UBS übertrifft Erwartungen – CS-Integration biegt auf Zielgerade ein

Die Schweizer Grossbank schliesst das zweite Quartal mit einem Vorsteuergewinn von 3,6 Milliarden Dollar (+64 Prozent) und einem Reingewinn von 2,8 Milliarden ab. Dies geht aus den am Mittwoch präsentierten Zahlen hervor. 

Die Cost-Income-Ratio auf zugrundeliegender Basis beläuft sich auf 70 Prozent, die harte Kernkapitalquote (CET1) auf 14,4 Prozent. 

Der Vorsteuergewinn für das erste Halbjahr beläuft sich auf 7,4 Milliarden Dollar und der Reingewinn 5,8 Milliarden Dollar.

Damit wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen. Diese rechneten mit einem Vorsteuergewinn im zweiten Halbjahr von 3,1 Milliarden Dollar und einem Konzerngewinn von 2,39 Milliarden Dollar

«Ein Pokal, den wir uns erst verdienen mussten»

UBS-Group-CEO Sergio Ermotti spricht von einer starken Performance: «Von Anfang an habe ich deutlich gemacht, dass die Übernahme der Credit Suisse nicht ein Geschenk an uns war, sondern eher ein Pokal, den wir uns erst verdienen mussten», betont er.

Die Reise sei nicht geradlinig verlaufen. «Nun zahlen sich diese Anstrengungen aus, und die ausserordentliche Geduld und Unterstützung unser Aktionärinnen und Aktionäre tragen Früchte», sagt er. 

Die UBS sei gut positioniert, um ihre Renditeziele für 2026 auf Exit-Rate-Basis zu übertreffen und das angestrebte Aufwand-Ertrags-Verhältnis zu erreichen.

Verwaltete Vermögen auf Rekordhoch

Wachstumstreiber waren sämtliche Unternehmensbereiche. Im Global Wealth Management belief sich der Nettoneuzufluss an Vermögenswerten auf 36 Milliarden Dollar im zweiten Quartal und gesamthaft im ersten Halbjahr auf 73 Milliarden Dollar. Annualisiert entspricht dies einer Wachstumsrate von 3 Prozent.

Dem Asset Management sind im zweiten Quartal Nettoneugelder von 6 Milliarden zugeflossen und im ersten Halbjahr von 20 Milliarden Dollar. 

Die verwalteten Vermögen lagen Ende Juni bei rekordhohen 7,3 Billionen Dollar. Hohe Vermögenszuflüsse wurden insbesondere in der Schweiz, EMEA und APAC verzeichnet. In Americas resultierte ein Nettoneugeldzufluss an Vermögenswerten von 1 Milliarde Dollar, trotz saisonal steuerbedingter Abflüsse in der Höhe von rund 10 Milliarden Dollar.  

Neues Aktienrückkaufprogramm aufgegleist 

Im Juli hat die UBS ihr letztes Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen.

Nun kündigt die Grossbank weitere Rückkäufe im Umfang von bis zu 3 Milliarden Dollar an. Diese sollen bis Ende zweites Quartal 2027 abgeschlossen werden. In den nächsten drei Monaten sollen Aktien von mindestens 1 Milliarden Dollar zurückgekauft werden.  

Schlussspurt bei der CS-Integration

Mit dem Abschluss der Datenmigration im März dieses Jahres begann für die UBS die letzte Etappe bei der Integration der Credit Suisse.

Dabei ist die UBS auf gutem Weg, das Einsparungsziel von 13,5 Milliarden Dollar zum Jahresende hin zu erreichen. Im zweiten Quartal kam zusätzliche Kosteneinsparungen von brutto 1,1 Milliarden Dollar dazu. Damit belaufen sich die seit Ende 2022 erzielten Einsparungen auf brutto 12,6 Milliarden Dollar, 90 Prozent der total angestrebten Bruttoeinsparungen.

Altbekanntes zur Regulierung

Fortschritte erzielte die UBS auch bei der Stilllegung von technischer Infrastruktur: Mehr als 90 Prozent der alten Anwendungen werden nicht mehr länger genutzt, 70 Prozent sind bereits vollständig ausser Betrieb. 

Die UBS veröffentlichte am Mittwoch ein Dokument zur (politischen) Diskussion rund um die TBTF-Regulierung mit den aus ihrer Sicht wichtigen Zahlen, Fakten und Hintergründe. Das Papier enthält keine neue Positionen der Grossbank.