Stéphane Enguehard: «Fondsmanager müssen «echtes» Alpha generieren»

Hedge Funds werden auch für Institutionelle «salonfähig». Es ist höchste Zeit, denn wie sonst sollen Grossanleger ihre Renditen einspielen? Stéphane Enguehard von Lyxor über die Jagd nach dem «echtem» Alpha.


Herr Enguehard, die Börsenhausse der vergangenen Monate scheint verpufft zu sein, und die Zinsen bleiben bis auf weiteres tief. Diese Ausgangslage setzt vor allem den institutionellen Investoren gehörig zu. Was können sie tun?

In der Tat, traditionelle Anlagestrategien versagen zusehends, um Alpha zu generieren. Ging die Portfolio-Allokation in der Vergangenheit vielen Institutionellen noch locker von der Hand, sind jetzt neue Ansätze gefragt.

Nämlich?

Ich denke, die institutionellen Anleger müssen heute mehr Zeit darauf verwenden, die richtigen Fondsmanager auszuwählen, und zwar jene, die «echtes» Alpha generieren und nicht «Beta» oder «Alternative Beta».


«Es gab enorme Unterbewertungen»


Wo findet man solche Manager?

In Hedge Funds. Diese Anlageklasse hat sich im vergangenen Jahr stark entwickelt, weil es im Markt enorme Unterbewertungen gab. Das haben sich viele Hedge Funds zunutze gemacht und mindestens jene 6 Prozent an Performance erzielt, welche die Institutionellen fordern, um ihre Ansprüche zu erfüllen.

Wie sieht es im laufenden Jahr aus?

Zum einen profitiert die Hedge-Fund-Industrie von zahlreichen regulatorischen Veränderungen, die dazu führen, dass diese Anlagekategorie sozusagen salonfähig wird respektive in einer wachsenden Zahl an institutionellen Portefeuilles Eingang findet.


«Hedge Funds sind kein Teufelszeug»


Zum andern kann man dadurch auch sagen, die Hedge-Fund-Industrie wird transparenter und investorenfreundlicher. Gleichzeitig erkennen immer mehr Institutionen, dass Hedge Funds kein Teufelszeug sind, sondern durchaus dazu beitragen können, bestimmte Anlageziele zu erreichen.

Will heissen?

Immer mehr institutionelle Anleger betrachten Hedge Funds nicht als isoliertes Investment, sondern integrieren sie in ihre traditionelle Asset-Allokation, etwa beim Aktienanteil, um das Risiko-/Return-Profil besser abzugleichen. Ein Beispiel dafür ist die Pensionskasse der Lehrerschaft in Kalifornien CalSTRS.

Lyxor hat unlängst aber auch einen Managed-Accounts-Fund für eine führende europäische Privatbank aufgegleist, deren Name ich aber hier nicht verraten kann.

Nach der Finanzkrise gaben viele Hedge Funds auf. Doch kaum ging es an der Börse wieder bergauf, stieg auch die Zahl neuer Hedge Funds. Man spricht weltweit von derzeit etwa 8'000 solcher Vehikel. Über kurz oder lang dürfte das zu einer neuerlichen Konsolidierung führen. Meinen Sie nicht?

Absolut, dieser Trend wird in der Branche sogar schlagartig einsetzen und sich über die gesamte Asset-Management-Industrie erstrecken. Doch das ist bloss eine Reaktion auf die verschärften Regulationen – die per se nicht schlecht sind – sowie auf die gestiegenen Kundenerwartungen.


«Die Konsolidierung steht erst am Anfang»


Unter Druck werden vor allem kleinere Generalisten in der Branche geraten. Umgekehrt eröffnen sich dadurch auch enorme Chancen für Nischenanbieter, die in jenen Bereichen tätig sind, die für grosse Akteure zu klein sind.

Wo steht Lyxor in dieser Entwicklung?

Wohlgemerkt, die Konsolidierung steht erst am Anfang. Fest steht jedoch, dass wir mit unserer Grösse ausgesprochen gut positioniert sind. Wir besitzen mittlerweile 16 Jahre an Erfahrung im Hedge-Fund-Geschäft und 13 Jahre im Bereich von Multi-Manager-Solutions.


«Wir sehen uns als One Stop Shop»


Das ermöglicht es uns auch, ein über alle Anlageklassen gültiges Research anzubieten und die besten Manager aufzuspüren, mit denen wir individuelle Portfolio-Konstruktionen unserer Klientel anbieten können.

Offerieren das nicht viele andere Asset Manager auch?

Für Lyxor würde ich den Begriff «One Stop Shop» in Anspruch nehmen wollen. Damit heben wir uns klar von der Konkurrenz ab.

Mit welchem Resultat?

In den Jahren 2012 und 2013 uns unsere bestehenden Investoren zusätzlich zu ihren bestehenden Mandaten noch 1,35 Milliarden Dollar anvertraut. Mehr als 80 Prozent unserer betreuten Kundenvermögen bestehen aus Beratungsmandaten. Und im vergangenen Jahr haben sämtliche Fonds, welche Lyxor betreut, die Zielsetzungen übertroffen.


Stephane Enguehard 180Stéphane Enguehard ist Head of Funds of Hedge Funds Development bei Lyxor und damit verantwortlich für strategische Entwicklung auf globaler Ebene. Er stiess vor sechs Jahren zu Lyxor, zunächst als Analyst im Long-Short-Equity-Team. Vor dieser Zeit arbeitete er während acht Jahren für die Lyxor-Muttergesellschaft Société Générale.

Seine Karriere im Finanzsektor startete Enguehard 1986 im Investmentbanking der Banque Privée Edmond de Rothschild in Paris. Er studierte politische Wissenschaften in der französischen Hauptstadt und absolvierte zusätzlich einen Master in Finanzen an der Universität Paris Dauphine.

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Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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