Vontobel bringt Preisgefüge von Strukturierten Produkten ins Wanken

Roger Studer, Head Investment Bank Vontobel

Die Bank Vontobel verleiht ihrer deritrade-Plattform eine offene Architektur. Der Schritt soll das Interesse weiterer Kunden wecken, wie Investmentbanking-Chef Roger Studer gegenüber finews.ch erklärt.

Vontobel treibt den Ausbau ihres Geschäfts mit Strukturierten Produkten weiter voran. Zuletzt hatte die Zürcher Bank für ihre digitale Handelsplattform deritrade den «Smartguide» eingeführt – eine Art Roboadvisor, der auf Basis von Datenauswertungen Hinweise und Informationen über das Verhalten der Nutzer liefert.

Der jetzige Schritt ist strategisch wohl um einiges bedeutender: Vontobel führt bei deritrade eine offene Architektur ein und ermöglicht Finanz- und Versicherungspartnern den Zugang zu einem umfassenden Angebot für die Emission von Strukturierten Produkten, wie aus einer Mitteilung vom Mittwoch zu entnehmen ist.

Bislang einzigartiger Ansatz

Das bedeutet, dass deritrade nun auch auch sogenannten White-Labeling-Partnern zur Verfügung steht, die ihre eigenen Produkte bauen und emittieren möchten. Angesprochen sind hier vor allem Banken und Versicherer.

Vontobel nennt ihre erweiterte Dienstleistung «White-labeling 2.0», was den bislang in der Branche einzigartigen Ansatz der offenen Architektur von deritrade beschreiben soll.

Tiefere Kosten durch Transparenz

Wie Roger Studer, Chef der Investment Bank bei Vontobel im Gespräch mit finews.ch erklärt, bedeutet dies, dass deritrade-Kunden von allen 14 Partner-Investmentbanken von deritrade die notwendigen Bausteine für ihre Produkte einsehen und wählen können.

Wichtig ist dies insbesondere für den Derivate-Teil des jeweiligen Strukturierten Produktes, der jeweils von einer Bank abgesichert werden muss. Die offene Architektur liefert hier nun mehr Transparenz.

«Unseren White-labeling-Partnern ist es somit möglich, ihre Strukturierten Produkte zu deutlich besseren Konditionen zusammenzusetzen, als wenn nur eine Investmentbank als Hedgeprovider agiert», sagt Studer.

Wettbewerbsvorteil gegenüber Leonteq?

Vontobel garantiert über deritrade damit sozusagen den jeweils besten möglichen Preis für den Bau eines Strukturierten Produktes, weil alle angebotenen Anlagekomponenten vergleichbar sind. Ausserdem sind alle angebotenen Lösungen Mifid-konform, was für Kunden eine weitere erhebliche Erleichterung bedeutet.

Auch wenn Vontobel sich nicht gerne mit dem anderen Schweizer Spezialisten für Strukturierte Produkte, Leonteq, vergleicht, so ist man bei Vontobel wohl dennoch überzeugt, mit der Öffnung von deritrade einen Wettbewerbsvorteil und Voraussetzungen für die weitere Expansion in diesem Geschäftsbereich geschaffen zu haben.

Neuorganisation des Geschäfts

Auch organisatorisch hat sich Vontobel auf weitere Expansion eingerichtet. Mit Eric Wasescha hat Studer einen Mann geholt, der Strukturierte Produkte praktisch «atmet».

Wasescha hat Derivative Partners aufgebaut (das Unternehmen hat er vergangenes Jahr an seine Partner verkauft). Wasescha war während fünf Jahren Geschäftsleiter des Schweizer Verbandes für Strukturierte Produkte (SVSP) und sass auch im Vorstand des Europäischen Verbandes EUSIPA.

Aufgabe: Expansion

Ihm hat Studer nun die Verantwortung für den neu geformten Bereich Partner Solutions gegeben, womit Wasescha nun auch Chef von Gerhard Meier ist, dem Leiter der Einheit Multi Issuer Platform. Zusätzlich geschaffen wurden die untergeordneten Bereiche Platform Partners und Pension Solutions.

Das Ziel und die nächsten Schritte sind laut Studer klar: «Erich Waseschas Aufgabe wird unter anderem sein, weitere Kunden in Europa, in den USA und in Asien auf unsere Plattform zu holen.»

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