Münchens diskrete Luxusadresse für anspruchsvolle Geschäftsreisende

Das Preferred Hotel München Palace liegt im Nobelviertel Bogenhausen, das Ostufer der Isar ist nur einen Katzensprung entfernt, die grünen Maximiliansanlagen liegen vor der Haustür.

Ich reise mit hohen Erwartungen an, und als ich vom Doorman Herrn Piri herzlich mit Namen begrüsst und auf mein Zimmer geführt werde, ahne ich schon: Hier ist alles etwas anders als in den bekannteren Luxusadressen Münchens.

Das Hotel ist trotz seines Namens kein Palast, sondern ein eher unscheinbarer Bau aus den 1980-ern. Es ist weniger pompös als andere Fünf-Sterne-Häuser in der bayerischen Landeshauptstadt. Doch in meinem gemütlichen Zimmer mit Blick auf den grünen Innenhof fühle ich mich gleich wohl: warme Farben, Parkettboden, Vorhänge aus Seide, Sessel aus Samt. Qualität statt Opulenz. 

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In den 89 Zimmern des Hotels finden Stil und Gemütlichkeit zusammen. (Bild: zVg)

Eine Gastronomenfamilie als Münchner Institution

Das Hotel gehört der Familie Kuffler, die eigentlich in der Gastronomie heimisch ist und in München viele bekannte Restaurants, einen grossen Catering-Betrieb und auch das «Kufflers Weinzelt» auf dem Oktoberfest betreibt.

Wer die Philosophie der Familie Kuffler verstehen möchte, sollte einen Abend in diesem Weinzelt verbringen. Seit Jahrzehnten steht es für Genuss, Qualität und herzliche Gastlichkeit – Werte, die sich auch im München Palace in bemerkenswerter Konsequenz wiederfinden. Die Kuffler Gruppe wurde von dem mittlerweile verstorbenen Roland Kuffler und seiner Frau Doris Kuffler gegründet.

Heute führen die Söhne Stephan und Sebastian Kuffler die Unternehmensgruppe. Der Generationswechsel ist gelungen; das Familienunternehmen bleibt, was es immer war: bodenständig, gastfreundlich, münchnerisch. Stephan Kuffler ist eine seltene Kombination aus Hotelier, Wiesn-Wirt und Fotograf. Er fotografiert seit über 20 Jahren, hat mehrere Ausstellungen organisiert und den wunderschönen Bildband «The Palace Connection» veröffentlicht. In meinem Zimmer und den öffentlichen Bereichen hängen mehrere seiner emotionalen Fotografien.

Die ganze Erfahrung und bayerische Gastfreundschaft der Kufflers fliesst hier zusammen. Der Name entstand übrigens in Anlehnung an das exzellente Palace in Meran, das eines der 101 besten Hotels Deutschlands, Österreichs, Südtirols und der Schweiz ist. Roland und Doris Kuffler liebten es sehr, wie mir Sohn Stephan erzählt. 

Dass das Münchner Palace zur Spitzenklasse der deutschen Hotellerie gehört, ist zu einem grossen Teil der Verdienst von Kay Oliver Heller. Er ist seit acht Jahren der General Manager; früher arbeitete er im Hotel Elephant in Weimar und in verschiedenen weiteren renommierten Häusern im deutschsprachigen Raum. Er ist ein ruhiger, zurückhaltender Hoteldirektor, der mit seiner Kompetenz und Weitsicht für mich einer der besten des Landes ist.

Französische Küche und bayerische Klassiker

Wie zu erwarten von einer Gastronomenfamilie wie den Kufflers, ist das kulinarische Angebot im Münchner Palace erstklassig. Im «La Grenouille» werde ich von einer erstaunlich feinen französischen Küche überrascht. Weinbergschnecken als Vorspeise, Rindertatar mit Senfcreme als Hauptgang und eine schön leichte Zitronen-Quiche: grandios. Das alles wird ergänzt durch bayerische Klassiker wie die Münchner Fleischpflanzerl (nach dem berühmten Familienrezept der Kufflers) oder einem saftigen Wiener Schnitzel.

Die Zutaten stammen grösstenteils aus dem Umland, der Service ist herzlich und kompetent, die Weinkarte gut sortiert. Die Atmosphäre im Wintergarten mit seinen schicken Kronleuchtern zieht mich in ihren Bann. Das Licht fällt weich durch die hohen Glasscheiben, die Kronleuchter werfen einen warmen Schimmer auf weiss eingedeckte Tische, links und rechts wird vertraut geplaudert – für mich fühlt sich dieser Wintergarten weniger wie ein Hotelrestaurant an als wie ein gut behütetes Münchner Wohnzimmer.

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Im «La Grenouille» gibt es französische Brasserie-Küche auf sehr hohem Niveau. (Bild: zVg)

Zu den weiteren Restaurants der Kuffler Gruppe in München gehören unter anderem das «Spatenhaus an der Oper», die «Mangostin Asia Restaurants» sowie das Wirtshaus Haxnbauer, dessen Standort auf eine über 500-jährige Tradition als Schützenwirtschaft und Brauereigaststätte zurückblickt.

Kurz: Wenn ich drei, vier Nächte in München übernachte und nur in Restaurants der Kuffler-Gruppe essen würde, dann wäre für genügend Abwechslung gesorgt.

Einziges Manko: Nicht alle Zimmer sind mit einer Kaffeemaschine ausgestattet. Doch alles ist vergeben, wenn ich morgens im Innenhof das grosszügige Frühstücksbuffet geniesse. Und den Cappuccino, der mir zügig gereicht wird.

Abends, als ich durch das Hotel schlendere und Fitnessstudio und Eventräume besichtige, entdecke ich die Palace Bar, eine der atmosphärischsten Hotelbars der Stadt: Ledersessel, dunkle Holztäfelung und eine gut durchdachte Auswahl an Weinen und Cocktails. Hier treffe ich neben anderen Hotelgästen auch einige Besucher des nahegelegenen Prinzregententheaters.

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Die Hotel-Bar ist perfekt für einen abendlichen Cocktail in intimer Atmosphäre. (Bild: zVg)

Den Unterschied macht die persönliche Beziehung zu den Gästen

Was mir während meines Aufenthalts auffällt: Das Hotel zählt viele treue Stammgäste. Hier herrscht eine andere Stimmung als in den bekannteren Adressen Münchens. Das Preferred Hotel Palace München verzichtet auf Pomp und setzt stattdessen auf Familiarität, Stil und Komfort. Gepaart mit der ruhigen, aber zentralen Lage in Isarnähe und der erstklassigen Gastronomie ist das Fünf-Sterne-Hotel eines der besten der Stadt.

Für mich eine wichtige Ergänzung und spannende Alternative zu den grossen internationalen Ketten Münchens – und ein heisser Anwärter auf eine gute Platzierung im nächstjährigen Hotel-Ranking der «101 Besten».

Bei meiner Abreise verabschiedet sich der eingangs erwähnte Herr Piri mit einer solchen Herzlichkeit von mir, dass ich fast allein seinetwillen bald zurückkehren möchte. Hier habe ich meinen persönlichen Münchner Rückzugsort gefunden.


Als früherer Grandhotelier und Betreiber des Hotelrankings «101 beste Hotels» ist Carsten K. Rath Globetrotter von Berufs wegen. Sämtliche Hotels, über die er schreibt, bereist er auf eigene Rechnung.