Was Anleger von einer Reiterin lernen können
Von Henriette Le Mintier, Portfoliomanagerin für Zins- und Kreditprodukte LBP AM
Seit über 20 Jahren bin ich auf Anleihemärkte spezialisiert und arbeite als Portfoliomanagerin für festverzinsliche Wertpapiere und Kredite, wobei ich für Absolute Return-Portfolios verantwortlich bin. Mein Sommerferiensziel liegt in der Bretagne: Pléneuf-Val-André, ein charmanter französischer Badeort an der Ostküste der Bucht von Saint-Brieuc im Departement Côtes-d’Armor. Die Küste der Côtes-d’Armor zeichnet sich durch eine grosse Vielfalt an Küstenlandschaften aus, darunter wilde Buchten und feine Sandstrände, eingebettet zwischen Hügeln und steilen Klippen. Die Landschaft ist atemberaubend und erstreckt sich vom Cap Fréhel im Osten bis zur Rosé-Granit-Küste im Westen.
Wirtschaftlich gesehen zeichnet sich die Region durch einen nach wie vor bedeutenden Agrarsektor aus, der vor allem durch die Rinder- und Schweinezucht geprägt ist – der bretonische Schweinemarkt in Plérin dient als Massstab für die Festlegung der Schweinefleischpreise in ganz Frankreich. Die Küste ist ideal für den Seefischfang, mit sieben Häfen, darunter Erquy, Frankreichs viertgrösster Fischereihafen. Der Fang von Jakobsmuscheln ist eine der Spezialitäten der Côtes d’Armor. Die Bucht von Saint-Brieuc ist für ihre Produktion bekannt, mit einer Biomasse von 80’000 Tonnen Jakobsmuscheln von insgesamt 200’000 Tonnen in Frankreich.
Und natürlich spielt der Tourismus eine Schlüsselrolle in der lokalen Wirtschaft. An der 350 Kilometer langen Küste liegen die meisten Sommerferienorte, darunter beliebte Küstenstädte wie Perros-Guirec, Erquy, Saint-Cast-Le-Guildo, Pléneuf-Val-André und Trégastel.
Wendig auf jedem Gelände
In Pléneuf-Val-André sind unsere Augustmonate geprägt von den belebenden Ritualen von Familienferien: grosse, lebhafte Mahlzeiten, bei denen Kinder, Grosseltern und Cousins im Elternhaus zusammenkommen; das Sammeln von Meeresfrüchten bei Ebbe; ganz zu schweigen von Tennis-, Fussball- und Volleyballrunden. Ausserdem besuchen wir jedes Jahr das Nationalgestüt in Lamballe, um an den Ställen vorbeizuschlendern oder die Reitveranstaltungen zu geniessen. Als begeisterte Reiterin gehe ich immer noch ab und zu reiten. Als ich jünger war, habe ich Springreiten betrieben und im Damensattel geritten. Das erfordert präzise Technik, einen ausgeprägten Gleichgewichtssinn und perfekte Harmonie mit dem Pferd.
Meine Faszination für Bewegung geht weit über Pferde hinaus. Ich liebe auch alles, was einen Motor hat: Ich segle gerne, liebe den Nervenkitzel von Sportwagen und bin Motorradfahrerin. Meine Liebe zu Motorrädern, insbesondere zum Offroad-Fahren, hat mich auf Roadtrips durch Lateinamerika, Madagaskar und Thailand auf aussergewöhnliche Strecken geführt. Freiheit, Mobilität und Agilität: Für mich dienen diese Themen auch als Leitprinzip auf den Finanzmärkten, und das ist kein Zufall!
Ich verwalte Absolute-Return-Anlagestrategien, deren flexibler Ansatz auf einer Bandbreite von Instrumenten und festverzinslichen Anlageklassen basiert. Diversifizierung der Treiber, Anpassung an das jeweilige Umfeld, die Suche nach der richtigen Balance und das Finden von Alternativen – unabhängig von Gelände oder Hindernissen: Das ist es, was ich liebe, egal ob ich vor einem Bloomberg-Terminal sitze, auf dem Motorrad, zu Pferd oder auf einem Boot!
Die Zinssensitivität verstärkt
Der Absolute-Return-Ansatz zielt darauf ab, durch Stabilität, Risikokontrolle und verlässliche Renditequellen positive Renditen in verschiedenen Marktphasen zu erzielen. Er ist nicht an eine Benchmark gebunden und kann verschiedene Instrumente und Vermögenswerte an den Anleihemärkten kombinieren. Diese Flexibilität ermöglicht es, die Dekorrelation zwischen den einzelnen Renditequellen zu erhöhen, potenzielle Marktschocks besser abzufedern und dennoch aktiv an Aufwärtsbewegungen teilzuhaben.
Derzeit sind wir der Ansicht, dass das aktuelle Zinsniveau im Anleihebereich für Staatsanleihen günstig ist. In den vergangenen Monaten haben wir die Zinssensitivität verstärkt. Im Kreditbereich versuchen wir, von den Renditeniveaus und attraktiven Spreads im Segment der Laufzeiten von 2 bis 4 Jahren der Zinsstrukturkurve zu profitieren. Wir haben zudem Inflationsderivate integriert, die sich während der Iran-Krisenphase als sehr nützliche Absicherungsinstrumente zur Überwachung der Volatilität erwiesen haben.
Finanzemittenten weiterhin interessant
Weltweit verfolgen wir weiterhin einen aktiven, flexiblen Ansatz, um Chancen bei allen Arten von Emittenten zu nutzen, wobei Diversifizierung ein zentraler Faktor bleibt. Bei der Auswahl der Anleihen verfolgen wir weiterhin einen selektiven Ansatz bei Carry-Trades und bleiben gegenüber den zyklischsten Sektoren vorsichtig.
Unserer Ansicht nach sind Finanzemittenten weiterhin interessant, da ihre Fundamentaldaten solide bleiben und ihre relativen Bewertungsniveaus nach wie vor attraktiv erscheinen. So wählen wir beispielsweise im Rahmen einer Diversifizierungsstrategie einige qualitativ hochwertige Anleihen aus Osteuropa und dem italienischen Bankensektor aus. Für Anleger – und dies gilt traditionell wahrscheinlich in der Schweiz noch stärker als anderswo – kann diese Kombination aus Flexibilität, Risikokontrolle, Stabilität und breiter Diversifizierung einen erheblichen Vorteil darstellen.














