Falcon Private Bank: Grösserer Fussabdruck im Nahen Osten

Erich Pfister und Eduardo Leemann, Falcon Private Wealth Dubai

Die Falcon Private Bank unterhält Niederlassungen in Abu Dhabi und in Dubai. Bislang konnte sie an beiden Orten ihre Kunden aber nur beraten – für eine effektive Dienstleistung musste die Kundschaft dann in eins der Falcon-Buchungszentren fliegen, nach Zürich oder Singapur.

Das ändert sich jetzt: Die Privatbank hat in Dubai die sogenannte «3c-Banklizenz» erhalten, wie Falcon am Mittwoch in einer Email mitteilte. Erich Pfister, Chef Private Banking, erklärte an einer Pressekonferenz vor Ort, dass Falcon nun auch Asset-Management-Services anbieten könne; also Kunden nicht nur beraten, sondern ihnen auch Produkte offerieren.

Mit 20 Leuten vor Ort

Falcon Private Wealth zieht ins Dubai International Financial Centre (DIFC) um. Falcon-CEO Eduardo Leemann sagte, Kunden könnten nun umfassender und massgeschneidert bedient werden. Die Falcon-Einheit in Dubai zählt rund 20 Angestellte steht seit Herbst 2014 unter der Leitung von Ludovic Pernot, der zuvor für Mirabaud vor Ort tätig war.

Gemäss den vor der lokalen Presse gemachten Angaben verwaltet Falcon rund 2,5 Milliarden Dollar von Kunden, die in Dubai beraten werden. Die verwalteten Vermögen sollen natürlich wachsen, wie es weiter heisst. Allerdings nicht auf Teufel komm' raus. Die Strategie sei, Kundenberater anzustellen, welche bereits über ein gutes Kundenbuch verfügten.

Strategie nimmt Formen an

Dass Falcon seinen Fussabdruck in Dubai verstärkt und nicht in Abu Dhabi, mag verwundern. Wird das vormals zu AIG gehörende Institut doch vom dortigen Staatsfonds kontrolliert. Aber die Entscheidung sei für Dubai gefällt worden, weil dieses Emirat als Finanzzentrum im Nahen Osten eine höhere Bedeutung habe, erklärte ein Sprecher gegenüber finews.ch.

Seit Erich Pfister von der Credit Suisse zu Falcon gewechselt ist, nimmt die Strategie des Instituts konkrete Formen an. Die Niederlassung in Hongkong wurde zugunsten von Singapur geschlossen.

Untersuchungen belasten

Für Asien wurde mit Febby Avianto im vergangenen September ein neuer Chef ernannt. Nun wird Dubai dank der 3c-Lizenz, das ist noch nicht die volle Banklizenz, gestärkt.

Falcon steht zurzeit allerdings auch im Mittelpunkt von Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Schuldenskandal des malaysischen Staatsfonds 1MDB.

Über die Schweizer Bank sollen Gelder in der Höhe von 681 Millionen Franken auf private Konten das malaysischen Staatspräsidenten Najib Razak geflossen sein. Sowohl die Schweizer Bundesanwaltschaft als auch die Singapurer Finanzaufsicht MAS untersuchen den Fall.

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NEWS GANZ KURZ

VP Bank

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat das «A–»-Rating für die VP Bank bestätigt und erhöht den Ausblick von «Negative» auf «Stable». Damit würden die operativen Fortschritte der VP Bank und die Bewirtschaftung der Risiken sowie die starke Kapitalausstattung und die erfolgreiche Integration der Centrum Bank berücksichtigt, hiess es.

Clientis Bank im Thal

Die Regionalbank hat den Halbjahresgewinn im Vergleich zum Vorjahr deutlich um über 30 Prozent auf 385'000 Franken gesteigert. Dazu beigetragen hat das gute Zinsengeschäft mit einem Plus von 11,4 Prozent auf 2,1 Millionen Franken.

Crealogix

Das Bankenberatungszentrum St. Gallen und Crealogix haben eine Partnerschaft für die betriebliche Aus- und Weiterbildung im Finanzbereich beschlossen: Mit der Lösung «I know! Banking» bieten die beiden Unternehmen eine Cloud-Lösung mit digitalen Lerninhalten zu den wichtigsten Themen im Banking an.

Compagnie Financière Tradition

Das Lausanner Brokerhaus hat im ersten Semester 2016 einen stabilen Ertrag von 425 Millionen Franken erzielt. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies allerdings einem Rückgang um 1,6 Prozent.

Urner Kantonalbank

Das Finanzinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 trotz besserem Geschäftsgang weniger Gewinn gemacht. Dieser sank um 7,5 Prozent auf 8,5 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode hatte die Bank ausserordentlich vom Verkauf ihrer Swisscanto-Beteiligung profitiert. Im Zinsengeschäft gab es ein Plus von 13,8 Prozent auf knapp 17 Millionen Franken. Per Ende Jahr erwartet das Management ein Ergebnis über Vorjahr.

UBS

Die Grossbank UBS ist noch vor dem IT-Riesen Google der beliebteste Arbeitgeber für Schweizer Hochschul-Absolventen, wie das Beratungsunternehmen Trendence berichtete. Die Banken bleiben die beliebteste Branche der Wirtschafts-Wissenschaftler: Neben der UBS befinden sich die Credit Suisse, die Schweizerische Nationalbank und Julius Bär unter den Top 20 der gesuchtesten Arbeitsadressen.

Schwyzer Kantonalbank

Im ersten Halbjahr sank der Gewinn des Innerschweizer Finanzinstituts um 3,4 Prozent auf knapp 33 Millionen Franken. Unter anderem belasteten höhere Wert-Berichtigungen auf Beteiligungen das erste Halbjahr. Dank einer substanziellen Volumenzunahme kam das Zinsengeschäft mit einem Brutto-Erfolg von gut 91 Millionen Franken in etwas auf Vorjahres-Niveau zu liegen. Für das 2016 rechnet die Bank mit einem Jahresergebnis leicht unter Vorjahr.

Bank Coop

Die Bank Coop hat im ersten Halbjahr 2016 einen leichten Gewinnrückgang auf 22,7 Millionen Franken erlitten. Die Bank erklärt dies mit höheren Investitionen für verschiedene digitale Projekte, Umbauten sowie einer höheren Zuweisung an die Reserven für Bankrisiken. Im Zinsengeschäft konnte Bank Coop leicht zulegen, warnt jedoch vor dem anhaltenden Margendruck.

Fonds

Die «Brexit»-Turbulenzen haben auch bei den in der Schweiz gehandelten Fonds Spuren hinterlassen. Laut dem Schweizerischen Fondsverband Sfama verminderten sich die verwalteten Vermögen um 17 Milliarden Franken. Die Netto-Mittelabflüsse betrugen knapp 2,3 Milliarden Franken.

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