Zürcher Vermögensverwalter schreibt Rekordwerte und ist auf Wachstumskurs

Für Oliver Schmid war 2025 in jeder Hinsicht einzigartig: «Wir hatten 2025 ein Rekordjahr», sagt der CEO und Equity Partner von SoundCapital; detaillierte Zahlen publiziert der unabhängige Vermögensverwalter nicht. 

Neben der positiven Entwicklung an den Finanzmärkten hat laut Schmid vor allem die Transformation eingeschenkt: SoundCapital hat sich in den vergangenen Jahren einer konsequenten strategischen Weiterentwicklung unterzogen.

Jünger und mit mehr Kundenberatern

Dazu zählt insbesondere eine gezielte Verjüngung auf Partner- und Managementebene sowie der Ausbau des Teams mit neuen Kundenberatern. 

Parallel dazu hat das Unternehmen seine physische Präsenz erweitert – etwa mit einer neuen Niederlassung in Kreuzlingen sowie modernen Büroflächen am Bellevue in Zürich. «Damit vermögen wir nicht nur bei Mitarbeitenden, sondern auch Kunden zu punkten», sagt Schmid. 

Impressionen von den neuen Büroräumlichkeiten am Zürcher Bellevue. (Bilder: zVg)

Unabhängigkeit und Lean-Modell als Differenzierungsmerkmale

Ein zentraler Erfolgsfaktor bleibt die konsequente Unabhängigkeit von SoundCapital. Als bewusster strategischer Entscheid verzichtet der Vermögensverwalter auf eigene Produkte, um so den Kunden ein optimales, individuell zugeschnittenes Investmentangebot unterbreiten zu können – völlig frei von Interessenkonflikten. 

Darüber hinaus zahlt sich die schlanke Kostenstruktur als Teil der DNA von SoundCapital aus. «Wir fahren ein Lean-Business-Konzept mit konsequenter Kostenkontrolle», so CIO und Equity Partner Christian Luchsinger. Gerade im Vergleich zu Privatbanken mit umfangreichen Produktplattformen ermögliche dies eine höhere Effizienz und letztlich bessere Ergebnisse.

«Viele Marktteilnehmer sind noch stark mit Administration beschäftigt. Wir können uns stärker auf das konzentrieren, was wirklich zählt.»

Die Erfolgsformel: unabhängige Beratung mit professionellen Investmentprozessen, ein leistungsstarkes Team mit klaren und schlanken Strukturen sowie eine direkte Verknüpfung von Leistung und Vergütung. Plus Skalierbarkeit.

Technologie als strategisches Rückgrat für Skalierbarkeit

Ein wesentlicher Treiber der Entwicklung ist die frühzeitige Investition in Technologie. Christian Luchsinger betont die Bedeutung eines skalierbaren Setups im Portfolio-Management.

Heute arbeitet SoundCapital mit über acht Depotbanken, die über bidirektionale Schnittstellen angebunden sind. Dies ermöglicht eine weitgehend automatisierte Abwicklung des Transaktionsgeschäfts und schafft Freiräume für die eigentliche Wertschöpfung: die Anlageentscheidung.

«Viele Marktteilnehmer sind noch stark mit Administration beschäftigt. Wir können uns stärker auf das konzentrieren, was wirklich zählt», sagt Luchsinger.

Ein zentraler Bestandteil ist dabei die Nutzung von Modellportfolios und systematischen Investmentprozessen. Diese erlauben eine Kombination aus Individualisierung für den Kunden und gleichzeitiger Skalierbarkeit.

Skalierung ermöglicht Wachstum

Wie entscheidend diese Infrastruktur ist, zeigt sich konkret im Wachstum: 2025 konnte das Unternehmen die Anzahl diskretionärer Mandate im zentralen Portfolio-Management deutlich steigern. Ohne die technologische Basis wäre dies laut Luchsinger «schlicht nicht umsetzbar gewesen».

Auch der Aufbau der Niederlassung in Kreuzlingen sowie das Onboarding neuer Kunden hätten ohne automatisierte Prozesse nicht in dieser Geschwindigkeit erfolgen können.

Kulturwandel als Erfolgsfaktor

Neben Technologie spielt auch die Unternehmenskultur eine zentrale Rolle. SoundCapital hat gezielt auf digitalaffine Mitarbeitende gesetzt und damit einen Kulturwandel angestossen.

«Heute sehen wir, dass selbst weniger Technik affine Mitarbeitende mitziehen», so Schmid. Die Kombination aus Erfahrung und digitalem Mindset erweise sich als entscheidend.

Fokus auf Kundenbeziehung in der KI-Ära

Mit Blick nach vorne sieht das Unternehmen in der Automatisierung und im Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) vor allem eine Chance: Standardisierte Prozesse sollen weiter automatisiert werden, um mehr Zeit für die Kundenbetreuung zu gewinnen. «In einer Welt, in der vieles automatisiert wird, können wir uns stärker auf das konzentrieren, was nicht künstlich ist: die Beziehung zum Kunden», sagt Luchsinger.

Nachfolge und nächste Generation im Fokus

Parallel dazu treibt SoundCapital die Nachfolgeplanung aktiv voran. Jüngere Kundenberater übernehmen von älteren, vor der Pension stehenden Kollegen schrittweise bestehende Kundenbücher – begleitet durch strukturierte Übergangsmodelle.

Dieses Vorgehen soll sowohl die Kontinuität für bestehende Kunden sichern als auch den Zugang zur nächsten Generation von Vermögenden erleichtern.

Solider Start ins Jahr 2026 trotz geopolitischer Risiken

Operativ ist SoundCapital auch ins laufende Jahr gut gestartet. Trotz zunehmender geopolitischer Unsicherheiten – insbesondere im Nahen Osten – sieht sich das Unternehmen anlageseitig robust positioniert.

Ein Fokus liegt dabei auf diversifizierten und teilweise dekorrelierten Anlagen, um Portfolios widerstandsfähiger gegenüber Volatilität zu machen.

Ausbau des Angebots und weiteres Wachstum

Für die kommenden Jahre plant SoundCapital weiteres kontrolliertes und selektives Wachstum. Ein strukturierter Business-Development-Prozess soll sicherstellen, dass neue Mandate zur strategischen Ausrichtung passen.

Dank der Vielzahl angebundener Depotbanken ist SoundCapital optimal positioniert, um Vermögenswerte bankübergreifend zu konsolidieren. Darauf aufbauend wird das Angebot gezielt erweitert. Geplant sind unter anderem Vorsorgelösungen für Schweizer Kunden. 

Branchenstruktur begünstigt Konsolidierung

Vor dem Hintergrund steigender regulatorischer Anforderungen und hoher Investitionen in IT und Cybersecurity sieht Schmid zudem strukturelle Vorteile für grössere Anbieter.

Kleinere Vermögensverwalter dürften zunehmend unter Druck geraten insbesondere, wenn es um Skaleneffekte und Investitionen in Sicherheit und Technologie geht.