Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf Länder wie China, die ähnliche Systeme zusammen mit sozialen Kreditstrukturen nutzen.

Weitere beliebte Themen der Konferenz sind die Tokenisierung von Vermögenswerten sowie die Integration von KI und Blockchain. Zu den bemerkenswerten Sprechern zählen Brad Garlinghouse, CEO des Blockchain-Unternehmens Ripple; Jenny Johnson, Präsidentin und CEO von Franklin Templeton, das 1,5 Billionen Dollar verwaltet; Richard Teng, CEO einer der weltweit grössten Krypto-Börsen; und möglicherweise Carolyn Weinberg, Chief Product and Innovation Officer bei BNY, so Bernegger.

Ein neuer Mensch


longevity 

Nach wie vor hoch im Kurs: Longevity. (Bild: Shutterstock)

Ein weiteres zentrales Investmentthema dieses Jahres liegt deutlich näher: der menschliche Körper. Longevity ist derzeit eines der grössten Investmentthemen der Wirtschaft von morgen, wobei die Investitionen in diesen Markt bis 2035 auf 50 bis 80 Milliarden Dollar prognostiziert werden.

Beim privaten Longevity Investors Lunch in Davos wird eine ausgewählte Gruppe von 50 bis 60 Gästen zu einem privaten Dreigang-Mittagessen zusammenkommen und über die wichtigsten technologischen Durchbrüche des Sektors diskutieren. Interessant an dieser Branche ist, dass ihr Wachstum teilweise durch die Sorge um die alternde Bevölkerung und deren Auswirkungen auf künftige Gesundheitssysteme und Rentensysteme getrieben wird, sie aber gleichzeitig auch eine Elite-Lifestyle-Bewegung ist, die langsam, aber sicher in die breite Öffentlichkeit vordringt.

Bernegger, der die Veranstaltung ausrichtet, betont, dass der Fokus in diesem Sektor inzwischen auf quantifizierbaren Ergebnissen liegt, die sich darauf konzentrieren, die biologische Uhr zurückzudrehen. Zu den interessantesten Referenten bei der nur auf Einladung stattfindenden Veranstaltung zählen Jordan Schlain, Longevity-Berater für Prominente und Spitzensportler in den USA, sowie Liv Kraemer, Gründerin der Skin Longevity Clinic in Zürich.

Eine neue US-Agenda

Schliesslich ist einer der kritischsten Momente, welche die Wirtschaft der Zukunft im Januar prägen könnte, die Ankunft der Trump-Administration am WEF, die in einer historischen Kirche in Davos ihr Zentrum haben wird, die leicht an The Crucible erinnert. Die US-Delegation wird Handelsminister Howard Lutnick, Energieminister Chris Wright und Finanzminister Scott Bessent umfassen.

Während vor dem Forum weithin gemunkelt wurde, dass die Diskussionen den Krieg in der Ukraine betreffen würden, könnte sich die Aufmerksamkeit nun auch auf Venezuela, Grönland, Kuba und die Zukunft der Rohölmärkte erstrecken. In seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum im vergangenen Jahr, die per Videoschalte gehalten wurde, forderte Trump niedrigere OPEC-Ölpreise, rief zu Zinssenkungen auf und warnte vor möglichen Zöllen. Beobachter werten seine diesjährige Rede daher als Hinweis darauf, welche politischen Prioritäten künftig relevant sein könnten.

Insgesamt sind das WEF und die CFC weit mehr als elitäre Konferenzen. Sie sind nicht nur eine Transformation des Bestehenden, sondern eine Genesis all dessen, was sein könnte – eine Entfaltung von Innovation, die die Grundlagen der Gesellschaft legt und unsere Kultur in den kommenden Jahren gestalten wird. Auch wenn niemand die Zukunft mit Sicherheit vorhersagen kann, setzen diese Zusammenkünfte den Ton für das Jahr und etablieren Agenden, die neue Paradigmen einleiten und die Wirtschaft der Zukunft massgeblich prägen.