Der Investor, der sich traut, anders zu denken

Steigende Kosten, kürzere Saisons und strukturelle Herausforderungen setzen den Tourismus in den Bergregionen unter Druck. Daniel Renggli, Gründer und CEO der Revier Hospitality Group, zeigt im Podcast von finews auf, wie sich mit einem konsequent digitalisierten und schlanken Betriebsmodell dennoch attraktive Renditen erzielen lassen.

«Ich glaube, so wie es heute vielerorts gemacht wird, ist es aus Investorensicht schwierig», sagt er. Der Schlüssel liege darin, das Geschäftsmodell grundlegend zu überdenken.

Weniger Personal, mehr Effizienz

Die Revier Hospitality Group setzt konsequent auf standardisierte Prozesse, Digitalisierung und eine schlanke Organisation. «Wir haben vielleicht ein Drittel des Personals von klassischen Hotelbetrieben», erklärt Renggli. Dies ermögliche es, flexibel auf die starke Nachfragevolatilität in Bergregionen zu reagieren, wo oft nur wenige Wochen über den wirtschaftlichen Erfolg entscheiden.

Gerade diese Verdichtung der Wertschöpfung sei entscheidend: «In den Bergen müssen wir unser Geld in rund 60 Tagen verdienen», so Renggli. Entsprechend wichtig seien effiziente Abläufe und eine klare Positionierung.

 

Attraktive Renditen trotz hoher Einstiegshürden

Trotz der Herausforderungen sieht Renggli den Sektor weiterhin als interessant für Investoren – vorausgesetzt, das Konzept stimmt. Die Kombination aus Immobilienentwicklung, Betrieb und Investment innerhalb einer integrierten Struktur ermöglicht aus seiner Sicht attraktive Renditen.

«Wir zahlen Pacht, die in etwa einer Rendite von 6 Prozent auf die Immobilie entspricht», sagt er. Durch den Einsatz von Fremdkapital könne die Eigenkapitalrendite «auf 18 Prozent oder mehr steigen».

Gleichzeitig betont er die hohen Eintrittsbarrieren: Lange Entwicklungszyklen, regulatorische Auflagen und begrenzte Flächen machten Expansionen in den Bergen deutlich anspruchsvoller als in urbanen Märkten. «Wenn wir heute ein Hotel entwickeln, sprechen wir schnell von fünf bis acht Jahren», so Renggli.

Fokus statt Angebotsausweitung

Während viele Anbieter versuchen, ihr Angebot auszuweiten – etwa durch Wellness oder Medical Services – verfolgt Revier bewusst einen anderen Ansatz. «Der Gast kommt nicht wegen des Hotels, sondern wegen der Aktivitäten vor Ort», sagt Renggli. Entsprechend setze man auf ein bewusst schlankes Produkt.

Diese Klarheit sei entscheidend für den langfristigen Erfolg: «Es ist wichtig, an Konzepten festzuhalten, die funktionieren – und nicht ständig neue Elemente hinzuzufügen.»

Die Revier Hospitality Group wächst weiter. Noch in diesem Sommer soll ein weiteres Hotel in der Schweiz übernommen werden – mehr dazu im Podcast von finews.

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