GV60 Magma: Ein Vulkan auf vier Rädern

Magma mag man sofort. Orange, wohin das Auge blickt. Das Ganze ist ein Auto auf vier Rädern, das aber noch viel mehr sein will. Was dieses «Mehr» bedeutet, zeigte Genesis bereits vor wenigen Wochen auf internationaler Bühne: Der GV60 Magma feierte seine Weltpremiere als erstes Hochleistungs-Serienmodell der Marke auf dem Circuit Paul Ricard in Südfrankreich.

Zürich bildete nun den nächsten Akt für die Inszenierung eines Fahrzeugs, das eine neue Haltung einnehmen will.

Ein Auto mit krassen Muskeln

Diese Haltung wird zunächst im Design sichtbar. Der GV60 Magma ist keine simple Leistungssteigerung eines bestehenden Modells, sondern eine bewusst zugespitzte Interpretation dessen, wofür Genesis künftig stehen will. Breiter, tiefer und muskulöser.

In der Designphilosophie der koreanischen Marke nennt sich dieser Ansatz «Athletic Elegance», also eine Bandbreite zwischen sportlichen und eleganten, seriösen Attributen. In der Sprache der Mode gedacht, tragen die Genesis Limousinen massgeschneiderte Anzüge mit Nadelstreifen und Bundfalten. Der GV60 Magma hingegen erscheint im sportlichen Wochenendoutfit mit Muskeln, die sich unter dem Stoff abzeichnen.

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Der GV60 Magma feierte vor wenigen Wochen seine Weltpremiere auf dem Circuit Paul Ricard in Südfrankreich (Bild: zVg)

Koreanische Vulkanlandschaft als Inspiration

Die Grundlage für das brandneue Elektroauto bildet das klassische GV60-Modell in der Serie, welches stark auf Effizienz getrimmt ist. Für Magma wurde diese Basis neu sowie sportlicher interpretiert mit offenerer Front, markanterer Aerodynamik sowie sichtbar geschärfter Haltung. Inspiriert ist das Konzept von der Vulkanlandschaft Koreas. Magma steht sinnbildlich für die Kraft unter der Oberfläche – kontrolliert, aber jederzeit abrufbar.

Diese Idee zieht sich durch das gesamte Fahrzeug. Die Front wirkt fokussierter, mit schärferen Winkeln und stärkerer Dreidimensionalität. Kleine aerodynamische Flügelprofile an der Vorderachse reduzieren Auftrieb bei hohen Geschwindigkeiten, während ausgeprägte Schweller und ein deutlich breiterer Heckspoiler für zusätzlichen Abtrieb sorgen. Das Fahrzeug steht satter auf der Strasse – optisch wie technisch.

Der Fahrer im Mittelpunkt

Auch im Interieur verschiebt sich der Fokus klar Richtung Fahrer. Ein neu entwickeltes Sportlenkrad, direkt integrierte Regler für die Fahrmodi und konturierte Sportschalensitze prägen das Cockpit. Auffällig ist das mehrfarbige Stitching der Sitze, das mit einem subtilen 3D-Effekt spielt. Alle Metalloberflächen sind bewusst in Schwarz gehalten, um Reflexionen zu minimieren. Der gesamte Innenraum ist verstärkt auf das Fahrerlebnis ausgerichtet – der Fahrer soll sich ganz auf die Strasse konzentrieren können.

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Das gesamte Interieur des Elektroautos ist auf das Fahrerlebnis ausgerichtet. (Bild: zVg)

Reduktion als neue Form von Stärke 

Dass Reduktion kein Widerspruch zu Charakter ist, bestätigt auch Moritz Martin, Senior Exterior Designer bei Genesis, im Gespräch mit finews. In der Automobilbranche beobachtet er derzeit eine Kehrbewegung von visueller Überladung zu Simplizität. «Wir reduzieren die Formensprache und verstärken gleichzeitig den Charakter», sagt Martin.

Gerade im Zeitalter der Elektrifizierung sei das entscheidend. Elektroplattformen brächten zwar herausfordernde Proportionen mit sich, eröffneten aber neue Freiheiten in der Gestaltung. Licht werde dabei zunehmend zu einem zentralen Designelement – auch, weil moderne Batterietechnologie eine völlig neue Inszenierung ermögliche.

Der kleine Teufel unter der ruhigen Hülle

Beim Magma sei man diesen Weg besonders konsequent gegangen: «Wir haben einen kleinen Teufel mit Hörnchen auf die Strasse gestellt», sagt Martin mit einem Lächeln. Hinter der ruhigen, fast minimalistischen Hülle stecke eine enorme Energie. Selbst die auffällige orangene Lackierung folgt diesem Prinzip: feine gelbe Metallpartikel sorgen im Sonnenlicht für Tiefe und Lebendigkeit.

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Konturierte Sportschalensitze zieren das Cockpit des Fahrzeugs. (Bild: zVg)

Mehr als Leistung: Luxury High Performance

Technisch unterstreicht der GV60 Magma diesen Anspruch. Mit bis zu 650 PS im Boost-Modus zählt er zu den leistungsstärksten Modellen innerhalb der Hyundai Motor Group. Doch Genesis betont bewusst, dass es nicht primär um Zahlen gehe.

«Luxury High Performance» nennt die Marke ihre neue strategische Ausrichtung. Entsprechend bietet der GV60 Magma spezielle Fahrmodi, eine performance-orientierte digitale Anzeige und Funktionen wie Virtual Gear Shift oder Drift-Modus, die Emotion und Kontrolle verbinden sollen.

Ein neues Jahrzehnt für Genesis

«Genesis hat schneller als jede andere Luxusmarke ein Volumen von einer Million verkauften Fahrzeuge erreicht. Mit Magma beginnt für den Hersteller ein neues, bedeutendes Jahrzehnt. «Wir entwickeln nicht nur Hochleistungsfahrzeuge – wir definieren den Begriff ‹Luxury High Performance› neu und zeigen, was möglich ist, wenn koreanische Innovation auf globale Ambitionen trifft», sagt José Muñoz, Präsident und CEO der Hyundai Motor Company und Genesis.

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Der glühend heisse GV60 fliesst nun auch auf Asphalt und Autobahn. (Bild: zVg)

Europa spielt in dieser neuen Phase eine zentrale Rolle. In den kommenden Monaten will Genesis weitere Märkte erschliessen, darunter Italien, Frankreich und Spanien. Angaben zum Verkaufspreis des Fahrzeugs machte die Marke bislang noch nicht.

Der GV60 Magma steht damit exemplarisch für den strategischen Anspruch von Genesis: elektrifizierte Hochleistung, getragen von Design, kultureller Identität und einem klaren Bekenntnis zum Fahrer. Oder anders gesagt: Magma fliesst nicht nur – es hinterlässt Spuren.