WEF-Chef Børge Brende tritt nach Epstein-Enthüllungen zurück
Die Nachricht über den Rücktritt von Børge Brende kam als Pressemitteilung der Co-Vorsitzenden André Hoffmann und Larry Fink im Namen des Kuratoriums des World Economic Forum (WEF). Darin danken die beiden Brende für seine «bedeutenden Beiträge zum Weltwirtschaftsforum».
Interimistisch wird Alois Zwinggi als neuer Direktor berufen, bis eine Nachfolge gefunden ist, wie es weiter heisst.
«Wir möchten Børge unseren aufrichtigen Dank für seine bedeutenden Beiträge zum Weltwirtschaftsforum aussprechen. Sein Engagement und seine Führungsstärke waren in einer für die Organisation entscheidenden Reformphase von entscheidender Bedeutung und haben zu einer erfolgreichen Jahrestagung in Davos geführt. Wir respektieren seine Entscheidung, zurückzutreten», heisst es in der Mitteilung weiter.
Anfang Februar war durch die Veröffentlichungen der sogenannten Epstein-Files durch das US-Justizministerium bekannt geworden, dass Brende in den Jahren 2028 und 2019 einen intensiven Kontakt zum verurteilten und 2019 verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gepflegt hat. Die Akten zeigen, dass sich der WEF-Chef Brende in dieser Zeit mehrmals mit Epstein traf und mit ihm per SMS-Nachrichten und E-Mails in Kontakt stand. Die Nachrichten sind in einem freundschaftlichen Ton gehalten und der WEF-Chef nahm auch an einer Geburtstagfeier von Epstein in New York teil.
Überprüfung habe «keine weiteren Bedenken» ergeben
Das WEF hatte nach Bekanntwerden des Kontakts eine Untersuchung von einem externen Rechtsberater eingeleitet. Die Überprüfung sei abgeschlossen, schreibt das WEF in der Mitteilung weiter. «Die Ergebnisse ergaben, dass es keine weiteren Bedenken gibt, die über die bereits offengelegten hinausgehen.»
Auch Brende selbst äussert sich in dem Communiqué: «Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, als Präsident und CEO des Weltwirtschaftsforums zurückzutreten.» Jetzt sei der richtige Zeitpunkt für das WEF, seine wichtige Arbeit ohne Ablenkungen fortzusetzen, begründet er seien Schritt.
Der 1965 geborene norwegische Politiker und frühere Aussenminister (2013-2017) wurde im September 2017 zum Präsidenten des Weltwirtschaftsforums ernannt.
Erstmals wurden seine Kontakte zu Epstein bereits im November 2025 bekannt. Brende hatte diese zunächst gegenüber der norwegischen Zeitung «Aftenposten» geleugnet. Gemäss Brende waren ihm Epsteins Straftaten nicht bekannt, und er beteuerte, dass er seinen Vorgänger Klaus Schwab 2019 bei Bekanntwerden des Skandals informiert habe.














