Steuerstreit: Israel nimmt weitere Schweizer Bank aufs Korn

Moshe Asher, Chef der israelischen Steuerbehörde

Moshe Asher, Chef der israelischen Steuerbehörde

Moshe Asher, der Chef der israelischen Steuerbehörde, bleibt hartnäckig: Er will sich demnächst eine weitere nahmhafte Schweizer Bank vorknöpfen, weil diese israelischen Steuerflüchtlingen zu Diensten gewesen sein soll.

Wie das israelische Blatt «Globes» kürzlich berichtete, legen Ashers Steuerfahnder schon bald los. «Wie erhalten demnächst Daten über Konten von Israeli bei einer weiteren grossen Schweizer Bank», zitiert die Zeitung Asher.

UBS und HSBC im Fokus

Bisher haben die anglo-chinesische HSBC sowie UBS-Kunden die harte Hand Ashers zu spüren gekriegt, wie auch finews.ch wiederholt berichtete (etwa hier und hier). Die israelischen Steuerfahnder stützten sich dabei nicht zuletzt auf eine Liste mit Kundendaten, die sie bei einem ehemaligen UBS-Kundenberater beschlagnahmt haben wollen.

Nun beginnt das Zittern für die Schweizer Institute mit Israel-Exposure offenbar von Neuem.

Neben der UBS ist vor allem die Zürcher Privatbank Julius Bär in Israel stark aufgestellt. Sie sieht den Nahost-Staat als einen Fokusmarkt an und ist seit 2012 mit einer Vertretung in Tel Aviv und einer Volllizenz als Vermögensverwalter vor Ort tätig.

«Schlupflöcher stopfen»

2012 eröffnete auch die Genfer Privatbank Pictet in Tel Aviv eine Niederlassung, wie finews.ch berichtete. In der Bedeutung gesunken ist dem Vernehmen nach das Israel-Geschäft bei der Credit Suisse. Bei der Grossbank soll es in den letzten Jahren zu Abgängen am Israel-Desk gekommen sein.

Die Positionierung jener Banken in Israel bedeutet indes nicht, dass sie auf Ashers Liste landen. Gegen welche Banker er ermittelt, hält der Chefbeamte bisher geheim.

Laut und deutlich sagte Asher hingegen, dass es nun vor allem KMU und Dienstleistungs-Firmen sind, die ins Fadenkreuz seiner Behörde gelangen. «Wir unternehmen grosse Anstrengungen, um jegliche Schlupflöcher zu stopfen», betonte der Chef der israelischen Steuerbehörde.

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NEWS GANZ KURZ

Fonds-Daten

Nach zweijähriger Zusammenarbeit haben sich zwei Dutzend Finanzinstitute angeführt von UBS, Credit Suisse und Julius Bär in Kooperation mit der Firma Fundinfo auf die Veröffentlichung des «openfunds-Standards». Die Initiative definiert häufig verwendete Fonds-Datenfelder. Jedes der 200 einzelnen Felder wird für die Datenübertragung spezifiziert und mit einem Identifier versehen.

SIX

Die Netzwerkprobleme der SIX sind nun vollständig behoben. Die Ursachen seien identifiziert. Die Systeme würden seit Mittwoch wieder stabil und ohne weitere Unterbrüche laufen. Die SIX hatte während über zwei Tagen mit grossen Netzwerkstörungen gekämpft, insbesondere der Zahlungsverkehr war betroffen gewesen.

Fondsmarkt

Das Vermögen der in der Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar erfassten Anlagefonds erreichte im Mai 2016 rund 894 Milliarden Franken. Dies entspricht im Vergleich zum Vormonat einer Zunahme von knapp 20 Milliarden Franken oder 2,2 Prozent. Die Nettomittel-Zzuflüsse betrugen rund 340 Millionen Franken.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich am Kölner Fintech-Startup Moneymeets. Dieses betreibt eine Online-Plattform in den Bereichen Multibanking, Personal Finance Management und Versicherungen. Angestrebt ist ein Wissenstransfer, der Postfinance den Vorstoss in neue Geschäftsfelder ermöglichen soll.

Credit Suisse

Die Credit Suisse hat zum dritten Mal ihre Studie zum Finanzplatz Schweiz veröffentlich. Darin legt die Bank die Entwicklungen der letzten zwei Jahre dar, vergleicht die Positionierung internationaler Finanzplätze und geht auf Trends ein. Ausserdem sind in der Studie Faktoren für den zukünftigen Erfolg des Finanzplatzes definiert und es werden Handlungsempfehlungen sowohl für Marktteilnehmer als auch für Politik und Regulatoren gegeben.

Thurgauer Kantonalbank

Das Wahlprozedere für den Bankrat der Thurgauer Kantonalbank ist bestätigt worden. Der Thurgauer Grosse Rat hat eine parlamentarische Initiative von drei SVP-Kantonsräten abgelehnt: Darin wurde verlangt, dass künftig das Parlament neue Mitglieder für den Bankrat vorschlagen kann - und nicht mehr die Regierung.

Banken-Rating

Die Ratingagentur Fitch hat das Langfristrating für die UBS auf «A+» von bisher «A» erhöht. Die Erhöhung der Langfristratings für UBS AG und UBS Schweiz reflektiere die Kapitalposition der Gruppe. Die Gruppe sei damit in der Lage, die vorrangigen Verpflichtungen auch im Liquidationsfall zu decken. Das Langfristrating für die Credit Suisse bleibt bei «A».

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